Gefährliche Dübel

„Hallo, guten Tag! Sie sind die Dübelexpertin?“
„Kommt drauf an, was Sie wissen wollen.“
„Ich möchte mit Ihnen ein philosophisches Dübelfachgespräch führen.“
„Philosophisches Dübelfachgespräch? Sie wollen mich veralbern.“
„Keine Sorge, ich will nicht die Frage erörtern, wie man vor der Erfindung des Dübels durch Artur Fischer gedübelt hat, obwohl es nicht uninteressant wäre. Aber stellen Sie sich mal einen Dübel in einem Bohrloch vor. Da drehen Sie eine Schraube ein.“

Für eine Welt in Spannung: Artur Fischer, Erfinder, mit seinem liebsten Dübel – Foto AP/Trithemius Archiv

„Ja, und?“
„Die Schraube spreizt den Dübel, und in der Wand entsteht Spannung. Sie werden zugeben müssen, dass in jeder Wohnung eine Reihe von Dübeln in Bohrlöchern versenkt und durch hineingedrehte Schrauben gespreizt und gespannt sind, gespannt und gespannt, in Wänden der ganzen Wohnung, des ganzen Hauses, der ganzen Straße, des Viertels; man kann sagen, die ganze Stadt, was sage ich, der halbe Globus ist verdübelt, verschraubt und steht permanent unter Spannung.“
„Ja, und?“
„Betrachten Sie das mal unter den Gesichtspunkten des Feng Shui. Dass unser gesamtes Umfeld derartig unter Spannung steht, kann doch nicht gesund sein. Und Sie unterstützen das auch noch.“
„Ich unterstütze Feng Shui?“
„Nein, im Gegenteil!“

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17 Kommentare zu “Gefährliche Dübel

  1. Das ist in den Dimensionen des fliegenden Spaghettimonsters ein unwiderlegbarer Beweis für die Ursachen des Niedergangs der Zivilisation. Stress wegen immer mehr Dübeln und Klimaerwärmung wegen immer weniger Piraten. Viva la tacolucion!

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  2. Zwei pragmatische Anmerkungen zu deinem philosophischen Thema:
    Erstens: Wer jemals in einer Altbauwohnung versucht hat, ein Bohrloch zu bohren, in das ein Dübel mit Spannung eingesetzt werden kann, wird erst ein viel zu großes Loch in die brösilige Wand machen, dann lange über die Vergeblichkeit allen menschlichen Tuns nachdenken, bevor er in den Baumarkt eilt, um Schnellzement zu kaufen, um damit den Dübel irgendwie zum Halten zu kriegen.
    Zweitens: Vor Erfindung des Dübels und vor Erfindung der Schlagbohrmaschine schlug man mit dem Meißel ein mehr oder weniger großes Loch in die Wand, passte ein Stück Holz ein, brachte es mit Gips oder Mörtel zum Halten und bohrte dann in das Holz ein Loch für die Schraube. Alles sehr aufwändig und spannungsfei.

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  3. als bewohner einer altbauwohnung bin ich demnach ultraentspannt, ich muss die schrauben eigentlich eher in die wand kleben. dübel bringen da, trotz winziger, zarter bohrungen leider nichts. Vermutlich sind deshalb meine faszien so verklebt. schwitzesmiley

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  4. Lieber Jules,
    Wie verdübelt unser Globus wirklich ist, wurde mir klar als ich meine alte Wohnung entdübelte. Wie passten da bloß noch Möbel rein? Gar ich noch und Kinder? So viele Sechserdübel und dann die Achter erst oder dünnere Dreier. Hartnäckig spreizten sie sich in der Wand, während ich mit Kombizange, Schraube und Verstand…
    Also sie verweigerten sich meiner roher Gewalt und verlangten nach mehr Feingefühl. Bei der Gelegenheit fiel ich von der Leiter. Der Dübel lachte mich aus. Wenn hundert Marken-Dübel mich auslachen, klingt das wie Fischer-Chöre. Gott hilf…:-)
    Geht Dir gut hoffe ich und sagt danke für Deinen lesefeinen Beitrag,
    liebe Grüße ins schöne Hannover,
    Amélie

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    • Liebe Amélie,
      Ja, leere Wände nach dem Auszug enthüllen das ganze Düdeldesaster. Ich erinnere mich, dass ich die Plastikelemente meistens überspachtelt habe, denn sie rauszuziehen geht meistens nicht. Und deshalb von der Leiter zu fallen, ist ein zu hoher Einsatz. Witziger Vergleich mit den Fischerchören! Danke der Nachfrage. Mir gehts gut Und danke für deinen Kommentar in Zeiten des Sommerlochs. Viele Grüße,
      Jules

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