Radio Gaga – Geräusche in der Nase

Die folgende Gif-Animation ist ein Dachboden- Festplattenfund, ursprünglich veröffentlicht im Teppichhaus Trithemius auf der versunkenen Plattform Blog.de. Ich fand nämlich die Quelldatei wieder und konnte sie für das Teestübchen anpassen. Zu sehen sind Standbilder von der Webcam eines Radiosenders aus dem Jahr 2009. Von wegen „Ist ja Radio.“
Die Webcam sieht alles.
Viel Vergnügen!

Hier gibt es keine Rezepte – Webcam-Standbilder, Text und Animation: JvdL

Gekritzelt – Verräterische Pumps

Schuss nicht gehört
VW-Werbung im flämischen Radiosender Studio Brussel,
[übersetzt von mir]:
Er: Schatz, ich muss dir was erzählen.
Sie. Ja?
Ich habe einen Volkswagen gekauft.
Sie: Ohh!
Ja, und meine Mutter zieht bei uns ein,
Sie: Ein Volkswagen, das ist sooo schön!

Verlockend
Im Vorabendprogramm des NDR-Fernsehens wurde ein Werbeclip fürs Frühstücksradio gesendet. Eine Moderatorin kommt ins Bild und verkündet freudig: „Natürlich wird auch bei uns morgen früh das Corona-Virus Thema sein.“
Und ich: „Oja, darauf freue ich mich schon.“ (Guter Witz.)

Verräterische Pumps
Ein Familienvater macht eine Kneipentour. In einer Bar lernt er eine schöne Frau kennen. Nach heftigem Flirt beschließen sie, ein wenig mit seinem Auto zu fahren. Auf einem Waldplatz ergreift die Erregung von ihnen Besitz. Doch da stellt der Mann fest, dass er es mit einem Transvestiten zu tun hat. Er wirft ihn aus dem Auto und fährt frustriert nach Hause.
Am nächsten Tag macht die Familie einen Ausflug nach Köln. Die Schwiegermutter sitzt auch im Auto. Nach einem Bremsmanöver sieht der Mann, dass ein roter Damenschuh unter seinem Sitz hervorgerutscht ist. Zum Glück muss eines der Kinder mal. Er hält auf einem Rastplatz, und während alle beschäftigt sind, wirft er den Schuh heimlich in einen Mülleimer. Am Ziel steigen alle freudig aus, nur die Schwiegermutter nicht. Sie kriecht am Boden rum und ruft: „Ich verstehe das nicht! Eben habe ich meine Schuhe ausgezogen und jetzt ist einer weg!“ [Gehört auf Hilversum III]

Das Fenster zur Welt – Eine wahre Geschichte

Drei an ihr Bett gefesselte alte Männer liegen im Krankenhaus auf einem Zimmer. Einer liegt am Fenster und kann hinausschauen. Den ganzen Tag schildert er den beiden anderen, was in seinem Fenstertheater alles vor sich geht. Das erweckte den Neid des mittleren. In einer Nacht stößt er dem Fensterbettbeleger die Medizin vom Nachtschränkchen, die der bei einem Herzanfall benötigt. Der wird wach, erleidet vor Schreck prompt den Herzanfall, findet seine Medizin nicht und ist glücklich verröchelt.

    Nebenbei: Was bedeutet diese Redensart eigentlich? Glücklich verröchelt. Ich weiß nicht, wann sie aufgekommen ist, doch sie muss aus einer Zeit stammen, in der man froh sein konnte, alles hinter sich zu haben. Wir leben heute auf einer Insel des Wohlstands. Das täuscht ein wenig. Die meisten Menschen auf der Welt haben ein derart hartes Leben, dass ihnen die Redewendung unmittelbar einleuchten muss. Und trotzdem will der Mensch leben. Er will das Leben unbedingt, auch wenn es hart zu ihm ist wie ein strenger, böser, rachsüchtiger Schulmeister, einer, der die Menschen hasst. Das Leben ist ein Misanthrop. Man muss Wohlverhalten zeigen, um keins drüber zu kriegen. Was aber ist Wohlverhalten? Wonach soll man sich richten? Manche sagen, „du musst ein Schwein sein“, um die Gunst des kosmischen Schulmeisters zu gewinnen.

Bei den drei Alten im Krankenhaus ging es so weiter: Das Bett des Toten war noch nicht kalt, da verlangte der Neider aus dem mittleren Bett ans Fenster verlegt zu werden. Erwartungsfroh starrte er in die Dunkelheit hinaus und erwartete die Morgendämmerung, um all das Wunderbare zu sehen, was sein Vorgänger immerzu so farbig geschildert hatte. Für diesen Blick aus dem Fenster hatte er gemordet. Die Sonne ging auf. Es wurde kaum hell. Er schaute hinaus in den grauen Morgen. Sein Blick fiel auf eine kahle Brandmauer. Da war nur ein Lichtschacht.

    Die Geschichte, von mir „Fenster zur Welt“ genannt, hörte ich (ohne Unterbrechung wegen „glücklich verröchelt“) in den 1990-er Jahren im niederländischen Radio, Hilversum 3, wo der Moderator Jeroen van Inkel in seiner täglichen Sendung „een waargebeurd verhaal“ [Eine wahre Geschichte] erzählte. Ich habe damals einige davon mitgeschnitten und übersetzt.