Standfoto der Woche – Abstellplätze gegen Probleme

aus: NÖN.at – Niederösterreichische Nachrichten/Regionalausgabe Neulengbach

Eine Baustelle in Kirchstetten macht nicht näher genannte Probleme an der 3,2 Kilometer entfernten Bahnstation Ollersbach. Darum ist ein anerkannter Problemlöser, nämlich kein geringerer als Landesrat Ludwig Schleritzko (mit der Brille in der Bildmitte hinter der Park&Ride-Tafel) extra aus der Landeshauptstadt St. Pölten angereist, um feierlich zehn Abstellplätze zu eröffnen. Nicht alle haben Grund zur Freude, zehn Abstellplätze und 14 Personen, da hat der ungenannte Pressefotografen der NLK (Niederösterreichische Landeskorrespondenz = Pressedienst der NÖ Landesregierung) vier von ihnen quasi illegal abgestellt. [Gefunden vom geschätzten Kollegen noemix.]

Laudatio
Problemlöser hin oder her, wie dargestellt, braucht es drei gestandene Mannsbilder und elf Unterstützer, eine Papptafel mit gewichtiger Botschaft zu halten. Die damit einhergehende Mühsal ist auf dem Foto nicht zu sehen. Es ist dem Fotografen gelungen, fröhlich in die Kamera lachende Herren abzulichten. Wie es sich für einen Problemlöser gehört, ist besonders dem Landesrat die Schilderlast nicht anzumerken. Die Botschaft: Problemlösen – für mich pipileicht. Im Bild nicht zu sehen, ob bei der feierlichen Problemlösung Alkohol geflossen ist und ob auch getanzt wurde. Leider hat sich keine Vertreterin des weiblichen Geschlechts bereit gefunden, an dem wichtigen Event teilzunehmen. Typisch die Frauen mal wieder.

Herzlichen Glückwunsch an den zu Unrecht ungenannten Pressefotografen der NLK
Drei Punkte auf der nach oben offenen Humorskala

Standfoto der Woche – Der verhinderte Spatenstich

Manchmal kommt der Mensch in die unglückliche Situation, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Man wird gegrüßt, derweil man einen Löffel Suppe im Mund hat, verschluckt sich an einer Erbse und ringt mit dem Tode. Nach gewonnenem Kampf kann man sich den Gegengruß sparen, denn die zu grüßende Person ist längst weg. Ein ähnliches Unglück widerfuhr dem Guntramsdorfer Gemeinderat Manfred Biegler (im Bild unten ganz rechts). Es gelang ihm nicht, einen der örtlichen Feuerwehr zu überreichenden Spaten beizeiten loszulassen. Ob ihn eine Erbse im Schlund plagte und den Handkrampf auslöste, ist im Foto nicht ersichtlich, kann aber als gesichert angenommen werden.

aus: Niederösterreichische Nachrichten (NÖN)/ Regionalausgabe Mödling“ (Online-Ausgabe)

Gefunden von: noemix. Der geschätzte FvZf-Kollege schreibt dazu:
»Eklat im Gemeinderat: Bürgermeister Robert W. (links) versucht den Repräsentanten der Freiwilligen Feuerwehr Guntramsdorf den Goldenen Guntramsdorfer Gemeinderatsspaten zu überreichen, aber Gemeinderat Manfred B. (rechts) weigert sich, ihn loszulassen.«

Laudatio
Der Umbau des Guntramsdorfer Feuerwehrhauses muss leider warten, denn ein Spatenstich mit einem Spaten, an dessen Griff noch ein Gemeinderat hängt, gilt als heikel, mithin zu gefährlich und ist in Niederösterreich baupolizeilich verboten. Die Enttäuschung ist groß. Ungeduldige Guntramsdorfer Feuerwehren fragen, wann endlich die neue Ära des Guntramsdorfer Feuerwehrhauses anbrechen wird. Den Grund für die Verzögerung zeigt Fotograf Alexander Handschuh, Kommunikationsleiter der Marktgemeinde Guntramsdorf und Ortsparteiobmann der SPÖ, mit einem erstklassigen Beweisfoto und erhält folglich den Ehrenpreis der Freundinnen verschmockter Zeitungsfotografie (FvZf).

Herzlichen Glückwunsch, Herr Handschuh!
Fünf Punkte auf der nach oben offenen Humorskala

Freundinnen verschmockter Zeitungsfotografie

Zu den versunkenen Highlights des Blogs Teppichhaus Trithemius bei Blog.de gehört die Rubrik „Standfoto der Woche.“ Dazu wurde wöchentlich ein Zeitungsfoto aus der Aachener Lokalpresse prämiert, um die schwierige Arbeit der Fotografierenden für die Lokalpresse zu würdigen. Der Auftrag lautet Leserbindung, und die formalen Vorgaben sind klar: Die wichtigsten Personen müssen mit dem Anlass der Abbildung zu sehen sein. Diese Zeitungsfotos zeigen inszenierte Wirklichkeit und sind oft ungewollt komisch. Mit dem gestrigen Beitrag über die Kurt-Schwitters-Gedenktafel habe ich den Verein der Freundinnen verschmockter Zeitungsfotografie wiederbelebt und rufe hiermit zur Mitwirkung auf.

Werden Sie Mitglied im Verein, indem Sie ein verschmocktes Foto aus Ihrer Lokalpresse scannen und zusammen mit den wichtigsten Daten (Bildanlass, abgebildete Personen, fotografiert von, Bildquelle Zeitung) an die Redaktion des Teestübchens senden. (Mailadresse im Impressum) Wenn Sie mögen, begründen Sie noch, warum das Foto preiswürdig ist. Zur Anregung ein hübsches Beispiel aus dem Jahr 2008:
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Große Entdecker feiern – sich

Im August 2018 durfte sich der Bezirksstadtrat von Berlin Mitte für die Entdeckung eines 20 Meter langen Stücks der Berliner Mauer feiern, denn das war mal klar: „Die Mauer? Konnt ja keener wissen, wo det Ding jestanden hat.“

Im Herbst 2021 dürfen sich die Amtsträger aus Hannovers Stadtbezirk Mitte für eine noch überraschendere Entdeckung feiern. Schon 73 Jahre nach dem Tod des größten Künstlers der Stadt, Kurt Schwitters (* 20. Juni 1887 – † 8. Januar 1948), hat man sein Geburtshaus gefunden. JUHU! Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch berichtet der Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ): „Unser Stadtarchivar ist leider in Elternzeit.Trotz Doppelbelastung gelang es ihm herauszufinden, wo genau der berühmte Sohn das Licht der Weltstadt Hannover – Kuckuck! – erblickt hat, nämlich in der Rumannstraße 8. Ich habe mir einen Knoten ins Ohr habe natürlich sofort eine Gedenktafel aufstellen lassen, damit wir’s nicht wieder vergessen.“

HAZ vom 11. November 2021 – größer: Klicken

Der Ehrenpreis der Freunde verschmockter Zeitungsfotografie (FvZf) geht an die Fotografin Samantha Franson. Sie hat den Moment der Gedenktafelenthüllung kongenial im Bild festgehalten.

Im Vordergrund des prämierten Bildes sehen wir die üppig mit roten Bändern geschmückte noch verhüllte Gedenktafel, daneben Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch. Sie trotzt dem Regen allein mit einer Brille auf dem Kopf und liest vom Zettel, was ihre frierende Gehilfin (mit Rucksack) bei Wikipedia abgeschrieben hat. Links etwas zurück stehen vier Kulturschranzen „Honoratioren“ (HAZ) unter drei aufgespannten Schirmen in rot, grau und bleu (von links), eine sich ehrlich schämende fünfte Person hat sich hinter einem desinteressierten Würdenträger verborgen und muss zur Strafe im Regen stehen. Die Harmonie des Bildes wird gestört durch abgestellte Dinge, eine Tasche und drei Fahrräder, was schon mal zeigt, wie der Text auf der Gedenktafel lauten muss, nämlich: „Kurt Schwitters sein Geburtshaus. Fahrrad abstellen verboten – und Taschen auch!“ Am linken Bildrand ragt ein linker Fuß ins Bild, der hoffentlich ein rechtes Gegenstück hat. Sonst gehört der auch verboten. Der Text im Bildkasten ist überschrieben mit „Für Schwitters im Regen.“ Kurt Schwitters (z.Zt. Stadtfriedhof Engesohde) freut sich einen Keks.

Samantha Franson: 4 Punkte auf der nach oben offenen Humorskala!

Ein Rabbi und ein Schafzüchter reimen

„Laiendichterwettbewerb im New Yorker Madison Square Garden. Im Finale stehen ein New Yorker Rabbi und ein australischer Schafzüchter. Sie bekommen die Aufgabe, ein Spontangedicht zu verfassen, das sich auf Timbuktu reimt. Der Rabbi geht als erster auf die Bühne:

„I was a Rabbi all my life,
had no children had no wife,
read the bible all time through
on my way to Timbuktu.“

Riesenbeifall, alles denkt, der Rabbi hätte gewonnen. Da kommt der australische Schafzüchter auf die Bühne:

    „When Tim and I to Melbourne went,
    we met three Ladies in a tent.
    As they were three and we where two
    I booked one and Tim booked two.“

[übermittelt von Rolf Wenkel im Teppichhaus Trithemius bei Twoday.net]

Zeitumstellung und Laub

Einheitliche Uhrzeiten sind notwendig. Ende der 1970-er Jahre hat sich der belgische Staat einmal aus der Regelung der Zeitumstellung ausgeklinkt. Damals hatte ich quasi geschäftliche Kontakte zum Nachbarland, musste mich demgemäß manchmal verabreden. Da wurde es nötig, bei einer Uhrzeit immer auch zu vereinbaren, welche dann gilt, „Wir treffen uns um 15 Uhr eurer Zeit“ oder „unserer Zeit.“ Da wir zur erneut drohenden Zeitumstellung wieder mal Gartenmöbel umstellen müssen, diesmal in den Keller, so man welche hat, droht die Gefahr, dass Gartenmöbel- und Kellerbesitzer und Gartenmöbel- und Kellerhabenichtse sich zeitlich auseinander dividieren wie einst ich und die Belgier.

„Ich und die Belgier“ klingt eventuell seltsam, doch ich gebe zu bedenken, dass ich eine definierte oder definierbare Person bin, die Belgier aber eine willkürliche Ansammlung von nicht definierten Personen sind, das Wort quasi ein Sammelbegriff ist. Wobei ich jetzt nichts Nachteiliges über Belgier sagen will, aber froh bin, dass ich bei den verabredeten Treffen mit konkreten Personen belgischer Nationalität zu tun hatte und mir keine Ansammlung nicht definierter Personen auf die Pelle gerückt ist.

Wer keine Gartenmöbel hat, so ungerecht ist die Welt, muss sich leider selbst zurückstellen. Dazu nehme man die Uhr in die Hand und trete im Uhrzeigersinn zurück. Gartenmöbelbesitzer (grammatisches Geschlecht) und zusätzlich männlich (biologisches Geschlecht) sollten, während sie die Möbel in den Keller bringen, den dort deponierten Laubbläser unbedingt ignorieren, also keinesfalls mit nach oben und sogar in Betrieb nehmen. Ihr Betrieb ist nach der Zeitumstellung nur zwischen vier und sieben Uhr in der Früh erlaubt, und um diese Zeit ist’s ab November garantiert noch zappenduster. Guten Morgen

Wundersames Titanic-Magazin [#Humorkritik]

Es gibt ja so Ideen, bei denen jeder spontan rufen mag:
„Ja, das ist es!“, die sich aber bei näherer Betrachtung als Ideen erweisen, die man besser für sich behält. Mindestens die Hälfte aller Werbespots beruhen auf solche Ideen.
In der Reha besuchte mich ein Freund aus Studientagen und brachte mir ein aktuelles Titanic-Magazin mit, dachte wohl, ich könnte eine professionelle Aufmunterung vertragen. Zuerst fiel mir auf, dass das Magazin auf dickerem Papier als früher gedruckt ist, so dass ich immer wieder dachte, ich hätte zwei Seiten zwischen den Fingern, und wenn es mir gelänge, die auseinander zu fummeln, spränge mich der bislang verborgene Witz an, würde mich quasi aus den Socken hauen.

Dass ich meine Socken anbehalten konnte, spricht schon mal für das dickere Papier. Ich will nichts Falsches behaupten, aber alles, was ich las, kam mir vor wie von einem KI-Programm geschrieben, das die Witze der Welt zusammengeklaubt hat und daraus künstlichen Humor generiert. Vielleicht war das Heft ein Test. Vielleicht wollten pfiffige Verlagskaufleute herausfinden, ob die treuen Titanicleser den Fake merken. Wenn keiner aufmuckt, ließe sich viel Geld sparen. Und wenn sich mal einer beschwert: „Ich musste nicht schmunzeln“, sagen die schlau: „Sie haben einfach zu viele Seiten überschlagen.“ Ehrlich gesagt, ist das eine von den Scheißideen, von denen eingangs die Rede war.

Schlechter Witz über weißes Zeug

Auf allem lastet dicke Schicht;
Was mag das sein? Man weiß es nicht.
Vermutlich wurden über Nacht,
Rasierschaumdosen leer gemacht.

Und ist erst alles eingeschmiert,
Dann wird das ganze Land rasiert.
Sein Zustand macht die Götter krank,
Drum hobeln sie den Erdball blank.

Entschuldigung, hab’ Spaß gemacht
Und hoffe sehr, dass einer lacht.
Man trinke ruhig einen Tee,
Das weiße Zeug, das ist nur Schnee.

(Trithemius.twoday.net Januar 2010)

Strich ist Schnur

Text, Layout & Gif-Animation JvdL


Zeitweise bot YouTube zur Sprache im Video „Thomas Haendly bügelt mein Hemd“ eine automatische Transkription an. (Die Funktion finde ich derzeit nicht mehr.) Obwohl Thomas Haendly deutlich spricht, kam ein herrlicher Unsinn heraus, nämlich diese Sätze, die ich in einem typografischen Schaubild zusammengestellt habe.

Klaus lächelt

Festplatten-Fundstück, Grafik: JvdL Heute habe ich den ganzen Tag herumgesessen und erfolgreich gar nichts getan. Deshalb gibt es nur ein Festplatten-Fundstück, eine Gif-Animation, die ich irgendwann aus einer Zeichnung gefertigt habe und für die ich keine Verwendung hatte. Jetzt dokumentiere ich damit mein Nichtstun.