Doodeln ohne Draht – Mitmachprojekt gegen das Verschwinden einer Kulturtechnik – erste Ergebnisse (2)

Doodel-welt
Fantastisch! Die erste beiden Reihen in unserem Doodle-Kosmos sind bereits bevölkert, aber nach oben hin ist noch Platz. Neu hinzugekommen ist das Pärchen von Videbitis, dem er folgenden Kommentar beigegeben hat:

Ich habe einfach mal losgelegt, der erste Entwurf, seit bestimmt 10 Jahren die ersten Männchen, die ich gezeichnet habe. Er: “Willst Du mir einen Blumenstrauß überreichen, oder ist das Deine Hand?!” Sie: “Sei bloß ruhig, du, du hast es nötig, ist das da ein Hut, oder ein gespaltener Kopf?” Tja, Männer und Frauen, das ist sowas …

Soeben noch hinzugefügt, das Männchen von Marana, das mich über Umwege erreichte. Ebenfalls neu ist die Zeichnung von juckplotz. Zu sehen ist Kilroy, ein weltweit populäres Männchen.

Im Theaterstück CAMINO REAL von Tennessee Williams (1953) tritt der junge Boxer Kilroy an eine Tafel und schreibt: „Kilroy was here“. Dieser Spruch umrundete bald den Globus. „‚Kilroy was here’ schrieben die amerikanischen Soldaten an die Abtrittswände in aller Welt“, schreibt Georg Hensel in seinem Schauspielführer „Spielplan“. In den 60er Jahren war “Kilroy was here” auch bei Schüler und Studenten populär. Die illustrierte Variante zeigt ein Männchen, das die dicke Knollennase über eine Mauerkrone hängen lässt. Aus: Der Name der Jecken steht an allen Ecken

Nachträglich erreichte mich noch ein Doodle von Herrn Leisetöne. Ich musste die Zusammenstellung deshalb ein wenig verändern, damit es perspektivisch wieder stimmte.

Die allgemeine Zustimmung zum Projekt ist groß, die Beteilung noch nicht. Den Gründen versuchen wir auf die Spur zu kommen in den Kommentaren unter diesem Beitrag. Ich werde bis heute Abend weitere Einsendungen platzieren, also nur Mut. Jede Zeichnung ist ein visueller Gewinn! Die Originalzeichnungen sind unten als Vorschaubilder zu sehen. Wer sie größer sehen und wissen will, wer da gedoodelt hat, den führt ein Klick aufs Bild ins entsprechende Blog.

Vielen Dank fürs Mitmachen,
Jules

Mitzi
Manfred-Voita
ohneeinander
Sylvia-WaldfrauvidebitisJuckplotzmaranaLeisetöne

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26 Kommentare zu “Doodeln ohne Draht – Mitmachprojekt gegen das Verschwinden einer Kulturtechnik – erste Ergebnisse (2)

    • Das Problem liegt noch ein bisschen tiefer, denn wir sehen nicht wirklich, ob und wieviel noch gedoodelt wird. Viele scheuen sich, eine derart expressive Äußerung öffentlich zu zeigen. Was eine Tastatur hervorbringt, ist ja von jeder Expression gereinigt, rein technisch anonyme Schrift. Es braucht überdies Mut, eine Zeichnung zu zeigen, wenn man nicht professionell zeichnet. Viele haben ziemlich krude Qualitätsanforderungen an sich verinnerlicht. Zu oft hat wohl jemand geringschätzig auf eine Zeichnung geguckt, angefangen bei schlechten Kunstlehrern. Da ärgerts mich besonders, wenn jemand einen blöden Kommentar rauslässt wie in Mitzis Blog, aber selbst nicht den Mut hat, etwas zu zeigen und sich damit könstruktiv zu exponieren.

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      • Offensichtlich gibt es, was die Qualität von Zeichnungen angeht, höhere Anforderungen. Schreiben kann ohnehin jeder, ist ja auch naheliegend, weil wir alle immer wieder einmal schreiben müssen. Zeichnen überlassen wir – wie das Singen und Musizieren – mit zunehmendem Alter gern den Spezialisten und halten uns dann raus – aber wir wissen immer noch, was gut und was weniger gut ist. Wenn dann Kritik kommt, dann doodelt man im Netz ohne Netz und doppelten Boden.

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        • Ganz anders wäre das mit dem Schreiben, wenn es handschriftlich nötig wäre. Dann würden sich viele scheuen, etwas zu veröffentlichen. Über die Qualität von Zeichnungen lässt sich trefflich streiten. Die Idee, was gut ist und nicht, ist oft von der Vorstellung von virtuosem gegenständlichen Zeichnen geprägt. Mein Mentor in Kunst, inzwischen Künstler und mein guter Freund erzählte mir von einem Ereignis bei einer Studienfahrt auf einer Fähre zu einer griechischen Insel, worüber wir immer gern lachen. Da sei er vom Gewirr der Beine vor den Stäben einer Reling fasziniert gewesen und habe das zeichnerisch einfangen wollen. Eine, wie er sagt „gute Schülerin“ sei hinter ihn getreten und habe spontan ausgerufen: „Herr L., Sie können ja gar nicht Zeichnen!“

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  1. Ich empfinde die Kommentare gar nicht als blöd. Habe ich etwas überlesen? Allerdings hätte ich mit mehr gedoodle, auch als Kommentar, gerechnet.
    Vielleicht ist es, wie du sagst. Man traut sich vor lauter Anspruch auf etwas besonders Gelungenes, nicht einmal mehr einfach drauf los zu malen. Schade eigentlich. Wir sollten einfach drauf los malen und kritzeln und uns den Anspruch auf Stimmigkeit und Sinnigkeit lieber für das gesprochene Wort oder die gemailten und geSMSten Sätze aufheben. Da denken wir eher zuwenig und zerschmettern schnell mal zu viel.
    Eine sehr charmante Zusammenstellung der Doodles.
    Liebe Grüße

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    • Es ist nur einer. Du hast Recht, beim Schreiben sind wir weniger pingelig auf eine Idee von Richtigkeit bedacht. Ich hatte nach der anfänglich großen Zustimmung auch mit mehr Beteiligung gerechnet. Aber vielleicht warten manche bis zuletzt. Für mich ist’s auch ein Test, was in dieser Community möglich ist. Dankeschön für dein Lob. Es gab ja nicht soviele Möglichkeiten der Zusammenstellung. 😉
      Lieben Gruß und schönen Abend!

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  2. Ich habe einfach mal losgelegt, der erste Entwurf, seit bestimmt 10 Jahren die ersten Männchen, die ich gezeichnet habe. Er: „Willst Du mir einen Blumenstrauß überreichen, oder ist das Deine Hand?!“ Sie: „Sei bloß ruhig, du, du hast es nötig, ist das da ein Hut, oder ein gespaltener Kopf?“ Tja, Männer und Frauen, das ist sowas …

    https://picasaweb.google.com/lh/photo/z9i8rpn2Y7WAv3RS4UWVOX2zd-bkdWopfcvlA7wau7A?feat=directlink

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    • Dankeschön, liebe Marana, dein Auszug aus dem Rabenkalender hat mich schmunzeln lassen, und dein Doodle habe ich bereits eingebaut. Wie man Bilder hier in Kommentare einsetzen kann, erklären Ohneeinander und Dosenkunst in Kommentaren unter dem Aufruf, eins zurück.

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  3. Pingback: !Qué calor! | Wortmischer

  4. Äh, ja also: Ich fühle mich bemüßigt, etwas zu dem automatischen „Pingback“ von eben zu sagen. Der kam so aus der WordPress-Hüfte. – Ein merkwürdiger Zufall besteht in der Tatsache, dass ich gestern, noch vor der Lektüre von Herrn Leisetöners Blog, mit einer Dame telefonierte und dabei eine (drahtlose) Doodelei hinkritzelte, die eben da oben hinter dem Pingback-Link gefunden werden kann.
    Wenn Sie also die Beitragsliste noch nicht geschlossen haben, stelle ich die Zeichnung auch gerne für das Gesamtwerk zur Verfügung. Oder muss man dazu noch etwas Anderes machen? Bild per E-Mail irgendwohin schicken? …

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    • Prima, hab Ihren Beitrag eben schon gesehen. Die Zeichnung sieht ja professionell aus, Kompliment! Ich kopiere sie und baue sie im Laufe des Tages noch ein, zusammen mit der vom Kollegen Lo, der auch gedoodelt hat. Danke fürs Mitmachen!

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  5. Pingback: Doodeln ohne Draht – Mitmachprojekt gegen das Verschwinden einer Kulturtechnik – Update 3.4 |

  6. Pingback: Mitmachprojekt Doodeln ohne Draht – Update 4 & Projektende |

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