Krimiabend – Hunde

Die Vorgeschichte: Zwischenfall auf der Autobahn
Tod im Mausoleum

Straberg erreichte den Ortsrand von Verviers gegen 21 Uhr. Hier folgte er noch kurz der Rue de Hèvremont, dann bog er nach links in die Rue de la Cité. Nach etwa 50 Metern zweigte die Rue du Cimetière ab. Wieder ging es nach links, so dass er zurück nach Osten fuhr. Doch die Rue du Cimetière führte steil den Hang hinauf. Je weiter sie anstieg, umso öder wirkten die Häuser an der Straße. In der Nähe des Friedhofs lagen die Bauten verstreut. Dazwischen Brachgelände und kleine Gewerbehöfe.
Dann sah er den Friedhof. Seine gewaltige Ausdehnung ließ sich nur erahnen, denn das Gräberfeld erstreckte sich noch weit den Hang hinauf.
Von der Straße zweigte eine Rampe zum Hauptportal ab. Unterhalb der Rampe parkte Straberg den Laguna. Er blieb noch einen Augenblick sitzen und versuchte sich zu sammeln. Dann stieg er aus und schloss den Wagen ab.
verviersfriedhofFriedhof in Verviers – Foto: Gudrun Petersen


Die Luft war feucht und kühl, es war beinah windstill. Im Westen hatte sich die Sonne hinter eine dunkle Wolkenbank verzogen. Sie sandte noch einige Lichtpfeile in den Himmel über Verviers. Doch zweifellos würde es bald dämmern. Die Welt war in das intensive Licht getaucht, das alle Farben noch einmal aufleuchten lässt, bevor der Tag sich in sein Sterben fügt.
Straberg sah sich um. Die Rasenböschung der Rampe hatte kahle Stellen, wo die Bäume ihr das Wasser entzogen hatte. Frühere Besucher des Friedhofs hatten offenbar einen Mülleimer vermisst und ihre Abfälle wegen dieses Mangels einfach verstreut.
Das Gefühl der absoluten Verlassenheit umfing ihn. Am Anfang der Rue du Cimetiére hatte er noch Leute gesehen. Hier oben war es menschenleer. Die Rue du Cimetiére war auf der Höhe des Friedhofs breiter als an ihrem Beginn. Doch hinter dem letzten einsamen Haus auf der anderen Straßenseite führte sie ins Nirgendwo der Felder. Falls Geraets schon hier war, musste er den oberen Eingang genommen haben, denn es parkte kein anderer Wagen unter den Bäumen an der Rampe.
Mit einem Mal wurde die Stille unterbrochen. Von irgendwo ertönte ein Rufen, ein Rufen wie von einem jungen Menschen mit Down-Syndrom. Eine ähnliche Stimme gab Antwort. Es war, als würden sie sich über weite Entfernung geheime Botschaften zurufen. Frage und Antwort.
Straberg fühlte sich unfassbar fremd. Seine Dünnhäutigkeit ließ ihn schaudern. Er verstand plötzlich, warum es in Belgien noch viele Surrealisten gab. Wer sensibel genug war, konnte in Belgien eine Unzahl solcher Orte finden. Der belgische Surrealist musste nur mit offenen Augen sein Land durchstreifen und wanderte gleichsam in seiner eigenen Kunst.
Für einen Augenblick hatte Straberg einen Begräbniszug vor Augen. Er strebte die Rampe hinauf, von schräger Blechmusik begleitet. Doch die Rampe war leer, und so kam das Gefühl der Verlassenheit zurück.
Am Ende der Rampe war eine steile Treppe, die zum Seitenportal führte. Straberg nahm die Stufen und fand das Gittertor spaltbreit offen. Es sah nicht aus, als könnte man es noch wirklich verschließen. Er warf einen Blick durch das Fenster des Gebäudes der Friedhofverwaltung. Was er sah, ließ ihn zweifeln, ob es noch regelmäßig genutzt wurde. Auch der Aushangkasten neben der Tür hatte nur einen vergilbten Zettel, der heruntergefallen war und durchgebogen im Kasten lehnte.
Straberg versuchte sich auf dem Friedhof zu orientieren. Die Grabreihen waren auf waagerecht verlaufenden Terrassen angelegt. Von hier unten wirkte der Friedhof wie ein steinernes Trümmerfeld.
Doch im Vorangehen sah er zwischen den alten Grabsteinen, Grabplatten, gewaltigen Steinfiguren und Mausoleen auch neue Gräber, die noch frischen Grabschmuck trugen. Eine ordnende Hand schien nicht am Werk gewesen zu sein, denn wo neue Gräber sein durften zwischen den verfallenen alten, erschloss sich dem Besucher nicht.
Wieder staunte Straberg über den modernen Grabschmuck. Er war einmal in dem belgischen Wallfahrtsort Banneux gewesen und hatte gesehen, dass man den Kitsch dort kaufen konnte. Kitsch wie von einer Kirmesbude: Bunte Marienfiguren aus undefinierbarem Material, in transparente Kunstharzblöcke eingegossene religiöse Bilder, künstliche Blumengestecke, die nie verwittern würden, und Fotografien der Verstorbenen auf Emailleschildern.
Doch dieser Kitsch war nichts gegen die grauen Trümmer der alten Gräber, nichts gegen die düsteren Mausoleen mit ihren offenen Türen, und nichts gegen die zerschlagenen Steinplatten, unter denen die eingefallenen Gräber offen lagen.

Er nahm einen der steil nach oben führenden Hauptwege. Unterwegs las er die Namen der Verstorbenen und ihre Lebensdaten. Hier ging alles durcheinander. Da lag der wohlachtbare Tote vom Ende des 19. Jahrhunderts neben der viel zu jung verstorbenen Ehefrau von 2001.

Nur knapp 30 Kilometer entfernt vom unterhaltsamen eitlen Treiben auf dem Aachener Marktplatz fand Straberg hier eine fremde Welt, in der die Zeit ein eigensinniges Lied spielte.
Nach Westen hin konnte er jetzt das ganze Tal der Weser sehen, bis zu der fernen Stelle, wo es hinter einer Biegung verschwand. Weit unten sah er die Dächer von Verviers.

Das Mausoleum der Familie Geraets fand er auf Anhieb. Es stand an einer Kreuzung des Hauptweges, den er genommen hatte; er lief genau darauf zu. Der Baustil versetzte ihn nicht mehr in Erstaunen. Er hatte auf dem Hinweg schon viele ähnliche Grabgebäude gesehen. Doch dieser Bau war nicht verfallen, selbst die glatte Metalltür war noch intakt. Er warf einen Blick durch das Lochgitter der Tür in die kleine Grabkapelle. Sie lag im Halbdunkeln, doch er sah einen umgestürzten braunen Stuhl auf den Fliesen liegen.
Er wandte sich ab und ging zu einer Bank auf der anderen Seite der Kreuzung. Seine Uhr zeigte 21:17 Uhr. Geraets würde gewiss bald kommen Der Staatsanwalt würde zu seinem Wort stehen. Straberg nahm seinen Tabak und drehte eine Zigarette. Dann saß er rauchend auf der Bank und ließ seinen Blick wandern. Allmählich verstand er den Geist, der auf diesem großen Gräberfeld lag. Der Friedhof von Verviers war ein Ort der Gleichzeitigkeit von Vergangenheit und Gegenwart. Und das alles verbindende Element der Zeit war der Kitsch: teurer, pompöser Kitsch aus der Zeit der mächtigen Altvorderen und Kitsch aus der Gegenwart ihrer verarmten Enkel. Den Enkeln fehlte das Geld, den Kitsch der Alten zu erhalten, doch sie ließen stehen, was an die alte Größe erinnerte. Ihre Zukunft lag in der Vergangenheit.
Wer das nicht aushielt, schritt mit böser Wut über den Friedhof und zerstörte. Man musste einen schweren Vorschlaghammer haben, um die Steinplatten auf derartige Weise zu zerschlagen, wie es ringsum zu sehen war. Gegenüber dem Mausoleum der Familie Geraets war kaum ein Grab noch heil. Dort lagen die Trümmer besonders wüst. Das Trümmerfeld reichte bis an den Rand dieser Terrasse. Auf der Terrasse darunter waren jedoch viele neuere Grabstätten, deutlich kleiner und dichter beisammen.
Oberhalb des Mausoleums sah er eine große Wiese. Sie zog sich weit den Hang hinauf. Er konnte nicht erkennen, welche Gräber sich noch dahinter befanden. Es mussten noch drei vier weitere Terrassen sein. Doch über allem erhob sich eine Mauereinfassung, die den Friedhof zu den noch höher gelegenen Feldern abgrenzte. Unmittelbar bei dieser Mauer ragte auf dem Feld ein Starkstrommast auf.
Da war man also nicht zimperlich gewesen und hatte nichts dabei gefunden, die Drähte der Hochspannung über den östlichen Teil des Friedhofs zu spannen.
Die Zeit verrann.
Im Tal flammten die Lichter von Verviers auf. Es würde bald völlig dunkel sein. Geraets verspätete sich bereits 20 Minuten. Straberg stand auf und ging zum Mausoleum hinüber, sah wieder hinein und erkannte den Stuhl nur noch schemenhaft. Als er die Tür berührte, gab sie nach. Er schob sie weiter auf und sah in die Kapelle.
Aus der Mitte ihrer Fliesen stieß ein schmaler Treppengang in die Tiefe. Straberg trat ein und sah nach unten. Auf der Treppe lag etwas. Er nahm sein Feuerzeug und drehte es um. Dieses Feuerzeug hatte er jüngst an einer Tankstelle gekauft. Erst nach einigen Tagen hatte er die Funktion des kleinen weißen Knopfes an seiner Unterseite begriffen. Das Feuerzeug war eine kleine Taschenlampe, die einen grellen hellblauen Lichtstrahl aussenden konnte.
Er richtete sein Feuerzeug aus, leuchte in die Gruft und erschrak.
Im kalten blauen Licht der Lampe lag Dr. Rodrigo Geraets. Seine Kleidung war zerfetzt, er lag in seinem Blut. Sein weißes Gesicht zeigte halb nach oben. Ein Auge starrte Straberg an. Doch das zweite war nicht mehr vorhanden. Die linke Seite seines Gesichtes war eine einzige zerfetzte Wunde.
Vor Entsetzten ließ Straberg das Licht ausgehen. Eine Welle von Übelkeit stieg in ihm hoch. Er stürzte nach draußen und übergab sich direkt neben der Tür. Stützte sich ab am Blaustein des Mausoleums und erbrach. Er kotzte sein Inneres nach außen. Sein Denken erlosch, er war nur noch ein zuckendes, speiendes Bündel Mensch. Er hörte sich würgen und ihm war, als würde er die Friedhofsruhe schänden. Zwischen all den Toten gab er Töne des lebendigen Menschenkindes von sich, die sich seinem Willen und Einfluss entzogen.
Endlich ließen die Krämpfe nach. Straberg kam zu sich. Er stöhnte auf und wischte sich mit der Hand den Rotz von den Lippen. Darauf horchte er in die Nacht und hoffte, die Toten würden ihm die Störung verzeihen.
Ein Hund schlug an, und ein zweiter gab Antwort.
Straberg sah auf. Oben beim Starkstrommast standen gegen den klaren Sternenhimmel zwei Gestalten. Er sah, wie eine in seine Richtung wies. Dann bückte sie sich, und er konnte nicht sehen, was sie tat. Doch indem sie sich aufrichtete, sprangen zwei lang gestreckte helle Gestalten die Mauer herab auf den Friedhof. Dann verschwanden sie aus seinem Blick. Kurz darauf sah er sie über die Wiese wischen. Zwei weiße Hunde hoben sich hell vom dunklen Wiesengrund ab und rannten in großen Sprüngen auf ihn zu.
Er tastete nach seinem Pistolenhalfter und zog seine Dienstwaffe. Gleichzeitig wich er zurück, um den breiten Weg vor Augen zu haben. Er suchte sich eilig einen Platz zwischen den umgestürzten Grabsteinen und ging hinter einer sargähnlich geformten Grabplatte in die Knie.
Im fahlen Dämmerlicht sah er vor sich die ovalen Bilder zweier Menschen. Monsieur und Madame lächelten freundlich in die Kamera. In diesem Augenblick waren die Hunde hinter den oberen Gräbern verschwunden. Es war nicht auszumachen, wo sie wieder erscheinen würden. Straberg spähte angestrengt auf den Weg. Sein Herz pochte.
Da sprang einer der Hunde zwischen den Grabsteinen hervor. Er war von seinem Ziel abgekommen. Noch im Flug warf er den Kopf hin und her, und indem er auf den Weg sprang, hatte er Straberg schon gewittert. Seine Pfoten stützten sich seitlich in den Boden, er flog herum und jagte auf Straberg zu.
Straberg hatte schon immer Respekt vor Hunden gehabt. Er konnte nicht gut mit ihnen umgehen. Doch jetzt übernahm etwas Größeres die Kontrolle und schaltete sein Beben aus. Er ließ den weißen Hund näher kommen, und erst, als er ihn deutlich sah, zielte er auf den massigen Körper und schoss.
Der Schuss peitschte über den Friedhof von Verviers und fegte den Hund zur Seite. Doch er war sehr schnell gewesen. Er taumelte weiter auf Straberg zu, und erst, als er ein zweites Mal schoss, überschlug sich der Hund und rutschte tot in die rote Wegasche.
In diesem Augenblick sprang der zweite Hund ihn an. Straberg spürte einen heftigen Stoß an seiner linken Schulter und fiel. Seine Schulter hatte die Wucht des Stoßes nur gebrochen. Im Fallen sah er den großen Hundekörper über sich hinweg fliegen, sah in den aufgerissenen Rachen des Hundes, roch seinen Atem, und an seinem Ohr wischte ein gieriges Knurren vorbei. Dann stolperte der Kampfhund über die Terrassengrenze hinaus, überschlug sich und stürzte tief hinunter auf die untere Gräberterrasse. Dort blieb er aufjaulend liegen.

Straberg rappelte sich auf und taste nach seiner Pistole. Er fand sie, hob sie auf und hielt sie mit beiden Händen. Wo waren die Kerle? Er hatte nicht sehen können, wo sie geblieben waren, nachdem sie die Hunde losgehetzt hatten. Der Friedhof lag still. Er hatte sich das Drama dieses Sommerabends bereits einverleibt. Der tote Staatsanwalt in seiner Gruft war längst einer der ihren, und auch die toten Hunde waren bereits aufgenommen.
Monsieur und Madame lächelten.

SX – Black Video

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30 Kommentare zu “Krimiabend – Hunde

  1. Auch wenn du Straberg zunächst in der ruhigen abendlichen Stimmung in Sicherheit wiegst, wir ahnen, was er vorfinden wird und fragen uns, warum er nicht gleich, nachdem er den Stuhl… aber nein, du hälst die Spannung, lässt ihn friedhöfliche Gedanken entwickeln, um ihn und uns dann in eine überraschend heftige Szene… nein, doch nicht, so detailgetreu wie die Schilderung des Friedhofs, ist eben auch die des Leichenfundes und der anschließenden Konfrontation. Die Tempoverschärfung ist dir gut gelungen, solche Spannungsmomente kriege ich nicht hin. Zum Schluss nimmst du das Tempo wieder vollkommen raus, das Ende ist wirklich gut gelungen. Aber ist es das Ende? Wollen wir nicht mehr darüber wissen, wer da auf dem Friedhof stand? Wir wissen es sogar, glauben es zumindest zu wissen, aber können, dürfen sie ungestraft davon kommen?

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    • Danke für deine wohlwollende Rezension, lieber Manfred. Dass du solche Spannungsbögen nicht hinbekämest, glaube ich nicht. Es liegt nur an der Forrm der Kurzgeschichte, der du dich verschrieben hast. In der kurzen Form kann man eine solche Szene wie die auf dem Friedhof nicht entfalten. Ich habe mich damals in einen Erzählrausch geschrieben und fast alles verarbeitet, was ich in diesem Zeitraum erlebt habe, so auch einen Besuch des Friedhofs von Verviers. Daher die genaue Schilderung.

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        • Der Roman war ja fertig. Ein Kölner Verlag hatte auch Interesse, teilte uns aber mit, Aachen-Krimis würden nicht gehen, aber Eifel-Krimis wären der Renner, wir sollten einen Teil der Handlung umsiedeln. Da Mike, mein Co-Autor inzwischen umgezogen war und das Interesse verloren hatte, hätte ich das alles alleine schreiben müssen. Dazu konnte ich mich nicht überreden, zumal ich mit dem Bloggen angefangen hatte. Inzwischen gefallen mir so viele Passagen des Romans nicht, dass ich besser einen neuen schreiben würde. Was ich hier veröffentlicht habe mal ausgenommen. Über die Engstirnigkeit des Verlags hatte ich mich sowieso geärgert, denn der vorgebliche Aachen-Krimi spielt in Aachen, in Köln, in Lüttich, Verviers, auf einem Dorf in der Jülicher Börde (euch bekannt als Kirchheim), auf Mallorca und in Dubai.

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            • Letzten Endes wissen die gar nichts, nicht mal vorher, was sich wie gut verkaufen wird. Nur in ausgefahrenen Spuren zu fahren, ist doch keine Kunst. Jedenfalls ist mir die Lust gründlich vergangen, noch irgendwo Kratzfüße zu machen. Da gehöre ich lieber zur digitalen Avantgarde und habe nur meinen eigenen Qualitätsansprüchen zu genügen und nicht irgendwelchen dummen Markterwägungen, die doch nichts anderes sind als Kaffeesatzlesen.

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                  • Stimmt, diesen Aspekt des Lernens habe ich nicht gesehen, als ich damit begann, hier Beiträge zu erstellen. Es gibt tatsächlich jeden Tag etwas zu entdecken, eigentlich sogar mehr, als ich zeitlich zu bewältigen imstande bin. Vielleicht ist es deshalb ganz gut, dass es praktisch unmöglich ist, so etwas wie einen Überblick über das ganze Angebot zu bekommen. Was Lob betrifft: Ja, wenn Kommentar so ausfallen, dass ich meinen Beitrag darin wiedererkenne, dann kann ich mit Lob umgehen. Ein Widerspruch hier und da, eine Frage oder ein Hinweis, dann habe ich, was ich brauche.

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  2. Gut gemacht! Sehr schön, daß die detaillierte Beschreibung des Friedhofs nicht nur für sich steht, sondern im Handlungsverlauf eine weitere Bedeutungsebene erhält.

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    • Dankeschön. Ja, obwohl mich der Friedhof von Verviers fasziniert hat, sollte die detaillierte Schilderung nicht Selbstzweck sein, wenngleich es immer verführerisch für mich ist, etwas einzufügen, was nichts mit der Handlung zu tun hat. Zum Glück habe ich heute ein Blog und kann die Sachen da unterbringen. 😉

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  3. Lieber Jules, ich bin nicht so der Krimi-und Grusel-Leser…und weiß auch wieder, warum 😉 …ich hab da einfach zuviel Kopfkino, besonders in der Kotz- und Hund-Szene. Zu Beginn haben mich die unaussprechlichen Straßennamen etwas irritiert, weil sie meinen Lesefluß hindern und…warum eigentlich ein Laguna??? 😉 . Den Spannungsbogen – Name mal wieder entfallen, ich sag immer nur „die Erzähl-Maus“ – fand ich unglaublich gut: langsam ansteigend, mit sich steigernden Höhepunkten und dann sehr abrupt abfallend. Klasse!
    Ok, also für mich viiieeel zu real und bildererzeugend, was ja aber in Deiner Absicht liegt…also alles gelungen. 🙂
    Wünsch Dir einen schönen Abend

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  4. Mittlerweile in der S-Bahn sitzend habe ich auch dieses Kapitel durch. Ich sage durch, weil ein langsames Lesen unmöglich ist. Selbst dort, wo Straberg langsam und ohne Eile, den Friedhof auf sich wirken lässt, treibe ich ihn lesend an. Ich ahne ja, dass er vielleicht zu spät kommen wird.

    Dein Blog ist ein herrliches Sammelsurium. Nie weiß man, was als nächstes kommt. Genau das ist besonders reizvoll.

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    • Ich glaube, dass Printautoren selten oder nie erfahren, unter welchen Rezeptionsbedingungen ihre Texte bestehen müssen. In einer rasenden Münchner U-Bahn wird eben alles beschleunigt, auch Strabergs Gang über den Friedhof. Ich gebe zu bedenken, dass der steil ansteigt. Und Straberg raucht Selbstgedrehte, kann also nicht so schnell.

      Dankeschön für dein Lob der Teestübchen-Mischung. Sie soll halt interessant sein wie in jeder Zeitschrift.

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    • Ist klar. Ich bin ja Autor, Lektor und Korrektor in Personalunion, und die eigenen Fehler überliest man schnell. Da hilft ein wenig die Entfremdung des Textes durch die Übertragung in die Blogtypografie. Nach jeder Veröffentlichung sitze ich noch stundenlang vor dem Text, redigiere und korrigiere. Und trotzdem entgeht mir manchmal was.

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