Volontär Schmock plaudert über Schönheitspflege

„Ich kenne einen Schriftsteller, der, nachdem er sich Wochen hindurch vergeblich abgemüht hatte, einen geeigneten Stoff aufzutreiben, endlich auf den possierlichen Gedanken kam, eine Entdeckungsreise unter seine Bettstelle zu veranstalten. Das Ergebnis des waghalsigen und gefährlichen Unternehmens war jedoch, wie jedermann ihm, der es bewerkstelligte, zum voraus hätte sagen können, gleich Null.“
(Robert Walser, Das Zimmerstück)

schmocks-rundumblickGibt es eigentlich noch die Avon-Beraterin? Früher sah ich sie manchmal in der Werbung. Leibhaftig ist mir allerdings niemals eine Avon-Beraterin begegnet. Aber ich habe einmal eine aus der Ferne gesehen, wie sie im Begriff war, in ein Haus zu gehen. Bin extra schneller gegangen, um sie betrachten zu können. Doch als ich auf ihrer Höhe war, fiel gerade die Haustür hinter ihr ins Schloss.

In den Fernsehspots war zu sehen, wie es drinnen weiter ging. Freundliche Begrüßung durch die Dame des Hauses im Flur, gemeinsam ins Wohnzimmer hinüber, dort Kosmetikdemonstrationen am lebendigen Objekt. Vermutlich hat sich das Heer der Avon-Beraterinnen selbst überflüssig und somit arbeitslos gemacht. Dank ungezählter Hausbesuche durch die Avon-Beraterinnen stieg das bundesdeutsche Schminkniveau nach und nach auf internationale Höhe. Es kam aber auch von weit unten. In den 1960-er Jahren war das Schminken allgemein noch unüblich, ungelenk, schlecht gemalt, wie Malen nach Zahlen. Ein mit Make-Up bemaltes Gesicht und darunter stach weiß ein ungeschminkter Hals ab, diesen groben Schminkfehler haben die Avon-Beraterinnen den deutschen Frauen nachhaltig ausgetrieben.

Dafür ging Frau noch in den 5o-ern auf die Straße -

Dafür ging Frau noch in den 5o-ern auf die Straße – „Nein, niemals nie! Keine Schminke auf den Hals und unters Kinn! – Gif-Animation: JvdL

Wen ich auch schon lange nicht mehr gesehen habe, ist der Vorwerk-Mann. Das Wuppertaler Unternehmen Vorwerk setzt seit den 1930-er Jahren erfolgreich auf Direktvertrieb seiner Staubsauger. Es muss aber den Vorwerkmann noch geben. Der Vorwerk-Konzern schreibt fette schwarze Zahlen. Ein Vorwerkmann muss immer picobello sein. Dem Vorwerkmann als Hausfrauentröster hat Loriot mit einem wunderbaren Hoppenstedt-Sketch ein Denkmal gesetzt. „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“, ist inzwischen Volksgut. Wie oft es in der Entbindungsklinik auf die Frage „Junge oder Mädchen?“ heißt „Es ist ein Vorwerkmann!“, ist leider nicht bekannt. Ob der Vorwerkmann stets eine Pinzette zum Zupfen der Nasenhaare mit sich führen muss, weiß ich leider auch nicht. Bei den Managern von McDonalds gehörte diese Pinzette zur Grundausstattung. Das verlangte der McDonalds-Gründer Ray Kroc. So ein Manager bei McDonalds muss ja die Nase in alles stecken, und es wird gemeinhin als unappetitlich empfunden, wenn die Nasenhaare aus den Naslöchern wuchern.

Schon die alten Römer haben die Nasenhaare gezupft. Nach neusten Berichten ist das lebensgefährlich. Und die Römer wusstens nicht! Vermutlich ist mancher Centurio nicht in der Schlacht gefallen, sondern an einem gezupften Nasenhaar verröchelt. Man kennt ja die Inschriften entlang alter Römerstraßen:

„Es starb die ganze Heldenschar am ausgerupften Nasenhaar.“ und
„Der Held litt lang am bösen Schnupfen. Er fiel beim Nasenhaare zupfen.“

Vermutlich ist das Römische Reich daran untergegangen. Als nächstes Imperium ist McDonalds dran. Mir würde nichts fehlen.

Ein hübsches Sammelgebiet sind alberne Fiseurnamen. Einmal unterhielt ich mich mit einer Freundin über einen Friseurladen, der sich “Haarlekin” nennt. Sie sagte, es sei ja nur ein Wortwitz, so einer, der einem einfällt, wenn einem nichts einfällt. Und plötzlich ist da dieser winzige Fast-beinahe-nichts-Einfall, und alle am Tisch rufen: “Ja! Das ist es!“ Später dann, wenn sich alle von der gewaltigen Durchschlagskraft dieses Einfalls erholt haben, erweist er sich dann doch als ein lauer Name, denn es verbindet sich keine anregende Vorstellung damit. „Haarlekin“. Wird man vielleicht von einem Possenreißer rasiert und sieht nachher aus wie ein Horrorclown? Das wird aber Ärger geben beim Personalchef von Vorwerk.

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