Und was ist jetzt mit dem verdammten Bus?

Als ich nach draußen kam, befand sich die öffentliche Ordnung in Auflösung. In einem Klima von Angst und Gewalt rannte alles durcheinander. Den Grund konnte ich nicht sehen. Da war eine Gruppe, der ich mich anschloss. Eine junge Frau warnte: „Der Bus kann in fünf Minuten wieder hier sein!“ Wie ich noch rätselte, was es mit dem bedrohlichen Bus auf sich haben könnte, hörte ich ein anschwellendes Motorengeräusch. Es kam über eine Nebenstraße heran, so rasch, dass kaum Zeit blieb zu reagieren. Das Brummen zu hören und den Bus auftauchen zu sehen, war eins.

Die gesamte Gruppe stob davon. Wir hatten vor einem freistehenden Klinkerbau aus den frühen 1970-ern gestanden. Die anderen rannten nach rechts, ich rannte nach links ums Haus herum. Hinter mir hörte ich den bedrohlichen Bus bremsen, vor mir war ein Erdhügel vom Kelleraushub, wie man ihn oft bei Neubauten findet. Er war mit Unkraut überwuchert, aber ob er mir ein Versteck bieten könnte, erlebte ich nicht mehr, denn als ich voller Angst auf den Hügel zu rannte und hinter mir die Pressluft der sich öffnenden Bustür zischte, zuckte ich zusammen und rutschte aus dem Traum. Augenblicklich klingelte die Briefträgerin mich wach.

Später schaute ich in meinen Briefkasten. Die leere Blechkammer gähnte mich an. Die Postbotin hatte also meinen Traum unwiederbringlich abgeschnitten, obwohl sie nicht einmal Post für mich gehabt hatte. Was bleibt, ist das Beispiel einer außersinnlichen Wahrnehmung, eine Störung in der Abfolge der Ereignisse, wie sie Lichtenberg beschreibt, aber bei mir ganz ohne Kaffee. Deshalb vermute ich etwas anderes als Lichtenberg: Das galaktische Betriebssystem rumpelt.

[Zitat abgeschrieben von mir aus: Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher]