Achter November – Weltputzfrauentag

Immer wieder schön – Montage: JvdL

Mit Dank an Kollegen noemix für die Erinnerung.

Nicht mehr mein Land

Ein bedauerlicher Effekt des Klimawandels ist das schamhafte Schweigen der Laubbläser. Vorbei die Zeiten, als schon im September die Männer mit Laubbläsern anrückten und die ersten dürren Blätter mit Lärm bekämpft haben. Da wurde dem Laub das faule Herumliegen gründlich ausgetrieben, auch das unverschämt laffe Kleben auf feuchten Gehwegen nicht länger geduldet. Wir können unseren Kindeskindern nur unzulänglich vorschwärmen, wie spätestens im Oktober das dürre Laub in Wellen davon geblasen wurde, wie tapfere Männer inmitten von Laubschwaden sich behauptet haben, die Gebläse todesmutig hineingehalten haben in dickste Laubhaufen, ohne je am Sinn ihres Tuns zu zweifeln. Echte Kerle eben, nicht solche Luschen mit „Flugscham“ und derlei lachhafter Klimabesorgnis. Wenn schon die Städte den Schwanz einziehen und das Laubblasen kaum noch wagen, wo sind die mutigen Besitzer privater Laubbläser? Hat der liebe Gott alle beim Scheißen erschlagen? Das wollen wir doch nicht hoffen. Ein Land ohne die vertraute Bigband der Laubbläser, ist das noch unser Land?

Man wird doch hier wohl noch laubblasen dürfen.

Als im Land noch zur Ordnung geblasen wurde, Bilder aus dem Jahr 2012 – Fotos und Gifanimation: jvdl

Neues vom Schwamm

Ein schwammiger Kerl, schwammiges Gesicht, schwammige Aussagen, – solche Attribute haben eine ganz andere Qualität, seit bekannt wurde, dass Mensch und Schwamm eng verwandt sind. Ein Forscherteam unter Beteiligung zweier Professoren von der Universität Göttingen behauptet nämlich, dass bei Schwamm und Mensch ganze 70 Prozent der Erbmasse identisch sind. Um das herauszufinden, sind die Wissenschaftler fünf Jahre ins Great Barrier Reef abgetaucht, und jetzt ist auch nicht auszuschließen, dass an Stelle eines Wissenschaftlers schon mal der eine andere Schwamm wieder aufgetaucht ist und an Bord des Forschungsschiffes ging. Sie sehen sich ja so verteufelt ähnlich. Nur dass der Schwamm keine Taucherbrille braucht und man Göttinger Professoren nicht in einen Eimer tauchen kann, um das Auto zu putzen; ganze 30 Prozent passen nicht in den Eimer. Das sind so ziemlich die einzigen Unterschiede. Derweil flirtete der Wissenschaftler da unten mit einer Schwämmin, musste dann aber feststellen, dass Schwämme Zwitter sind und zur Fortpflanzung keine Geschlechtspartner benötigen. Also wurde es nichts mit Professorenkinderschwämmen. Wäre sowieso quasi Inzucht gewesen. Hoffentlich war das Schiff noch da, als der/die Schwamm dem Wissenschaftler endgültig einen Korb gab.

Bevor jetzt aber der Schwamm Stimmrecht in der UNO bekommt, wäre es doch gut zu wissen, ob uns nicht andere Lebewesen ein bisschen näher verwandt sind. Was ist beispielsweise mit der Banane, dem Nacktmull oder dem Schwein? Egal jetzt. Fast visionär vorausgesehen hat die enge Verwandtschaft zwischen Mensch und Schwamm mein Freund Rudolf. Es ist nämlich so: Wozu der Wissenschaftler jahrelang ins Great Barrier Reef abtaucht, das weiß der Künstler längst. Tretet dAdA rein!

    Ein Schwamm schwamm im Schlamm.
    Dann verschwand der Schwamm im Schlamm.
    Und dann schwamm ein Mann im Schlamm.
    Dann verschwand der Mann im Schlamm.
    Und dann verschwand der Schlamm.
    Und dann?

    (Rudolf Löhrer)

Teestübchen Sevice – Heute: Waldbaden

Waldbaden ist der ganz heiße Scheiß. Der Natur ganz nah sein. Das Original japanische „Shinrin Yoku“, was soviel heißt wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“, ist ja so gesund für Körper und Geist. Für „Shinrin Yoku“ brauchts keine lange Flugreise nach Japan, … obwohl (siehe unten). Theoretisch geht Waldbaden auch im heimischen Wald. Und gibt es keinen vor der Haustür – ruhig Hinfahren, wenn es sein muss mit dem SUV, falls man grad nicht über einen kleineren Zweitwagen verfügt. Und jetzt kommt das große Aber:


Na, das bringts doch net. Also besser gleich hinfliegen zu gesunden, kraft- und saftstrotzenden Wäldern für den echten Waldbadegenuss.

Kuriose Rituale (4) – Sitzbank stiften

Blogkollegin KaetheMargarethe erinnerte in einem Kommentar zu den Riesenschecks an „Theaterstühle, verziert mit Plaketten, auf denen der Spendername in Messing graviert, Bänke an Wanderwegen mit eingebrannten Gebernamen.“ Einen Sitz oder eine Bank zu stiften und mit Messingplakette zu versehen, ist auch eine kuriose Weise, sich selbst zu feiern, ist quasi ein geheimes Ritual, obwohl sich im Netz auch hierzu Fotos finden. Hier das Beispiel einer Eigentumsplakette aus Hannover mit Foto und Gedicht von mir: