Ich geh Leinau – Ein Hoch auf das Hannover Cünstler Kollektiv (HaCK)

„Ich geh Leinau“, war der Wortlaut meiner SMS an Konrad Fischer. Ich sandte sie gestern Abend von der Limmerstraße aus, wo wir eigentlich zum Limmern verabredet waren, aber niemand von HaCK zu sehen war. Was aussieht wie jugendsprachlicher Slang war dem Umstand geschuldet, dass ich keine Sitzgelegenheit fand und die SMS im Gehen geschrieben habe. Der Verzicht auf Präposition und Flexion hatte also praktische Gründe, vergleichbar der sprachlichen Verknappung in Kleinanzeigen oder dem Telegrammstil. Auf einer Fensterbank der Genossenschaftbäckerei Linden backt hätte ich sitzen können, aber ich sah dort jemanden, der den ganzen Tag vor Linden backt herumzuhängen scheint und mir letztens schon auf den Nerv gegangen war. Ich war am frühen Nachmittag dort gewesen und fand einen freien Platz an den Tischen unter der Markise. Neben mir saßen er und zwei weitere Müßiggänger beisammen, und ich wurde ungewollt Zeuge ihrer Unterhaltung. Es ging um gesellschaftspolitische Themen. Das meiste waren Allgemeinplätze, mit denen sie sich gegenseitig bestätigten, bei den Guten zu sein, die das Weltgeschehen von höherer Warte betrachten, aber mitunter schrammten sie auch an Verschwörungstheorien vorbei: dass die Autoindustrie längst vorliegende Lösungen für die Probleme des Schadstoffausstoßes in Safes hätten verschwinden lassen und dergleichen. Ich war bald genervt und dachte, wieviel schöner doch die absichtslos dahinplätschernden Gespräche von HaCK sind.
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