Zeh und Hund

Eine junge Frau ist mit vier kleinen Hunden und einem Schäferhund auf einem zum Fußweg offenen Spielplatz. Plötzlich beginnt der Schäferhund einen der kleinen Hunde zu jagen. Es geht rund und rund. Die Kreise der zwei streifen über den Fußweg und nähern sich dem parallel verlaufenden Fahrradweg, auf dem gerade ein Radfahrer heran rolllt. Die Frau schreit den Schäferhund an: „Sean! Sean!“ Als der Schäferhund geduckt an ihre Seite kommt, tadelt sie ihn: „Hast du nicht alle Latten am Zaun?“

Der Radfahrer hat der unberechenbaren Hunde wegen angehalten, sagt:
Ihr Hund kann das nicht verstehen. Kein Wunder, dass er nicht gehorcht. Es erfordert ein hohes Maß an Intelligenz, von ‘Hast du nicht alle Latten am Zaun’ auf den gemeinten Inhalt zu schließen. Das können Sie ja nicht mal.

Hundemama: Wie, jetzt?

Radfahrer: ’Hast du nicht alle Latten am Zaun?’, ist eine Verballhornung von ‘Hast du nicht alle Tassen im Schrank?’ Und gemeint ist die Frage, ob einer irre geworden ist.

Hundemama: Verball – was?

Radfahrer: Verballhornung, nach dem Lübecker Buchdrucker Johannes Ballhorn, der in einer Fibel einem Hahn ein paar Eier untergelegt hat.

Hundemama: Welche Eier? Ich denke, es geht um Tassen. Und was hat mein Hund damit zu tun? Er legt keine Eier und hat keine Tassen.

Radfahrer: Und keinen Lattenzaun.

Hundemama: Natürlich nicht. Er schläft in meinem Bett.

Radfahrer: Aber Sie haben gewiss einen Schrank.

Hundemama: Ja, wieso?

Radfahrer: Und? Sind noch alle Tassen drin?

Hundemama:
Arschloch! Strampelidiot! Das muss ich mir nicht gefallen lassen! Twinkie, Blinkie, Stinksocke, Leo, Sean! FASS!

Radfahrer: Nicht! Am Ende beißen die mich noch!

Hundemama: Selber schuld!

Radfahrer: Nein, Blinkie, Pfui! AUA, Stinksocke, AUA äh AUS!, Sean, du Drecksköter! HILFE! Er frisst meinen Fuß! AUAAA! AUS! AUS!

Hundemama: Na, wen verstehen meine Hunde jetzt nicht?

Radfahrer: Haben Sie noch alle Kinder im Keller?

Hundemama: Und Sie? …Zehen am Fuß?

Radfahrer [zieht seine blutverschmierte Socke aus]: Nein! Den dicken Onkel hat Sean!

Hundemama: Ach, so’n Mist! Sean, sei ein braver Hund und gib den Zeh wieder her! Wo hast du ihn hingetan, Sean? Twinkie, Blinkie, Stinksocke, Leo! Sucht den dicken Zeh!

Radfahrer [leise]: Da können die Scheißtölen lange suchen. Mein dicker Zeh ist schon seit 20 Jahre ab, hehehe! [laut]: Boah! Wenn der weg ist …!

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Zehn Jahre Warten auf den Weltuntergang

Krankheitsbedingt habe ich die Zeitmarke verpasst: Am 10. September 2008, also vorvorgestern vor zehn Jahren ging der Teilchenbeschleuniger LHC an den Start. An der allgemeinen Panik, die Kollision von hochbeschleunigten Teilchen könnte ein Schwarzes Loch hervorrufen, das nach und nach die ganze Erde verschlingt, beteiligte sich natürlich auch das Teppichhaus Trithemius. Offenbar hat man am Cern bislang kein ordentliches Schwarzes Loch zustande gebracht. Teuer genug mit 3 Milliarden Euro wäre es. Darum ungetrübtes Viel Vergnügen!

Fotos vom Aachener Münsterplatz, Text und Animation: JvdL

Vorsicht Wespe sticht! Drama in zwei Sprachen

Meine Apfel-Zucchini-Suppe ist für die kleine Wespe zu verlocken gewesen. Sie fiel hinein und ertrank vermutlich. Ich fischte sie zwar sofort mit dem Löffel heraus, aber was sollte ich machen? Mund-zu-Mund-Beatmung? Ihr Schicksal war besiegelt. Ich kippte die Wespe in die Serviette, die ich faltete, wobei ich überlegte, ob ich eventuell noch vorhandenes Restleben aus ihr herausquetschen sollte, aber brachte es nicht über mich. Am Ende wär’s nur Leichenschändung. Ich bat die Kellnerin um eine neue Serviette und warnte sie prophylaktisch vor dem Inhalt der alten.

Gestern wurde vor dem Marktcafé eine Kundin gestochen. Die Wirtin holte eine aufgeschnittene Zwiebel zum Auflegen. Angeblich lässt der Schmerz schon nach Sekunden nach. Anbei in Wiederholung vom September 2015 ein weiteres Wespendrama, fotografiert auf dem Aachener Münsterplatz:

Ab 18 – Teestübchen-Schocker „Alarm in den Alpen“

Die Welt in einem Zustand, dass man nicht hinsehen mag. Derweil die realen Bedrohungen durchaus benenn- und erkennbar sind, hat Hollywood die schlimmste Bedrohung in der Tiefsee ausgemacht, mit einem urzeitlichen Riesenhai, dem Megalodon, kurz Meg. Wer jetzt denkt: Ich geh einfach nicht ins tiefe Wasser, dann kann mir kein Haifisch was tun. Von wegen! In einer kopfstehenden Welt ist keiner nirgendwo sicher, das ist sicher. Sehen Sie deshalb in Wiederholung vom 19. September 2015 den weltweit unbekannten Teestübchen-Schocker „Alarm in den Alpen!“ Kinder bitte fernhalten!

Mit Dank an Kollegin FrauHemingistunterwegs für den Hinweis auf The Meg.

Fehlerwoche (4) -Die längst fällige Teufelsaustreibung

Die Originalzeichnungen der folgenden Gif-Animation waren schon vor langerlanger Zeit in der Hochschulzeitschrift Aachener Prisma abgedruckt. Mich hat die Möglichkeit gereizt, den Cartoon zu dynamisieren, also den Text in zwei verschiedenen Versionen erscheinen zu lassen. Tatsächlich ist die Macht des Fehlerteufels erfolgreich gebrochen. Wer einigermaßen auf das Korrekturtool der Textverarbeitungen achtet, kann grobe Fehler vermeiden, nicht aber sinnentstellende. Nach den eher trockenen Beiträgen zur Theorie des Schreibfehlers wünsche ich viel Vergnügen.

Zeichnung und Gif-Animation: JvdL

Auch vor solchen Fehlern bewahrt nicht einmal das Korrekturtool:

Die Erschaffung der Welt in zwei Fassungen

Ein Gedicht in landkölscher Mundart vom Dürener Heimatdichter Josef Schregel, von mir vor gut 20 Jahren abgeschrieben aus der Kirchspieler Dorfchronik. Die Übertragung ins Hochdeutsche ist nicht wörtlich, denn ich musste manches verändern, um Versmaß und Endreim zu erhalten. (Verbesserungsvorschläge willkommen). Das Gedicht spiegelt die Weise, in der noch bis in die 1960-er Jahre den Kindern auf dem Land der Glaube beigebogen wurde, wie ich es selbst noch erlebt habe. Schulische Körperstrafen sind in der Bundesrepublik erst seit 1973 gesetzlich verboten.

Die Erschaffung der Welt

Zom Fritzsche sproch der Lihre:
– Dä Jong wor fürchbar domm-
„Wer hät de Welt erschaffe?
Flöck! … sprääch! ..,. No, beß de stomm?

Ich sehn, du fuule Bengel, häß wedde nex geliehrt!
Dä Hemmel mag et wesse, wat späder us dir wied!
Mir schenk, et beste Meddel, wat eenzig bei dir notz,
Eß, datt ich dir gehürig ens spanne jetz de Botz!“

Dä Lihre nohm dat Fritzsche,
Hä schlog sich en de Hetz:
„Wer hät de Welt erschaffe?
Na, Lömmel! Werd et jetz?!“
„Auwih! Auwih! Här Lire,
Hahlt en, hürt op met schlohn!
Ihr könnt et werklich glöve,
Ich han et net gedohn!“

Die Erschaffung der Welt (Hochdeutsch)

Zum Fritzchen sprach der Lehrer
– der Fritz war furchtbar dumm –
Wer hat die Welt erschaffen
Flugs! … sprich! … Nun, bist du stumm?

Ich seh, du fauler Bengel,
Du hast es nicht mit lernen!
Was einmal aus dir werden soll,
Das steht noch in den Sternen!
Es gibt nur noch ein Mittel,
Dir etwas beizubringen:
Auf deinem Hosenboden
Den Zeigestock zu schwingen!

Der Lehrer nahm sich Fritzchen,
Er schlug es mit Gewalt:
„Wer hat die Welt erschaffen?
Na, Lümmel! Wird es bald?!“
„Auweh, auweh, Herr Lehrer,
Ihr schlagt mich auf Verdacht!
Sie könnens wirklich glauben,
Ich hab es nicht gemacht.“