Einladung zur Teestunde – heute mit Tee und Gebäck

teestunde im teestübchen
Früh sinkt dieser Tage die Dämmerung herab. Da tut es gut, sich gemütlich zum Tee zu versammeln. Teestunde ist eine neue Rubrik im Teestübchen. Darin will ich zum Nachmittagstee in loser Folge Plaudereien über Schrift und Sprache veröffentlichen, zu denen ich herzlich einlade. Ich habe nämlich nicht immer nur im Aldi-Prospekt gelesen, wie manche vielleicht vermuten, sondern mich gut 30 Jahre forschend, nachdenkend und schreibend mit der wunderbaren Welt von Sprache und Schrift beschäftigt.

Schauen wir uns zunächst das Teehaus oben an. Es scheint etwas für verspielte Menschen zu sein. In der Praxis bewährt sich die Form nämlich nicht. Nach dem Aufbrühen bekommt man den aufgequollenen Tee nicht recht aus dem Häuschen, was auch einen Hinweis darauf gibt, dass der Tee nicht genug Raum hat, sich zu entfalten.

Benutzt man das Teehaus, dann wird das Wasser zum Tee, indem die Teestoffe in Form des englischen Wortes für Tee austreten, um sich erst dann im Wasser zu verteilen. Der Vorgang ist sprachtheoretisch interessant. Gemeinhin hat die schriftliche Form eines Wortes nichts gemeinsam mit der Sache, die es bezeichnet. Das Wort „Teebeutel“ sieht beispielsweise nicht aus wie ein Teebeutel. Da aber die Löcher im Dach das Wort “TEA” formen, wird bei jedem Aufbrühen das Wort TEA ins Wasser geschrieben. Hier liegt also ein schriftmagischer Gedanke zu Grunde. Das Zeichen für “Tee” vermischt sich mit der bezeichneten Flüssigkeit Tee. Eine Steigerung dieser magischen Idee wäre es, eine Schreibfeder in den so aufgebrühten Tee zu tunken, um das Wort “Tee” damit zu schreiben. Weiterlesen

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