Minister Christian Schmidt (CSU) rettet die Wurst!

Kategorie Humor neuEndlich! Bundesagrarminister Christian Schmidt will Erdöl in vegetarischen Würsten Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel verbieten. Begriffe wie „vegetarisches Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“ seien „komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher“, sagte der CSU-Politiker einem Organ, das hier aus Hygienegründen nicht genannt werden darf. Wenn das Verbot in Kraft ist, darf natürlich auch keiner mehr sagen, Bundesminister Christian Schmidt mache sich mit seiner Idee zum Hans Wurst der Fleischindustrie. Denn ist ja keine Wurst drin in Christian Schmidt oder doch?

Egal. Ein Hoch auf den fürsorglichen Minister! Der tut noch was für den Verbraucherschutz. Mir geht schon lange auf den Geist, dass sich vor der Kühlvitrine mit den Fleischersatzprodukten die verunsicherten Verbraucher ballen, ja, geradezu zusammenrotten, diese Irren. Ich will mich auch nicht mehr fragen lassen: „Sagen Sie, ist denn überhaupt Wurst in vegetarischer Wurst?“ Ja, bin ich vielleicht ein verfluchter Metzger? Ich bin Germanist, ihr Deppen! Drum zum letzten Mal: Ein Blick in die Etymologie zeigt, dass Wurst eigentlich das unordentlich Gedrehte ist. Wir erkennen, welches Bild da Pate gestanden hat, weshalb die Wurstmasse aus Fleisch zurück in den Darm gestopft wird. Es geht natürlich nicht an, eine Masse aus Gemüse, Tofu oder sonstigen Ersatzstoffen, die allesamt noch nicht durch einen tierischen Magen gegangen sind, in einen Kunstdarm zu pressen. Es wird jeder einsehen, dass damit der natürliche Gang der Dinge pervertiert ist.

Hier noch eine nützliche Verbraucherinformation – ein kostenloser Aufklärungsservice vom Ihrem Teestübchen Trithemius:

Montagen und Gif-Animation: JvdL

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29 thoughts on “Minister Christian Schmidt (CSU) rettet die Wurst!

  1. Der arme Mann wird nun wegen seines wohldurchdachten Vorschlags, der so manchen Schweinemäster vor dem Ruin bewahren könnte, öffentlich verspottet. In der Zeitung las ich, dass dreiste Journalisten, vermutlich Vegetarier oder schlimmeres, ihn gefragt haben, was denn aus der Fleischtomate werden solle. 4 % der Bevölkerung ernähren sich vegetarisch, stand ebenfalls in der Zeitung. Nehmen wir noch die Moslems und andere schweinefeindlichen Gruppierungen hinzu, dann kommt dabei ein Prozentsatz heraus, der deutlich über der Verzinsung eines durchschnittlichen Bankkontos liegt. Mit anderen Worten: Die Schweineverweigerer und Wurstfälscher verweigern dem Mäster die Einnahmen, die der Bauer wegen der sinkenden Zinsen doch so dringend gebraucht hätte. Und was ist uns das? Wurscht!

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    • Der „arme Mann“ wird wohl den Einflüsterungen von Fleischverbandslobbyisten erlegen sein, so einen unausgegorenen Vorschlag zu machen. Man fragt sich, was der für Berater hat. Auf die „Fleischtomate“ hätten die auch kommen können. Aber du hast natürlich Recht. Die industrielle Fleischerzeugung ist unter Druck, freilich nicht wegen ein paar Veganern, sondern weil immer mehr Menschen abscheulich finden, wie die mit den Tieren verfahren. Mein Freund Nebenmann, selbst vor dem Studium gelernter Metzgermeister, schrieb mir kürzlich:

      „Man muss nur bedenken, welche Höllenqualen die Tiere in Massenhaltung jede Sekunde erleiden und später auf den Transporten und weiter beim Schlachten, das man heutzutage zurecht Abmurksen nennen kann. Diese Angst-, Schmerz und Aggressionshormone überfluten das Körpergewebe und werden nach meiner Vorstellung vom Verbraucher beim Verzehr aufgenommen, wo sie die entsprechende Wirkung fortsetzen: Angstzustände, Depressionen, Paranoia, Aggression. (…)“

      Darüber lohnt sich mal nachzudenken.

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  2. Die Sache mit der Fleischtomate ist schon schlimm genug, aber die Fleischeslust wird dann auch verboten! Als kleine Junge dachte ich, Veganer – das klingt so wie Wesen von einem anderen Stern, aber das das mal solche Ausmaße annimmt, hätte ich nie gedacht.

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    • Ich erinnere mich noch an meine Aachener Zeit, als ich etwa 2004 meine vier Kinder zum Geburtstagskaffee bei mir hatte. Zwei waren Veganer. Die Bäckereifachverkäuferinnen in meinem Viertel schauten mich wirklich an, als hätte ich Backwaren für Außerirdische verlangt.

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  3. „Leberkäs!“, würde jeder normale Bayer zu so einem Ansinnen sagen. Denn in so einem Leberkäs ist weder Käse noch Leber. Oder wie der ur-bayrische Palatschinken, der nur als Eiermehlspeise daherkommt. Aber das ist ja erlaubt. Also so wie in etwa die Kalbsleberwurst, in der ja bis zu 84% Schweinefleisch enthalten darf (und minimal 15% Kalbsleber plus den 1% Zusatzstoffen aus der Alchemistenküche der Lebensmittelindustrie).
    Klar, in einem Zitronenkuchen sollten sich Zitronenanteile befinden. Gilt das auch für Hundekuchen? Und dann noch der Mutterkuchen, der in keinem Kaufhausregal dieser Welt steht, der gehört auch verboten? Aber sicher! Täuschung des Verbrauchers! Eindeutig! Ein Name muss für sich sprechen, damit jeder weiß, womit er es zu tun hat. Ist doch klar wie Hühnersuppe … oder doch nicht, weil Hühnersuppe nicht wirklich klar ist?
    Wider der Irreführung der Verbraucher! Denn, liebe Leute, merket geschwind, der CSU-Schmidt ist von Beruf gar nicht Schmied, wie sein Nachname vermuten ließe. Der ist Politiker! Der gehört auch verboten! Aber sofort!
    Und danach essen wir erst mal wieder eine Scheibe Lachs. Aus der Ochsenoberschale. Fleischlos freilich. Mahlzeit.

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    • Dein Schmidt-Schmied-Beispiel hat mich sehr erheitert. Insgesamt zeigen deine Beispiele, dass der Politiker und seine Berater wenig von der durchweg unlogischen Konstruktion unserer Komposita verstehen, sonst hätte er sich nicht so weit aus dem Fenster gelehnt. Immerhin steht er pfeilgrad in der Tration irrwitziger CSU-Ideen wie Maut, Herdprämie, Obergrenze usw.

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  4. Außer der Fleischtomate währen unter anderem dringend zu verbieten: der Hundekuchen, der Kinderriegel, die Sandtorte, die Buttercreme (oder wenn, dann nur die aus der blauen Blechdose), das Zigeunerschnitzel und der Berliner. Nicht zu vergessen das Jägerschnitzel, der Hamburger Speck und Dominosteine. Echt mal… Dominosteine… nicht wirklich, oder?

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  5. Da wird ein uralter Hut ein wenig aufgebürstet. Die Metzgersgattin meines Vertrauens hat mir schon vor tausenden von Jahren erklärt, dass die Bezeichnung „Würstchen“ nur ein Produkt im Namen auf dem Etikett führen darf, das einen weiß ich wie hohen Prozentanteil Fleisch enthält. Wenn ich mir nun die Produktpalette des ach so beliebten Herstellers Meica ansehe, führt kein gängiges Produkt die Bezeichnung „Würstchen“ im Namen, also kann so ganz viel Fleisch nicht drin sein.
    „Früher war mehr Lametta“
    Ich bilde mir ein, dass ich in alten Zeiten noch „Wiener Würstchen“ zum obligatorischen Kartoffelsalat gereicht habe, jetzt sind es, wenn ich das richtig sehe, nur „Wiener“.
    Ist das alles ein Humbug.
    Und-e … wenn ich kein Fleisch essen möchte, dann brauche ich auch keine auf Fleischgeschmack getunten Ersatzpräparate.

    😉

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    • Eine derartige Vorschrift habe ich bislang nicht gefunden. Im Codex Alimentarius Austriacus (Österreichisches Lebensmittelbuch, ÖLMB) ist freilich vorgeschrieben, was Wiener Würstchen enthalten müssen. Ich vermute, es geht bei deinen „Wienern“ um eine markenrechtliche Umgehung.
      Das Wort Wurst ist Allgemeingut, bezeichnet ja überwiegend die zylindrische (Bettwurst) oder gerollte Form (Knete), ja, selbst Hautschuppen treten als Würstchen auf, wenn man zu lange im Wasser war und hernach die Haut rubbelt. Bei den vegetarischen Würstchen geht es um die bewährte praktische Form. Ich gebe dir Recht, dass sie nicht schmecken sollen wie Fleisch. Ich hatte mal vegetarische Frankfurter und habe mehrfach auf der Verpackung nachgesehen, ob ich mich nicht vergriffen und am Ende doch Fleisch hatte, so exakt schmeckten die wie Frankfurter.

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  6. Einer der wenigen sinnvollen Beiträge zu diesen Schwachsinn, die ich bisher gelesen habe, lieber Jules.
    Nicht auszudenken wenn ein armer Mensch Irre geführt wird und versehentlich etwas fleischloses zu sich nimmt. Nicht auszudenken, wenn es ihm dann auch noch schmecken würde.

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  7. Frikadellen bzw. Buletten oder auch vegetarische Bratlinge werden jetzt auch hierzulande immer öfter „Patty“ genannt. Das ist scheinbar neutral, aber jedesmal, wenn ich das Wort höre, zucke ich zusammen, weil ich immer an Patti Smith denken muß, die ich ja niemals essen würde.
    NB: Gibt es in Bayern eigentlich auch vegetarische Fleischpflanzerl?

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    • „Patti“ kannte ich noch nicht. Danke für den Hinweis. Die gute Patti Smith ist Ende des Jahres 70 geworden. Nicht mehr lang, dann erinnert sich kaum noch einer.
      Ob in Bayern, weiß ich nicht, immerhin gibt es im Netz Rezepte für vegane Fleischpflanzerl. Dass die Verkleinerungsform „Pflanzerl“ wirklich von der Pflanze herkommt, glaube ich nicht. Ich vermute eher einen Zusammenhang mit „sich breit irgendwohin setzen.“

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      • Die Gebrüder Grimm haben das Wort „pfánzel“ bzw. „Pfännzlein“ bereits erfasst: „eine art pfannkuchen: pfäntzel ist so viel als ein pfann- oder schaafkuchen […]; nudelkuchen oder auf österreichisch pfantzel.“
        Das Wort „Pfantzel“ veränderte sich im Sprachgebrauch dann zu „Pflanzerl“. Das ist halt bairisch-österreichischer Sprachgebrauch. Auf normaldeutsch müsste das bairische Wort „Fleischpflanzerl“ also mit „Fleischpfannenkuchen“ übersetzt werden (was aber niemand sagen würde, weil Frikadellen sind halt Frikadellen oder Bremsklötze, aber nie Fleischkuchen). Jaja, immer diese unangepasste Parallelgesellschaft im Süden dieser Republik …

        Nebenbei: alter Witz an einer Pommesbude:
        „EInmal ne Frikadelle mit Brötchen.“
        „Hier, bitte sehr. Und das Brötchen ist schon drin.“ …

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  8. Na, jetzt weiß ich wenigstens mal, wie der Typ heißt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum mit solchen Aktionen das Volk beglückt wird. Der Maut- und Monstertruck-Dobrindt ist auch so einer. Hr. Schmidt sollte sich eher mal um die Aufwuchs,- Schlacht,- und Lebensbedingen der vegetarischen oder tierischen „Wurst- und Schnitzelvorprodukte“ kümmern! Da könnte er sich von mir aus ein weiß-blaues Denkmal setzen. Nämlich um die armen Tiere und der erbärmliche Umgang mit ihnen und die Überdüngung, Nitratbelastung etc. der Landwirtschaftlichen Erzeugnisse beim Anbau.Da hätten wir als Verbraucher ein Recht darauf. Und auf eine vernünftige Bezeichnung der Lebensmittel. Mahlzeit.

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    • Man fragt sich, wie die CSU es schafft, am Laufen Band solche Politik-Clowns hervorzubringen. Aber dass sie immer wieder bei den Wahlen die Nase vorn hat, wirft das kein gutes Licht auf das bayerische Wählervolk. Da zeigt sich wohl der verheerende Einfluss übermäßigen Fleischverzehrs. Die „tierischen Wurst- und Schnitzelvorprodukte“ haben von den Krachledernen nichts zu erwarten. Die Erwartungen, die du hier formulierst, werden leider nicht erfüllt werden, denn es gibt da wohl zu mächtige Lobbyverbände, wie gerade bei der Nitratbelastung unseres Grundwassers zu sehen.

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  9. Einfach nur lächerlich. Als gäbe es keine wichtigeren Themen. Zudem ist das ja vollkommener Schwachsinn, dass das irreführend sei. Habe noch nie gehört dass jemand versehentlich vegane Wurst anstatt Wurst aus Fleisch gekauft hat

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