In eigener Sache – Teestübchen Relaunch

Meine lieben Damen und Herren,

das Malheur, als im Jahr 1991 aus dem Karamell-Keks-Schokoriegel Raider Twix wurde, hat sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Eine eingeführte Marke zu ändern, enttäuscht Erwartungen. Das gilt auch für ein vertraut gewordenes Erscheinungsbild. Obwohl ich das weiß, habe ich mich zu einem neuen Header für das Teestübchen entschlossen. Aufmerksamen Beobachterinnen war nicht entgangen, dass die Monate in letzter Zeit nur nachlässig ausgetauscht wurden.

Auch fand ich den Witz der Unterzeile nach drei Jahren abgedroschen. Hauptgrund für den Relaunch war, dass ich den Header ständig an die Zeitläufte anpassen musste durch den alle vier Wochen auszutauschenden Monatsnamen. Ich konnte mich leider immer seltener überreden, das zu tun. Zu schnell rasten mir die Monate dahin. Sollte ich diese Unverschämtheit etwa weiterhin brav dokumentieren und somit die illegale Raserei im öffentlichen Zeitkontinuum gutheißen? Auch war ich es leid, Monat für Monat Tortenschicht auf Tortenschicht zu türmen und befürchtete zuletzt in den Fokus radikaler Feministinnen zu geraten, weils doch gegen Jahresende immer schwerer würde für die arme Frau, die das monatliche Tortendiagramm halten musste. Sie verdreht ja schon bei der Juli-Last die Augen.


Bekanntlich existierte auf der versinkenden Plattform twoday.net noch ein weiteres Trithemius-Blog. Dem zu Gedenken habe ich Elemente des alten Teppichhaus-Headers in das neue Teestübchenlogo übernommen. Die Wendung „Nur unscharf berechenbare Randzone“ verdanke ich übrigens dem Wiener Musiker Martin Kratochwil, der als Martin Kurzweil einige Jahre zu den engen Blogfreunden des Teppichhauses Trithemius gehörte, zu lesen in seinem Kommentar unter diesem Text im Teppichhaus-Archiv. Da steht: „Mensch, Hund und Pferd hatten die selbstverständliche Schönheit der Karrenspurpfützen zertrampelt. Wusstest du eigentlich, dass man die chaotischen Randzonen zertrampelter Pfützen mathematisch gar nicht recht beschreiben kann? Es gibt eine Mathematik, mit der es annähernd geht. Man macht, glaube ich, auch Mandelbrotgrafiken mit ihr.“ Martin Kurzweil schreibt:

hallo jules, mir gefällt ja, dass man diese randzonen nicht genau berechnen kann. und der begriff randzone selbst, der gefällt mir erst recht – in letzter zeit interessiert mich wieder verstärkt die kultur, die in sogenannten kulturellen randzonen – also abseits des mainstream und der mega-events – stattfindet.
mit lieben grüssen aus der nur unscharf berechenbaren randzone
martin

Qualität abseits des Mainstreams, das ist schon lange das Programm Ihres Teestübchens und soll auch so bleiben. Genauso ist die Unterzeile des Teestübchenheaders gemeint.
Beste Grüße

kopje koffie zur Musik von Martin Kurzweil?

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Über das Begraben der Leichen im Blei

Meine lieben Damen und Herren,
das Wort LEICHE – meint in der bildereichen Druckersprache ein vom Setzer vergessenes Wort im Drucksatz. Das nachträgliche Einfügen der versehentlichen Auslassung heißt: Eine Leiche begraben. Eine Leiche zu begraben konnte im Bleisatz mit der Hand sehr viel Zeit und Mühe kosten, wenn sie nämlich im fortlaufenden Blocksatz vergraben werden musste und der nächste Absatz in weiter Ferne lag. Eine schöne Anekdote über das Begraben einer Leiche steht in Mark Twains Autobiographie.

Twain arbeitet als Schriftsetzer in der Druckerei einer Kleinstadt. Der berühmte Gründer der Campbelliten, Alexander Campbell, aus Kentucky kommt in die Gegend und erteilt der Druckerei den Auftrag, eine seiner Predigten zu drucken. Twain berichtet:

Wir druckten die ersten acht Seiten an einem Donnerstag. Dann setzten wir die restlichen acht, legten sie in die Schließplatte und machten einen Probeabzug. Wales las ihn und stellte mit Schrecken fest, daß ihm eine „Leiche“ unterlaufen war. Es war eine ungünstige Zeit dafür, denn es war Samstag, kurz vor Mittag, und Samstagnachmittag hatten wir frei und wollten zum Angeln gehen. Ausgerechnet jetzt mußte Wales eine „Leiche“ passieren! Er zeigte uns, was geschehen war. Er hatte in einer engzeilig bedruckten Seite mit durchgehendem Text zwei Wörter ausgelassen. Erst zwei oder drei Seiten danach kam ein Absatz. Was um alles in der Welt sollten wir bloß tun? All diese Seiten neu zu umbrechen, um die zwei Wörter einzufügen? Das würde eine Stunde dauern. Dann mußte dem großen Prediger ein Korrekturabzug übersandt werden, wir mußten warten, bis er ihn gelesen hatte, und dann die Fehler korrigieren, die er eventuell entdecken würde. Es sah aus, als ob wir den halben Nachmittag drangeben müßten, bevor wir uns davonmachen konnten.

Da hatte Wales eine seiner blendenden Ideen. In der Zeile, in der er etwas ausgelassen hatte, kam der Name Jesus Christus vor. Wales kürzte ihn nach französischem Muster ab: J. C. Jetzt hatten wir Platz für die ausgelassenen Wörter, aber nun fehlten in einem besonders feierlichen Satz 99 Prozent der Feierlichkeit. Wir ließen den Korrekturabzug wegbringen und warteten. Aber nicht lange. Unter diesen Umständen hatten wir vorgehabt, zum Angeln zu gehen, bevor der Abzug zurückkam, aber wir waren nicht schnell genug. Plötzlich erschien am anderen Ende des fast zwanzig Meter langen Raumes der große Alexander Campbell mit einem Ausdruck im Gesicht, der Düsterkeit verbreitete. Er schritt auf uns zu, und was er sagte, war kurz, aber sehr streng und unmißverståndlich. Er erteilte Wales eine Lehre. Er sagte: „Solange du lebst, vermindere nie mehr den Namen des Erlösersl Schreib‘ ihn immer ausl“ Er wiederholte diese Ermahnung mehrmals, um sie stärker wirken zu lassen. Dann ging er.

Soweit Mark Twain. Die gotteslästerliche Geschichte geht noch weiter, man lese sie ganz in seiner Autobiographie, zugestellt v. Charles Neider, dt. Diogenes 1985 v. Gertrud Baruch. Heute vergraben moderne Textverarbeitungen eine Leiche so schnell, dass man gar nicht sieht, wie es geht. Schwupp ist sie weg. Alles geht so leicht, dass es schon ganz obszön ist. Diese Plastizität digitaler Texte gibt uns die Möglichkeit, unsere Tippfehler, Auslassungen und Rechtschreibfehler spurlos zu beseitigen. Die Kommentarkästen in fremden Blogs, die keine Korrektur erlauben, sind die letzten Reservate für die einst so frechen Druckfehler. Darum soll die kommende Woche im Teestübchen ganz im Zeichen des Fehlers stehen.

Schöhnes Wochenände!

Hurra – Die schönsten Augen sind da! – Reklame

Die Tage vergehen, mal wir es dunkel, mal wird es hell, und dieses Regelmaß lässt einen denken, es werde immer so weiter gehen. Durchbrochen wurde es gestern bei mir, als ich nämlich Schmerzen in meiner Hand spürte, die mich schwach erinnerten an jene, die vor jetzt sechs Jahren dem Herzinfarkt vorausgegangen waren. Schon stand mir wieder meine eigene Endlichkeit vor Augen und ich bedauerte, dass ich mein jüngstes Buch vielleicht gar nicht mehr zu Gesicht bekommen würde. Zum Glück war’s nur Chirospasmus.

Bedingt durch vorweihnachtlichen Trubel bei e-publi ist nämlich das Belegexemplar meines Buches nicht produziert worden. Und wenn einmal der Wurm drin ist; eine, zwei zusätzliche Pannen haben dazu geführt, dass ich das Buch heute erst bekam. Welche Freude, also nicht das „erst“, sondern „bekam.“ Denn es ist mit Abstand das schönste Buch aus der Edition Teestübchen Trithemius, inwendig gestaltet von Christian Dümmler, einem echten Buchkünstler, nicht von einem Wald- und Wiesen-Typografen, sprich Schriftsetzergesellen wie ich einer bin.
Es besteht also jetzt die Gelegenheit, dieses Büchlein zu meinen Lebzeiten zu erstehen. Nicht dass einer kommt, will eine Widmung und kriegt sie nicht, weil ich schon versehentlich gestorben bin. Ich will’s nicht heraufbeschwören, sondern sag’s ja nur.

Jules van der Ley
Die schönsten Augen nördlich der Alpen
46 schräge Geschichten,
156 Seiten (mit echten Buchstaben)
Verlag e-publi/Edition Teestübchen Trithemius

TB 14,99 Euro
ISBN 978 3-7560681

natürlich auch als e-book
1,99 Euro

Teestübchen Humorkritik zum neuen Jahr

Silvester habe ich gemütlich zu Hause verbracht, habe mich nach Kräften bemüht, die schon nachmittags einsetzende Knallerei zu ignorieren. Es sind ja namentlich die Jungmänner, denen die Raketen viel zu früh abgehen. Wegen dieser pubertierenden Last den ganzen Abend über habe ich mir also das unsägliche Silvester-Fernsehprogramm angeschaut. Die Privatsender habe ich wie immer gemieden. Man will sich ja nicht in den letzten Stunden des alten Jahres noch die guten Sachen schmantig machen.

Neben den nur Minuten erträglichen Silvestershows des ersten und zweiten Programms gab es auf den 3. Kanälen die obligatorischen Wiederholungen von Dinner for One sowie die Silvesterausgabe von Wolfgang Menges „Ein Herz und eine Seele.“ Diese Jahr um Jahr mehrfach und zeitversetzt gesendeten Konserven rühren an die kindlichen Seelen der Deutschen, wie einst im Kinderzimmer Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg bis zum Erbrechen gehört wurden. Das Kindische Hören und wieder Hören des immer Gleichen rührt an eine anthropologische Konstante überhaupt, die ihren Urgrund in der ständigen Wiederkehr von Ebbe und Flut hat und deren Echo wir im lustvollen Hin und Her des Geschlechtsakts finden.

Sind die parallel zu den Silvestershows gesendeten Zusammenstellungen von Sketchen aus 50 Jahren TV-Geschichte darum verzeihlich? Wie die tätowierten Unterarme von Kassiererinnen in einigen Supermärkten Einstellungsvoraussetzung zu sein scheinen, so werden in den Unterhaltungsabteilungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nur Redakteure mit bestimmten geistigen Defekten Präferenzen eingestellt. Man darf sich derlei Bewerbungsgespräche etwa so vorstellen: Der Bewerber sitzt beim Einstellungsgespräch arglos in einem leeren Raum, und dann kommt jemand herein, der eine Brille aus Glasbausteinen trägt und katastrophal schiefe Zähne im Maul hat, gerne auch vorstehend und mit beachtlichen Lücken. Beim Sprechen offenbart sich ein Sprachfehler. Wenn der Bewerber darob spontan in Gelächter ausbricht und vom Stuhl fällt, hat er sich qualifiziert; er hat die Grundzüge öffentlich-rechtlichen Witzes verstanden. Später lernt er eine weitere Grundlage, dass bei Sketchen zur Krönung der Pointe der Protagonist saublöd in die Kamera gucken muss, damit auch der dümmste Zuschauer versteht, das wars jetzt.

Großgewachsene Frauen tragen, um nicht größer als ihr Mann zu sein, gerne Unterbodenschuhe, solche, deren flache Sohlen die Erdanziehung verstärken und die Füße stets etwas unter die Grasnarbe zu ziehen scheinen. Das ist auch das Niveau der meisten Sketche. Es kann schon sein, dass derlei Unterbodenwitz massentauglich ist, jedenfalls in den Augen verantwortlicher Redakteure, die ihre gesamte Zuschauergemeinde für strunzdoof halten.

Ich habe nur ein einziges Mal herzlich lachen müssen, und zwar geriet ich bei diesem Lachanfall in Atemnot, so dass ich das neue Jahr beinah nicht mehr erlebt hätte. Da bekanntlich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mit der Überalterung ihres Publikums zu tun haben, könnte die liebevoll im geistigen Kleingarten gehegte Flachheit der Witze auch fürsorgliche Gründe haben.

Alles in allem ist’s ein Hinweis darauf, dass auch das Jahr 2018 nur mit einer guten Portion echten Humors zu ertragen sein wird.

Ich wünsche Ihnen und euch ein frohes neues Jahr!

Teestübchen intern – Neuerscheinung

Meine lieben Damen und Herren,

hiermit tue ich kund und zu wissen, dass in der Teestübchen-Edition ein weiteres Buch erschienen ist. Es heißt: Die schönsten Augen nördlich der Alpen. Das Layout des Taschenbuchs hat der Nürnberger Typograf und Buchkünstler, mein Blogfreund Christian Dümmler gestaltet, und als Schrift die Arnhem fine gewählt, die der Niederländer Fred Smeijers Ende der 1990er-Jahre geschaffen hat. Die Titelgestaltung ist von mir. Die Texte darin sind weitgehend in den Teppichhaus/Teestübchen-Blogs erschienen, aber es gibt auch neues Material, so die Fortsetzung der Erzählung Mikroben. Alles ist natürlich sorgfältig von mir bearbeitet worden. Das Buch wird schon geraume Zeit auf dem Teestübchen-Weihnachtsmarkt angeboten. Aber ich musste mit der Ankündigung warten, bis es zumindest auch über Amazon zu haben war. Vor Weihnachten wird’s wohl nicht mehr klappen mit der Auslieferung des gedruckten Buches. Das E-Book käme allerdings rechtzeitig. Sonst: Nach Weihnachten gibt es auch noch ein literarisches Leben. Wenn der Winter so richtig begonnen hat, macht das Schmökern besonders viel Vergnügen.

Das Taschenbuch hat 156 Seiten, ist über die
ISBN: 9783745068344 zu bekommen,
kostet 14,99 Euro, E-Book 1,99 Euro.

Zum Anschauen bitte Bild klicken,
nähere Angaben zum Buch hier.

Beste Grüße

Neuerscheinung! Nachtschwärmer als gedrucktes Buch

Meine lieben Damen und Herren,

Von Dezember 2005 bis März 2006 veröffentlichte ich in meinem ersten Blog Teppichhaus Trithemius in regelmäßiger Folge das Format „Nachtschwärmer online“. Ich wohnte damals in Aachen in einer schönen hellen Altbauwohnung auf der ersten Etage, die allerdings einen Nachteil hatte: Genau auf Höhe der Fenster führte über einen Damm eine Güterbahnlinie Richtung Belgien vorbei. Ich kannte ihren Verlauf gut von meinen vielen Radtouren durch die Gegend. Sie hat etwas Wildromantisches, führt durch ein Hügelland mit einer Reihe von Tunneln, über gigantische Viadukte hinweg durch die skurrile Wallonie bis hin zu den verfallenen Industriegebieten an der Maas.

Ab und zu zogen an meinen Fenstern fauchende, dröhnende belgische Dieselloks vorbei und brachten das Geschirr in der Küche zum klirren. Obwohl es auch mir bis ins Mark ging, liebte ich diese Bahnlinie, denn sie beflügelte meine Phantasie. Ich malte mir aus, wie es wäre, auf ihr mit einer Draisine zu rollen. Diese Draisine stellte ich mir simpel vor, vier Eisenbahnräder und über den Achsen eine hölzerne Plattform. Sie brauchte ja keinen Antrieb. Ich selbst trieb sie schreibend mit meiner Tastatur an, saß auf der Plattform und neben mir saß eine geheimnisvolle Frau, die ihr Gesicht in einer Kapuze versteckte.

(Umschlag der Printausgabe Größer: Bitte klicken)

Denn was nutzt alle Romantik, wenn man sie nicht mit jemandem teilen kann. So erklärt sich der seltsame Stil der Nachtschwärmertexte. Die imaginäre Mitfahrerin ist das literarische Du, das ständig angesprochen wird. Der Nachtschwärmer erfreute sich bald großer Beliebtheit, besonders bei den Leserinnen. Sie konnten sich ja einfach in die Rolle der nächtlichen Mitreisenden versetzen. Diese Form des interaktiven Schreibens und Lesens war etwas Neues, dessen Folgen ich nicht voraussehen konnte. Weil im Blog die Grenze zwischen Ich-Erzähler und Autor sich zu verwischen scheint, kommt es rasch zu Projektionen. Heute verwende ich das literarische Du nur noch vorsichtig und selten. Als ich im Jahr 2014 das Manuskript aller Nachtschwärmertexte gesichtet habe, um daraus ein E-Book zu machen, fiel mir auf, dass sich mein Schreibstil über die Jahre verändert hat. Die Texte gefallen mir aber immer noch, obwohl ich die meisten Folgen unter Graseinfluss geschrieben habe. Zwischen 2005 und 2014 lagen neun Jahre. Nach dieser Zeit erlaubt die Distanz zum eigenen Text eine nüchterne Einschätzung. Mit dem Nachtschwärmer habe ich mich sogar an die Neunerregel des römischen Dichters Horaz gehalten. „Neun Jahre werde es (das Manuskript) zurückgehalten, um zu prüfen, ob es etwas tauge.“

Screenshot vom 29.03.2014 (größer klicken)

Anfangs war große Freude in der Verlagsabteilung von Teppichhaus Trithemius. Die Nachtschwärmer flatterte bis auf Platz 3 der Amazon-Bestsellerliste kostenloser E-Books. Leider brachen die Downloads ein, sobald das Buch etwas kostete. Seit kurzem gibt es Nachtschwärmer online als Buch – quasi offline 😉 – derzeit bei epubli,über den Buchhandel und durch Amazon. Schauen Sie selbst und bilden Sie sich ein Urteil über diesen Roman einer phantastischen Bildungsreise.

Viel Vergnügen beim Lesen,

Neuerscheinung! Buchkultur im Abendrot

Meine lieben Damen und Herren!

Ich möchte Ihnen heute ein gerade erschienenes Buch aus der Teestübchen-Redaktion ans Herz legen, das für uns als Schreibende und Lesende von Belang ist. Unter dem Einfluss von Computer und Internet ist die klassische Buchkultur dabei, sich radikal zu wandeln. Die Demokratisierung der buchtechnischen Schrift brachte neue Kommunikationsformen, Publikationsmöglichkeiten und Rezeptionsgewohnheiten. Alle Nutzer von Internet und Smartphone sind Teil dieses Wandels, treiben ihn als Handelnde voran und sind mitverantwortlich für den kulturellen Umbruch. Wir Bloggerinnen und Blogger bedienen uns der Techniken und Stilmittel, die überwiegend aus der Buchkultur stammen, stehen also noch mit einem Bein in der dreidimensionalen Buchkultur und tappen mit dem anderen ins nulldimensionale Internet. In allem, was wir schreiben und wie wir auf Geschriebenes reagieren, sind wir noch von der Buchkultur geprägt. Was von deren Besonderheiten erfolgreich an nachfolgende Generationen weitergereicht wird, wissen wir nicht. Der Medienwissenschaftler Marshall McLuhan sah das Ende der Buchkultur schon im Jahr 1968 gekommen, als die buchtechnische Schrift sich vom Blei löste und über Fotopapier ins Körperlos-Digitale entfleuchte.

In der Rubrik „Sprache, Schrift, Medien“ sind im Teestübchen Trithemius regelmäßig Beiträge erschienen. Diese Rubrik hieß in meinem Blog Teppichhaus Trithemius bei Twoday.net „Schriftwelt im Abendrot“. Ich habe Beiträge aus beiden Blogs sorgfältig überarbeitet, erweitert und zu Sinnzusammenhängen geordnet im Buch „Buchkultur im Abendrot“ zusammengefasst. Das Buch wendet sich an alle, die sich für Sprache, Schrift und Medien interessieren und an Fachpublikum. Es gibt zwei Fassungen:
Als E-Book, Preis 9,99 Euro hier
Als gedrucktes Buch, Preis 14,99 Euro hier und über den lokalen Buchhandel – ISBN: 978-3-74506-330-1
(Book on demand – dauert etwas länger als gewohnt.)

Beste Grüße, Ihr