Reklame für „Goethes bunter Elefant“

In der Buchkultur steht die Schrift an festen Orten, auf Papierbögen oder Buchseiten. In der digitalen Welt ist die Schrift ortlos. Den Begriff „Ortlosigkeit der Schrift“ hat der Literaturwissenschaftler Roland Reuss in einem Aufsatz in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) geprägt. Er schreibt vom „Gespenstischen digitaler Schrift, beim Scrollen gut zu beobachten (…)“ Das Scrollen zeigt nämlich, dass die digitale Schrift eine Täuschung ist. Sie ist beliebig wegzuscrollen, ständig in Gefahr, verändert zu werden oder ganz zu verschwinden von einem Ort, an dem sie niemals war, aber doch gesehen wurde.

Digitale Texte geistern nicht nur wie Gespenster herum, sie geraten auch rasch in Vergessenheit. Das weckt den Wunsch, wenigstens einige an einem Ort zu versammeln, wo sie abseits von Bildschirmen gut und gern gelesen werden können.

Meine lieben Damen und Herren, ich habe eine neue Anthologie meiner Texte zusammengestellt und möchte Sie davon in Kenntnis setzen. Das Buch heißt „Goethes bunter Elefant“, enthält 81 unterhaltsame Geschichten und hat auf Vor- wie Rückseite je eine Zeichnung meiner beiden Aachener Enkelkinder. Erhältlich hier oder bei anderen Onlinehändlern und über den Buchhandel.

Neuerscheinung
TB 252 Seiten
9,99 Euro
ISBN: 9783750250451

Merz und Mars – Das InSight-Namen-Projekt

Lange bevor ein politischer Wiedergänger aus dem Sauerland auftauchte, sogar lange bevor dieser Mann geboren wurde, begründete in Hannover der Künstler Kurt Schwitters eine Spielart von Dada, seine MERZ-KUNST. Der Name MERZ stammt aus einer Collage, worin Schwitters den Schriftzug der Commerzbank eingearbeitet hatte, so dass nur noch merz zu lesen war. Nach der Schwitterschen Merzkunst hat sich Merzmensch benannt, mein Blogfreund aus frühen Blog.de-Zeiten, ein inspirierender Mann, der sich künstlerisch und wissenschaftlich mit Dada beschäftigt.

Ein Jahr ist es her, dass Merzmensch in seinem Blog auf die Möglichkeit der virtuellen Reise zum Mars aufmerksam machte. „Ich fliege im nächsten Jahr zum Mars“ schrieb er. Das erklärt vielleicht, warum ich bedauerlicher Weise schon so lange nichts von ihm gehört habe. Leider doch nicht. Denn nicht er ist gestern auf dem Mars gelandet, sondern sein Name, hinterlegt auf einem Chip wie der von Millionen anderer aus der Weltbevölkerung. Pioniere allesamt – und ich bin einer von ihnen. Nachdem ich die Sache in einem Kommentar im Merzmensch-Blog zuerst als moderne Erscheinung der Namenmagie abgetan hatte, entschied ich mich doch zum Mitfliegen, habe mich im November 2017 bei der NASA angemeldet und prompt die Bordkarte bekommen.


Was bedeutet nun, dass mein Künstlername sich jetzt auf dem Mars befindet? Spontan fiel mir ein „Der Name der Jecken steht an allen Ecken“, entsprechend zum berühmt-berüchtigten Wiener Hofbeamten Joseph Kyselak, der den Ehrgeiz hatte, überall seinen Namen zu hinterlassen, auch an unzugänglicher Stelle im Hochgebirge. Doch was bei Kyselak und seinen Nachfahren, den Graffiti-Taggern, eine Ich-war-hier-Marke ist, trifft ja auf das In-Sight-Namenprojekt nicht zu. In jedem Fall ist es eine bislang nie dagewesene Angelegenheit, die ein Gedankenspiel erlaubt, das vor der Marslandung nicht möglich gewesen wäre.

Neuerscheinung! Buchkultur im Abendrot

Meine lieben Damen und Herren!

Ich möchte Ihnen heute ein gerade erschienenes Buch aus der Teestübchen-Redaktion ans Herz legen, das für uns als Schreibende und Lesende von Belang ist. Unter dem Einfluss von Computer und Internet ist die klassische Buchkultur dabei, sich radikal zu wandeln. Die Demokratisierung der buchtechnischen Schrift brachte neue Kommunikationsformen, Publikationsmöglichkeiten und Rezeptionsgewohnheiten. Alle Nutzer von Internet und Smartphone sind Teil dieses Wandels, treiben ihn als Handelnde voran und sind mitverantwortlich für den kulturellen Umbruch. Wir Bloggerinnen und Blogger bedienen uns der Techniken und Stilmittel, die überwiegend aus der Buchkultur stammen, stehen also noch mit einem Bein in der dreidimensionalen Buchkultur und tappen mit dem anderen ins nulldimensionale Internet. In allem, was wir schreiben und wie wir auf Geschriebenes reagieren, sind wir noch von der Buchkultur geprägt. Was von deren Besonderheiten erfolgreich an nachfolgende Generationen weitergereicht wird, wissen wir nicht. Der Medienwissenschaftler Marshall McLuhan sah das Ende der Buchkultur schon im Jahr 1968 gekommen, als die buchtechnische Schrift sich vom Blei löste und über Fotopapier ins Körperlos-Digitale entfleuchte.

In der Rubrik „Sprache, Schrift, Medien“ sind im Teestübchen Trithemius regelmäßig Beiträge erschienen. Diese Rubrik hieß in meinem Blog Teppichhaus Trithemius bei Twoday.net „Schriftwelt im Abendrot“. Ich habe Beiträge aus beiden Blogs sorgfältig überarbeitet, erweitert und zu Sinnzusammenhängen geordnet im Buch „Buchkultur im Abendrot“ zusammengefasst. Das Buch wendet sich an alle, die sich für Sprache, Schrift und Medien interessieren und an Fachpublikum. Es gibt zwei Fassungen:
Als E-Book, Preis 9,99 Euro hier
Als gedrucktes Buch, Preis 14,99 Euro hier und über den lokalen Buchhandel – ISBN: 978-3-74506-330-1
(Book on demand – dauert etwas länger als gewohnt.)

Beste Grüße, Ihr