Zwölf Punkte, die das Scheitern der Fußball-Nationalmannschaft erfreulich machen

1. Keiner redet mehr vom „Mittelfuß der Nation.“

2. Keiner beschwert sich mehr, dass Özil die Nationalhymne nicht singt.

3. Die Schlandfahnen verschwinden aus dem Straßenbild.

4. Frau Merkels Kabinenbesuch bleibt aus.

Ranwanzen! A. Merkel und die Honneckers mit den Weltmeistern 2014 in der Kabine – Collage: JvdL

5. Joachim Löws Handspiel bleibt ohne Videobeweis.

6. Linekers Gesetz hat nachhaltig seine Gültigkeit verloren.

7. Kein peinliches Tanzsingspiel der Mannschaft mehr.

8. Bei „Torhüterlegende“ denken wir an Franz Kafka und nicht an Manuel (bin unterwegs, Tor steht offen) Neuer.

9. Andere können auch mal Weltmeister werden.

10. Gruppenletzter in der Vorrunde ist immerhin vor Holland und Italien.

11. Keine nächtlichen Autokorsos. (Hier haben sich die Südkoreaner wirklich vorbildlich zurückgehalten.)

12. Die Geburtsstunde neuer Wörter:
– Die Schlande;
– der Schlandrian;
– schlandrieren (lustloses Bewegen auf Fußballplätzen)

(11 und 12 ergänzt durch Lo von Kohlenspott.de.)

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Plausch mit Frau Nettesheim – über Seife


Frau Nettesheim

Hat sich Ihre Aufregung wegen der DSGVO gelegt, Trithemius?

Trithemius

Sie tun mal wieder ganz abgeklärt und unbeteiligt, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim
Ich bin ja auch nicht involviert.

Trithemius

Weil Sie eine fiktive Gestalt sind.

Frau Nettesheim
Ich bevorzuge den Terminus „literarische Kunstfigur.“

Trithemius

Da fängt es schon an. Dann gefällt Ihnen sicher auch nicht, wenn ich ausplaudere, dass ich Sie auf dem Flohmarkt gefunden habe.

Frau Nettesheim
Unverschämter Patron, ich geben Ihnen gleich „Flohmarkt!“

Trithemius

Doch, der Wahrheit alle Ehre. Ist schon eine Weile her, da bummle ich über die Aachener Pontstraße am Zeitungsmuseum vorbei. Das Portal steht offen, und man lädt zum Flohmarkt. Da entdecke ich einen Stapel alter Ausgaben der Illustrierten „Kristall“ aus den frühen 1950-er Jahren, deren Design mich fasziniert. Hab so viele gekauft wie ich tragen konnte. Beim Durchblättern fand ich Sie, Frau Nettesheim. Sie warben, glaube ich, für Seife. Ich habe mich auf der Stelle verliebt!

Frau Nettesheim
In Seife? Ich habe schon immer vermutet, dass Sie abseitige Vorlieben haben.

Trithemius

Aua, das war jetzt nicht nötig, nur weil ich ein bisschen geplaudert habe, quasi als Überleitung von der doofen DSGVO wieder zu interessanteren Themen.

Frau Nettesheim
Dann sind wir also damit durch, der Herr?

Trithemius

Nur eines noch, um was klarzustellen: Wenn es darum gegangen wäre, die Daten ihrer Bürger zu schützen, hätte eine so wunderbar fürsorgliche Bundesregierung das Geschäft der Abmahner gesetzlich eingeschränkt. Da es nicht geschah, war ihnen daran gelegen, ein Bedrohungsszenario aufzubauen. Und dass dadurch der schwer zu kontrollierende Freigeist in der Blogosphäre geschwächt wird, ist doch schon ein Erfolg, für den man Jan Philipp Albrecht mit einem Ministerposten in Schleswig-Holstein belohnen kann. So läuft das politische Geschäft in einer neoliberalen Demokratie.

Frau Nettesheim
Jetzt ist aber Schluss. Reden Sie lieber weiter über mich!

Trithemius

Sie mal wieder, hihi.

Buchstabenfraß (2) Übermut tut selten gut

Fast noch Nacht, gerade dämmerte ein prächtiger Maientag herauf, fügten sich Bilder zu Ideen, wurden Wörter, eine ganze Geschichte sogar, von einem Hotel Astor, das in zwei Zeitzonen sich befand, und einem unfassbar lahmen Hoteliersehepaar, von gstohlenen Bildern aus einer Akte, von im Mund zerfallendem Kaugummi, aber bevor ich aufstehen konnte, erneut Buchstabenkannibalism

Grafik und Animation: JvdL

Die volle Wahrheit über Teestübchen-Chefredakteur Julius Trittenheim

Dienstagmorgen kurz vor der Teestübchen-Redaktionskonfernenz. „Wo hat der Chef seinen ersten Text veröffentlicht?“, fragt Redaktionsasisstentin Marion Erlenberg ungläubig und vergisst glatt, den Mund zu schließen. „Im Stadtmagazin von Würselen!“, grinst Volontär Schmock. „Von wegen Titanic oder Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Kartoffeldruck! Hier, ich habe es schwarz auf weiß!“ Er knallt ihr ein aufgeschlagenes, schon etwas zerfleddertes Heft auf den Tisch und wispert: „Eine Reportage über die Realschule Würselen, Sie wissen schon, Frau Erlenberg, wo die berühmte Krankenschwester und der legendäre Feuerwehrmann von Martin Schulz zur Schule gegangen sind, genauer über deren Fahrradkeller; hihi! Tippen Sie den mal ab, dann mogele ich ihn ins Teestübchen, wenn der Chef zum Mittagstisch ist!“
Gesagt, getan:

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