Wundersames Titanic-Magazin [#Humorkritik]

Es gibt ja so Ideen, bei denen jeder spontan rufen mag:
„Ja, das ist es!“, die sich aber bei näherer Betrachtung als Ideen erweisen, die man besser für sich behält. Mindestens die Hälfte aller Werbespots beruhen auf solche Ideen.
In der Reha besuchte mich ein Freund aus Studientagen und brachte mir ein aktuelles Titanic-Magazin mit, dachte wohl, ich könnte eine professionelle Aufmunterung vertragen. Zuerst fiel mir auf, dass das Magazin auf dickerem Papier als früher gedruckt ist, so dass ich immer wieder dachte, ich hätte zwei Seiten zwischen den Fingern, und wenn es mir gelänge, die auseinander zu fummeln, spränge mich der bislang verborgene Witz an, würde mich quasi aus den Socken hauen.

Dass ich meine Socken anbehalten konnte, spricht schon mal für das dickere Papier. Ich will nichts Falsches behaupten, aber alles, was ich las, kam mir vor wie von einem KI-Programm geschrieben, das die Witze der Welt zusammengeklaubt hat und daraus künstlichen Humor generiert. Vielleicht war das Heft ein Test. Vielleicht wollten pfiffige Verlagskaufleute herausfinden, ob die treuen Titanicleser den Fake merken. Wenn keiner aufmuckt, ließe sich viel Geld sparen. Und wenn sich mal einer beschwert: „Ich musste nicht schmunzeln“, sagen die schlau: „Sie haben einfach zu viele Seiten überschlagen.“ Ehrlich gesagt, ist das eine von den Scheißideen, von denen eingangs die Rede war.

Schlechter Witz über weißes Zeug

Auf allem lastet dicke Schicht;
Was mag das sein? Man weiß es nicht.
Vermutlich wurden über Nacht,
Rasierschaumdosen leer gemacht.

Und ist erst alles eingeschmiert,
Dann wird das ganze Land rasiert.
Sein Zustand macht die Götter krank,
Drum hobeln sie den Erdball blank.

Entschuldigung, hab’ Spaß gemacht
Und hoffe sehr, dass einer lacht.
Man trinke ruhig einen Tee,
Das weiße Zeug, das ist nur Schnee.

(Trithemius.twoday.net Januar 2010)

Strich ist Schnur

Text, Layout & Gif-Animation JvdL


Zeitweise bot YouTube zur Sprache im Video „Thomas Haendly bügelt mein Hemd“ eine automatische Transkription an. (Die Funktion finde ich derzeit nicht mehr.) Obwohl Thomas Haendly deutlich spricht, kam ein herrlicher Unsinn heraus, nämlich diese Sätze, die ich in einem typografischen Schaubild zusammengestellt habe.

Klaus lächelt

Festplatten-Fundstück, Grafik: JvdL Heute habe ich den ganzen Tag herumgesessen und erfolgreich gar nichts getan. Deshalb gibt es nur ein Festplatten-Fundstück, eine Gif-Animation, die ich irgendwann aus einer Zeichnung gefertigt habe und für die ich keine Verwendung hatte. Jetzt dokumentiere ich damit mein Nichtstun.

Radio Gaga – Geräusche in der Nase

Die folgende Gif-Animation ist ein Dachboden- Festplattenfund, ursprünglich veröffentlicht im Teppichhaus Trithemius auf der versunkenen Plattform Blog.de. Ich fand nämlich die Quelldatei wieder und konnte sie für das Teestübchen anpassen. Zu sehen sind Standbilder von der Webcam eines Radiosenders aus dem Jahr 2009. Von wegen „Ist ja Radio.“
Die Webcam sieht alles.
Viel Vergnügen!

Hier gibt es keine Rezepte – Webcam-Standbilder, Text und Animation: JvdL

Kurt Schwitters – Automayers (1924)

Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer an den Empfangsgeräten. Heute einmal zur Abwechslung kein Text, sondern eine Tondatei in Ihrem Teestübchen Trithemius, nämlich das kuriose Stück „Automayers“ von Kurt Schwitters. Sein Werk ist seit dem Jahr 2019 gemeinfrei. Ich habe die Tondatei allerdings schon am 9. Dezember 2006 eingesprochen, also vor ziemlich genau 14 Jahren. Viel Vergnügen beim Hören.

Schmutziger Eintrag zum Weltputzfrauentag

Am heutigen 8. November ist der Weltputzfrauentag. Da erinnere ich mich, dass ganz hinten im Teestübchenlager eine Gif-Animation liegt, die mal dringend abgestaubt werden muss. Die Fotovorlage stammt übrigens aus einer Anzeige in der längst eingestellten Zeitschrift Kristall aus den 1950-er Jahren, die ich einmal antiquarisch im Aachener Zeitungsmuseum erstanden habe – mitsamt ihrer antiquierten Rollenbilder. Ich veröffentliche den „Schmutzigen Eintrag“ auch als kleine Atempause von „Jüngling der Schwarzen Kunst.“ Da geht es morgen weiter.

Gif-Animation JvdL

Was zum Lachen

Ich kann keine Witze erzählen, weil ich die Pointe immer verlache. Dabei heißt es doch, man könnte sich selbst keinen Witz erzählen, weil man die überraschende Pointe schon kennt, sie folglich nicht überraschend kommen kann. Bei mir geht das schon. Verlacht habe ich auch das Gedicht Himmelsklöße von Joachim Ringelnatz, als ich es meiner Freundin vorlesen wollte. Es ist zu lustig. Lesen Sie selbst [Abdruck in originaler Orthographie]:

Himmelsklöße
(Das Spiel, das Frau Geheime Hofrat Anette von Belghausen Berlin S. W., Königgrätzerstr. 77I, als Kind so gern gespielt hat.)

Je mehr Kinder dabei mitmachen,
Umso mehr giebt es nachher zu lachen.

Dicke Papiere sind nicht zu gebrauchen.
Man muß Zeitung oder Briefe von Vaters Schreibtisch nehmen.
Keiner darf sich schämen,
Das Papier mit der Hand in den Nachttopf zu tauchen.
Wenn es ganz weich ist, wird es zu Klößen geballt
Und mit aller Wucht gegen die Decke geknallt.
Man darf auch vorher schnell noch Popel hineinkneten.
Solche Klöße bleiben oben minutenlang kleben.
Jedes Kind muß nun unter einen der Klöße treten
Und den offenen Mund nach der Decke erheben.
Vorher singen alle im Rund:
„Lieber Himmel tu uns kund,
Wer hat einen bösen Mund.“
Bis der erste Kloß runterfällt
Und trifft zum Beispiel Fannis Gesicht.
Dann wird die Fanni umstellt.
Und alle singen (nur Fanni nicht):
„Schweinehündin, Schweinehund!
Himmelsklöße taten kund:
Du hast einen bösen Mund.
Sperrt sie in den Kleiderschrank
Wegen ihrem Mordsgestank.“

Steckt eurem Vater frech die Zunge
Heraus. Und ruft: „Prost Lausejunge!“
Dann — wenn er vorher auch noch grollte —
Vergißt er, daß er euch prügeln wollte
(1924)