Frau und Herr Picapica bauen ein Holzhaus

Ein junges Paar will eine Familie gründen. Sie finden einen Bauplatz und beginnen, ein Holzhaus zu errichten. Alles geschieht mit Muskelkraft. Abwechselnd sieht man Herrn und Frau Picapica lange Balken heranschleppen und verbauen. Doch plötzlich kommt ein dicker Mann, ein Koloss, gemessen am schlanken Herrn Picapica. Dieser Koloss besetzt das zukünftige Kinderzimmer, sitzt da dick, fett und sinnlos und lässt sich nicht vertreiben. Im Gegenteil, sobald Herr oder Frau Picapica in seine Nähe kommen, teilt der dreiste Hausbesetzer Prügel aus. Was bleibt dem Paar? Es gibt auf, sucht einen anderen Bauplatz und fängt erneut mit dem Hausbau an.
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Mail-Art-Projekt „Hannover“

Liebe Leute vom „Hannover“-Ansichtskarten-Projekt!
Allmählich müssten die Umschläge von mir mit den Karten-Sets bei euch eingetroffen sein. Um das soziale Mail-Art-Projekt abzurunden, schlage ich vor, dass wir Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer einen Teil der Postkarten auf dem Postweg tauschen, also uns wechselseitig zuschicken,
Beispiel: Alice schickt Karte 8 und 12 an Andrea, Andrea schickt Karte 12 und 8 an Alice. Auf diese Weise bleibt das Kartenset vollständig, nur dass die eigenen Karten postalisch gelaufen sind, also Briefmarke, Stempel und handschriftliche Nachricht haben.
Weiter schickt …
Anna, Karte 4 und 2 an Feldlilie, Feldlilie Karte 2 und 4 an Anna;
Christian, Karte 5 und 1 an Jules, Jules Karte 1 und 5 an Christian;
Andrea, Karte 7 und 8 an Jules, Jules Karte 8 und 7 an Andrea.
Karten 3, 10 und 6 gebe ich an Freunde. 9 tausche ich mit dem Buchdruckmuseum
Bitte gebt mir Bescheid, ob ihr mitmachen wollt und tauscht euch wegen Adressen untereinander aus.

Ein Netz wird zerfetzt

    Vorrede: Letztens habe ich den Bahnhof von Stolberg erwähnt und erinnerte mich an einen Text, den es bei Twoday.net mal zu lesen gab, hier aber nie. Er ist die Fortsetzung von „Große Welt ist kleine Welt“ und gehört zu Band 2 des unvollendeten Internetromans „Die Papiere des PentAgrion.“

Schalte dein Radio ein – passende Musik am Schluss des Textes

Von Westen her, über den Höhenrücken des Stadtwalds hinweg ziehen schwarze Wolken auf. Als Coster zurückkommt, schaut er hoch und sagt: „Ich glaube, du gehst am besten sofort, sonst wirst du nass.“
Da packe ich meinen Kram und mache mich auf. In seiner Diele umarmen wir uns, und ich danke ihm für all die Wohltaten, die er mir hat zukommen lassen. Er ist jetzt froh, mich los zu werden, denn er hat alles getan für mich, was einer nur tun kann, der einen bekümmerten Freund beherbergt. Am Vorabend hat er sogar auf seiner Trompete geblasen, die er kürzlich einer Freundin abgekauft hatte, die ein wenig klamm gewesen und Erbstücke hatte verhökern müssen.

Draußen hebt ein Sturm an, schüttelt und rüttelt alles durch, was sich nicht halten kann, erfasst auf dem Bahnhofsvorplatz Metalltische und Stühle und schleudert sie umher. Eine Weile setze ich mich auf eine Bank und lasse mich zausen, lasse mir vom Sturm den Kopf zu Recht rücken, bis der von Coster vorhergesagte Regen aufkommt. Da flüchte ich in den Bahnhof und gehe auf den Bahnsteig. –

Bald finde ich mich mit drei anderen Fahrgästen wieder im Taxi nach Stolberg. Wir machen eine hübsche Erinnerungstour durch die Stadt. Es ist nicht so, dass wir mit dem Taxi hatten nach Stolberg fahren wollen. Die Deutsche Bahn hat uns dazu genötigt. Einst muss die Bahn ein Muster an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit gewesen sein. Da warb sie mit dem Slogan: „Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ Dieses robuste, ja, stoische Image hat sie längst verspielt. Die Bahn ist heute ein fein gesponnenes Netzwerk von höchst fragiler Natur. Das Gebilde Bahn gerät aus den winzigsten Anlässen sofort aus dem Takt, beispielsweise wenn Wetter ist, also Kälte, Hitze, Sturm oder Gewitter. Ja, selbst wenn ein Verantwortlicher an den Schaltstellen nur ein Fürzchen quer sitzen hat, pflanzt sich diese kleine Unpässlichkeit über das filigrane Netzwerk fort, richtet hie und da erste Schäden an, die im weiteren Verlauf kulminieren, sich zu wahren Unwettern aufblähen und in der Folge als Tornado den gesamten Bahnverkehr zum Erliegen bringen.

Dem stofflichen Netzwerk der Bahn fehlt Redundanz, es fehlen alternative Verbindungen, auf denen sich eine Störung umgehen lässt. „Früher“, sagt ein hilf- und ratloser Lokführer aus der Tür seiner Lok heraus, „früher wären sofort zwölf Mann ausgerückt, um die Schäden an der Strecke zu beseitigen. Aber heute müssen die erst zusammengerufen werden.“ Seine Lok steht still auf dem Bahnhof von Stolberg, wohin die Reisenden mit dem Taxi gekommen sind. Ab Stolberg werde ein Zug fahren, hatte man uns gesagt. Aber diese Information gilt nicht mehr. Der Furz aus dem Bahnvorstandssessel war leider verheerend. „Wann es weiter geht, weiß ich auch nicht“, sagt der Lokführer. „Die Strecke ist nicht frei.“ Nie zuvor hätte ich gedacht, dass die gewaltigen Lokomotiven, die so eine immense Kraft und Geschwindigkeit entfalten können, von Männern gesteuert werden, die nichts wissen. Die Unwissenheit aber ist eine Begleiterscheinung fragiler Netzwerke. Solche Netzwerke sind streng hierarchisch organisiert. Das Wissen verdünnt sich von oben nach unten, denn es ist per Definition Herrschaftswissen und festigt die Macht der Entscheidungsträger. Es heißt, schlanke Netze seien kostengünstiger und effektiver. Verschlankung bedeutet aber Ausdünnung. Was nicht oft gebraucht wird, kommt weg. Weg kommt auch, was mehr Kosten verursacht als es beim Normalbetrieb einbringen könnte. Da nun aber der Normalbetrieb von unzähligen Faktoren gestört werden kann, sind wir also auf dem Stolberger Bahnsteig gestrandet. Mich erwartet niemand, aber um mich herum wird heftig diskutiert und geflucht, weil man Termine hat.

Bahnreisende sind üblicherweise eine Zwangsgemeinschaft, und das Kennzeichen solcher Strukturen ist die gegenseitige Abschottung. Daher fließt im Netzwerk der Bahnkunden selten eine Information, die über das Gucken, Schubsen und Anrempeln hinausgeht. Im Netz der Bahn werden Informationsträger befördert, die zu anderen Netzwerken gehören. Ein Menschentransportmedium kann natürlich auch gesellig sein, zumindest einst ist es so gewesen, als die Menschen noch in den unbequemen Rollwagen saßen, deren Wände hochgeflochten waren, so dass man nicht hinaussehen konnte. In Jörg Wigrams Rollwagenbüchlein aus dem Jahr 1555 sind die Schwänke versammelt, die man sich zur Reiseunterhaltung erzählte. Offenbar hat die Kommunikationsbereitschaft des postmodernen Menschen enorm unter der Verstädterung und der Ausweitung seines privaten und beruflichen Netzwerkes gelitten, hat sich dadurch verdünnt und ist eigentlich zum Stillstand gekommen unter Fremden. So geht es auch jetzt auf dem Bahnsteig von Stolberg. Zuerst müssen alle in ihr Mobiltelefon sprechen und die aktuellen Wasserstände melden, wo sie sind, was passiert ist, dass niemand was weiß. Und Rückrufe kommen.

„Nein, niemand weiß, wann es weitergeht!“

Das ist zweifellos eine wichtige Information, die über die diversen Funknetze verbreitet werden muss. Sie zieht in den Äther hinaus, einmal um den Mond und zurück, wird von diversen Satelliten weitergeleitet, zurückgestrahlt in Parabolantennen, umgewandelt und wieder in die Funknetze eingespeist, um hie und da in Köpfe zu flutschen: „Keiner weiß was, ich weiß auch nichts.“ Es ist klar, dass sich Informationen verdünnen, je größer und dichter ein Netzwerk ist, in dem sie herumschwirren. Wie Autobahnen Verkehr erzeugen, so erzeugt jede Datenautobahn Informationen, die es nur gibt, weil die Datenautobahn da ist. Und je höher die Nachrichtendichte, desto redundanter werden Informationen. Auf einen Großteil könnte man verzichten, ohne den Informationsgehalt zu senken. Zusätzliche Fernkommunikationsnetze wie Internet und Festnetzanschluss, sie alle in Kombination bewirken nicht nur ein Absinken des Informationsgehalts der digitalen Nachrichten, die Nachrichten können sich auch gegenseitig stören, überholen, den zeitlichen Ablauf durcheinander bringen.

Anders ist das bei stofflichen Netzen wie bei der Bahn oder einer Solidargemeinschaft, die sich aus Gründen höherer Gewalt zu einem losen Netz zusammenschließt. Denn nachdem auch der letzte dreimal herumtelefoniert hat, dass niemand was weiß, besinnt man sich auf die Leute in der Umgebung. Das Niederliegen des Beförderungsnetzes lässt ein unmittelbares, menschliches Netz entstehen. Horror vacui, die Angst der Natur vor dem leeren Raum. Dieses neue soziale Netz ist nur eine Augenblicksbildung, aber sie lässt ahnen, wie die Welt anders und besser sein könnte, wenn die Menschen mehr miteinander reden würden, Aug in Aug und nicht per Fernkommunikation. Im Laufe der holprigen Reise sollte ich jedenfalls eine Reihe Leute kennen lernen und die kurzweiligste Bahnreise meines Lebens haben, die ich je alleine unternommen habe.

Die Bahnsteige in Stolberg (Rhld) sind nicht überdacht. Überhaupt ist es recht ungastlich in Stolberg. Selbst wenn der Zug mit geschlossenen Fenstern durchfährt durch Stolberg (Rhld), dann stinkt es nach faulen Eiern. Dort auf dem Bahnsteig zu stranden mit einem Lokführer, der ratlos neben seiner Lok steht und nicht weiß, wann er weiterfahren darf, das gemahnt an einen Alptraum. Als alle Wartenden schon verzweifelt sind, naht die Rettung. Ein Fahrdienstleiter mit einem großen Rucksack auf dem Rücken taucht aus der Unterführung auf, wird sogleich umringt und mit Fragen gelöchert, denn er strahlt Kompetenz aus. Nach einer Weile macht er sich frei, tritt einige Meter zur Seite und ruft mit seinem Mobiltelefon irgendwo an, offenbar bei einer höheren Stelle. Ich höre ihn fragen: „Und was mache ich jetzt mit meinen Leuten?“

Es wirkt sogleich beruhigend, dass plötzlich jemand sich verantwortlich fühlt für den Haufen, der auf dem Bahnhof von Stolberg gestrandet ist. Inzwischen bin ich mit einer blonden jungen Frau ins Gespräch gekommen. Sie will nach Berlin, was vom Stolberger Bahnhof aus unglaublich weit wirkt. Es ist kaum vorstellbar, dass jemand, der auf dem Bahnsteig in Stolberg herumsteht bei einem Zug, der nicht fährt, noch zu christlicher Zeit in Berlin anlangen kann. Sie ist Zollbeamtin, unterwegs zu einem Lehrgang, und ich habe mir in Maastricht im Easy-Going-Coffeeshop fünf Gramm Gras gekauft. Wenn ich meinen Arm bewege, steigt der unverkennbare Geruch nach frischem Haschisch aus der Innentasche meiner Jacke auf …

Digital wird Material – Gemeinschaftsprojekt Kurt Schwitters: „Hannover“

„Es ist etwas dazwischen gekommen!“, empfing mich mein Gewährsmann Peter im Buchdruckmuseum. Man werkelte zu Dritt an der Abzugspresse. Es musste eine andere Form abgezogen werden für eine Gruppe, die am Vortag überstürzt hatte aufbrechen müssen und heute wiederkommen wird.
„Und wann können wir meine Karten abziehen?“
„Am besten nächsten Mittwoch.“
Mist und dafür bin ich schon um 9 Uhr eingetroffen. Bis zum kommenden Mittwoch wollte ich nicht warten, ging einige Häuser weiter zum Kopierladen und besprach die zu druckenden Karten. Glücklicherweise existiert Karte 9 ja auch als Vorlage für den Digitaldruck. Mittags sandte ich von zu Hause die drei Dateien, musste nach telefonischer Rücksprache mit einer Frau C. bei einigen die Größe korrigieren; um 17 Uhr holte ich die Karten ab. Prächtig! Soeben habe ich sie eingetütet und versende sie gleich.
Update 12:56 Uhr: Ist auch erledigt.

Die ganze Welt ist meine Ansichtskarte

Ein dicklicher Hipster mit Bart und Brille steht im engen Kiosk im Weg, steht einfach da rum und dampft seine E-Zigarette. Er scheint etwas gekauft zu haben, aber geht nicht und macht nicht Platz im engen Gang vor der Verkaufstheke. Warum? Völlig unmotiviert sagt er: „Das hier ist der kultigste Kiosk von Linden!“ und schickt ein einvernehmendes „Hehehe!“ hinterher. Der Kioskbetreiber findet es nicht lustig und ich auch nicht, bin im Gegenteil unangenehm berührt. Denn den Kiosk besuche ich regelmäßig am Samstagmorgen. Er gehört zu meinem Alltag und zum Alltag der Familie, die hier arbeitet. Wir mögen nicht Teil eines kultigen Menschenzoos sein, in dem konsumverwöhntes Hedonistenpack dampfend im Weg rumsteht, um sich auf unsere Kosten zu vergnügen. Was ist nur los mit den Menschen? Warum sind sie so unbehaust und müssen unbedingt als Plage in angesagte Orte einfallen? Warum wollen sie hin, wo es „kultig“ ist oder nur postkartenwunderschön? Immanuel Kant hat den Großraum Königsberg nie verlassen und hatte alles, was er brauchte. „Der Weise sei sich selbst genug“, sagt Baltasar Gracián in seiner „Kunst der Weltklugheit“. Jedem ist doch ein reiches Gefühlsleben, Verstand und schöpferisches Potential mitgegeben, entsprechend dem wunderbaren Bonmot eines Kunstprofessors:

„Jeder, der an mir vorbeigeht, ist ein Künstler“,

wobei vielleicht die Idee mitschwingt, dass es der Initialzündung bedarf, und sei es die einer Begegnung im Vorbeigehen. Wer das Pech hat, keine Initialzündung zu erleben, verödet und spürt, dass ihm etwas fehlt, gesellt sich zu den Konsumidioten, die bedenkenlos den Globus abfrühstücken, sich die touristischen Highlights und Geheimtipps reinziehen in die Nase wie Koks oder eben einen verwinkelten Kiosk in Linden-Süd inhalieren, bis die normalen Kunden genervt wegbleiben. Ich hab derlei schon mal erlebt. „Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet“, sagt Hans Magnus Enzensberger. In einer schier grenzenlos verfügbaren Welt führt kein Weg daran vorbei, sich selbst zu begrenzen. Auch wenn jeder bei sich denkt: Die Touristen sind immer nur die anderen.

Wer keine Arbeit hat – macht sich welche

Bei der Collage der Schwitterschen Rathausforderung hat mir missfallen, dass die Gesichter von Unbeteiligten zu erkennen waren. Ich hatte sie aus einem Foto ausgeschnitten, das ich bei der Occupy-Demonstration in Hannover geknipst hatte. Dann lieber doch mit einem Foto von mir und prominenter Verstärkung (von links: Kurt Schwitters, Trithemius, Josef Beuys). Was es mit dem Bierfilz in meinem Gesicht auf sich hat lies hier.

Rathausforderung alt

Rathausforderung neu


Weiter unten das Ausgangsmaterial für die Collage. Eigene Fotos:

Alles geht schneller, dauert nur länger

Digital geht alles schneller, es dauert nur länger – Am Sonntag habe ich die Postkarten für den Digitaldruck zusammengestellt, vier Nutzen auf DIN A4, zum Beschnitt auf DIN A6, im Original als PDF. Die Grafiken mit Farbe befinden sich auf einem Standbogen. Weil nur drei Entwürfe Farbe hatten, habe ich die Collage vom Rathaus Hannover mit zweiter Farbe als Duplexdruck angelegt. Namen der Gestalterinnen und Gestalter unter den Arbeiten. Ich bitte um Prüfung oder ggf. Änderungswünsche. Sonst gebe ich die Karten so in den Druck.