Gedränge im Oberstübchen

Kennst du das, wenn du den Kopf voller Gedanken hast und alle wollen gleichzeitig raus, keiner will dem anderen den Vortritt lassen, und am Ende purzeln alle durcheinander? Ein Wunder, dass sie diesen hier haben passieren lassen, weil er quasi außer Konkurrenz lief. Metakommunikation ist Kommunikation über die Art und Weise der Kommunikation. Also durfte nur dieser Metagedanke raus, der über das Gedränge an der Pforte zum Schreiben mich zu Schreiben veranlasste. Vielleicht, so hängte sich ein Hintergedanke an, vielleicht kann ich ohne Aufhebens trotzdem schreiben, was da drängt, indem ich vorgebe über etwas ganz anderes zu schreiben, und siehe da, die Gedanken besinnen sich und nehmen geordnet Aufstellung wie einst die Kinder auf dem Pausenhof, um ganz gesittet paarweise in den Klassenraum zu gehen. Ja, das hätte funktionieren können, wenn nicht ein Rüpel in der ersten Reihe heimtückisch den Hacken nach innen gesetzt hätte, wodurch alle hinter ihm ins Stolpern kamen. Und einen gestolperten Text will ich der geehrten Leserschaft nicht zumuten.

So gibt es also nichts über eine Wiederbegegnung nach 20 Monaten zu lesen, nichts über die Tauben des Bankkaufmanns Julius Reuter im Taubenschlag der Aachener Pontstraße, Hausnummer 117, nichts über die Frage, ob meine Rede „wieder magischer Realismus“ sei. Auch nichts darüber, dass ich im Traum einen mutwillig in alle Einzelteile zerlegten Schrank zusammenbauen musste, was mir schier nicht gelingen wollte. Sogar nach dem Erwachen hatte ich noch ein schlechtes Gewissen, dass ich den Schrank in Einzelteilen zurückgelassen hatte. Aber was geht mich der Schrank an? Meiner wars nicht.

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