Drei kuriose Alltagsmythen

Genau eine Woche, nachdem ich zu Rauchen aufgehört hatte, erfuhr ich, wie ich mich quasi mühelos in den Besitz von einem Prozent der Marlboro-Aktien hätte setzen können. Dazu muss man bloß zwölf kleine Rauchringe durch einen großen Rauchring blasen. Mein Gewährsmann lieferte sogar die Anleitung für die Rauchringe mit.
So geht’s: Den großen Ring muss man mit gerundetem Mund hinten aus dem Hals heraus hauchen, für die kleinen Ringe schließe man die Lippen zu einem Rund und klopfe rasch mit den Fingerkuppen auf eine Wange.

Wie das Kunststück zu dokumentieren wäre, wusste mein Gewähsmann nicht genau. Ich vermute, man sucht am besten einen Notar auf, zündet sich eine an und bläst unter seinen staunenden Augen zwölf kleine Rauchringe durch einen großen. Mir Nichtraucher war dieser Weg, zu sehr viel Geld zu kommen, leider versperrt. Doch falls es jemand versuchen wollte, nur zu. Die Anleitung ist gemeinfrei.

In meiner Kindheit sammelten wir Laschen aus weggeworfenen Zigarettenpackungen, und zwar jene mit einer aufgedruckten kleinen Nummer. Es kursierte das Gerücht, für einhundert dieser Laschen bekäme man von der Zigarettenfirma einen Fußball. Tatsächlich galt es in jener Zeit unter den rauchenden Erwachsenen als politisch durchaus korrekt, leere Zigarettenschachteln in die Botanik zu werfen, so dass wir Laschen genug sammeln konnten. Allerdings wusste niemand, welche Firma den Fußball ausgelobt hatte. Und nie hörte ich von einem Glücklichen, der den Fußball wirklich bekommen hätte.

Der Autor Hans Reimann berichtet in einem Buch von 1922, dass schon im Jahre 1914 ein gewisser Adolf Alfred Neumann an den Hannoveraner Verleger Paul Steegemann fünfhundert Streichholz-Etiketten geschickt hatte und dafür einen Fußball haben wollte. Wenn diese Kinderträume auch nicht in Erfüllung gegangen sind, so kann sich der zukünftige Besitzer von einem Prozent der Marlboro-Aktien natürlich einen langen Güterzug voller Fußbälle leisten.

Werbeanzeigen

7 Kommentare zu “Drei kuriose Alltagsmythen

  1. Dabei gab es nie Marlboro-Aktien. Es hätten dann schon Philip-Morris-Aktien sein müssen. Das wäre allerdings kein schlechteres Geschäft gewesen. Die Kunst, aus Rauch Geld zu machen, beherrschte in jedem Fall der Zigarettenhersteller besser als jeder, der sein Geld in Rauch – und sei es auch geringelter – aufgehen ließ.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich werde das Kunststück nicht versuchen, lieber Jules. Nach Zigaretten steht mir nicht der Sinn und an Aktien glaube ich nicht mehr. Ich sollte Optionsscheine in Erwägung ziehen, so zielsicher kaufe ich die falschen Wertpapiere. Da ich aber nie große Summen zur Verfügung habe, weil ich – was mir ganz unverständlich ist – noch immer nicht im Lotto gewonnen habe.
    Ich schreibe albernes Zeug…sieh es mir nach…die Sonne macht mich müde. Lesen ist fein. Schreiben schwierig.
    Sonnige Grüße
    Mitzi

    Gefällt 1 Person

      • Ich hatte von Clara (Himmelhoch) einer ganz wunderbaren Blog Bekannten Besuch und den galt es zu genießen.
        Wind und Wolken vermisse ich. Aber bald ist die Sonne milder, dann werde ich mich rauswagen. Sommer ist eigentlich Glück genug. Ich jammere auf hohem Niveau – wer so selten spielt wie ich, der wird kaum gewinnen 😉

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.