Doodeln ohne Draht – Ein Mitmachprojekt gegen das Verschwinden einer Kulturtechnik

zeichne-mal-wiederFrüher habe ich zum Telefonieren am Schreibtisch gesessen, weil die Telefonschnur mich quasi an den Schreibtisch fesselte. Bei längeren Gesprächen habe ich oft gekritzelt, und wenn ich mit einer Frau telefonierte, dann wurde das Blatt voll, denn Frauen telefonieren offenbar lieber und länger als ich. Dieses Kritzeln heißt „doodeln“. Der Duden erklärt: „doodeln – schwaches Verb – nebenher in Gedanken kleine Männchen o. Ä. malen, kritzeln.“ Doodles haben nicht immer künstlerischen Wert, aber eine Kulturleistung sind die spielerischen Kritzeleien wohl. „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, sagt Friedrich Schiller.

Auf den schleichenden Untergang der Kulturtechnik Doodeln hat mich einst eine Freundin während eines ziemlich langen Telefongesprächs nebenher hingewiesen. Normalerweise hätte ich gedoodelt, aber ich saß im Sessel. Das private Doodeln wird selten werden. Allenfalls in Büros wird es noch etwas länger vorkommen. Allerdings war ich einmal in einer großen Werbeagentur, deren Chef stolz sagte: “Sie finden hier im ganzen Haus keinen Bleistift mehr.” Da konnten die Angestellten natürlich auch nicht doodeln

Anregung zum Doodeln: Zeichne kleine Männchen/Fräuchen und zeige sie in deinem Blog! Das könnnte hübsch werden: Ein ganze Blogosphäre voller kleiner Männchen, einfach so hingedoodelt, nur die Größe ist hier vorgegeben, damit sie zueinander passen. Ich würde mir gerne möglichst viele aus den beteiligten Blogs kopieren und sie zu einer Menschenmenge zusammenfügen (natürlich mit Herkunftsnachweis durch Verlinkung zur Quelle). Also losgedoodelt und bitte Bescheid sagen!

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