Einiges über Arschlöcher – eine vorsichtige Annäherung

kategorie alltagsethnologie

Zum Einstieg eine Anekdote: Ich war am Bahnhof gewesen, um eine Fahrkarte nach Aachen zu kaufen. Als ich mein Fahrrad aufschloss, freute ich mich, dass ich noch rechtzeitig zum Finale einer Etappe der Vuelta nach Hause kommen würde. „Vorausgesetzt“, dachte es da laut in mir, „vorausgesetzt auf der Fahrradstraße bringt dich kein unachtsamer Fußgänger zu Fall.“ Ich war also vorgewarnt, was ich durchaus fürsorglich von meinem besseren Ich fand, denn mir war schon aufgefallen, dass viele Leute nach dem abrupten Wetterumschwung wie schlafwandlerisch unterwegs waren. Auf besagter Fahrradstraße lief mir ein unachtsam die Fahrbahn querender junger Mann vors Rad. Ich konnte gerade noch bremsen, kam just vor ihm zum Stehen und sagte: „Vorsicht, Mann!“ Da fragte er ganz keck: „Ist das hier ein Fahrradweg?“ „Ja“, sagte ich und deutete auf die Fahrspur. „Nicht um diese Zeit!“, behauptete er fälschlich, und verschwand ohne sich nochmal umzusehen die Treppe runter zur U-Bahn. Mir blieb nichts, als ihm „Arschloch“ hinterher zu denken.
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