Mal den Antwerpes reinhalten – Nachlese der Tour-de-France-Berichterstattung bei der ARD

Das Substantiv lässt sich unterteilen in Name und Klassenbezeichnung. Namen haben keinen Artikel, weil sie beispielsweise Einzelpersonen bezeichnen, etwa einen Mann namens Florian und keine Klasse von Personen mit den gleichen Merkmalen. Mit einer solchen Klasse von Florians hatte ich aber drei Wochen zu tun, mit den Radsportreportern der ARD, Florian Nass und Florian Kurz, also umgekehrt Kurz und Nass. Ich schaute mir nämlich jeden Tag die Übertragungen der Tour de France an, der Bilder malerischer französischer Land- und Ortschaften wegen, in erster Linie aus Begeisterung für Radsport.

Die kam so: Ich war gerade mal zarte 15 Jahre alt, als die Tour de France in meine Heimat kam, weil sie in diesem Jahr in Köln gestartet war. Die Tourkarawane kam die B477 lang, und an der winzigen Welle zwischen Butzheim und Frixheim habe ich damals im Schatten der Alleebäume gestanden und gewartet. Schon da bestand der Tourtross aus vielen Fahrzeugen, deutschen Polizisten, französischen Gendarmen, Signalgebern und Fotoreportern auf Motorrädern, ungezählten Autos und Motorradgespannen mit Kommissären, die den korrekten Verlauf des Rennens überwachten, und anderen Offiziellen und so weiter und so weiter, alle hupend und auf Trillerpfeifen blasend und wieder ein Motorrad und noch ein Auto und mehr aufgeregtes Tuten und Flöten, das die Erwartung in ungeahnte Höhen steigert, ein Augenblick der Ruhe vor dem Sturm, die erschrockenen Vögel heben wieder an zu singen, und dann rauscht das Fahrerfeld heran, eine bunte Schar gebeugter Männer auf Rennmaschinen wischt vorbei und verschwindet, hast du nicht gesehen, aus dem Blickfeld.
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