Schreiben wie im Mittelalter – „Von der schuldigen Ehrfurcht bei der Pflege der Bücher“ 14 Bloggerinnen und Blogger haben das 17. Kapitel des Philobiblon abgeschrieben

Das Ergebnis unseres Schreibprojektes ist hier zu betrachten. Ich danken allen Beteiligten herzlich für die termingerechte Einsendung. Es gehört Mut und Überwindung dazu, sich derart zu exponieren, weil wir daran gewöhnt sind, unsere Worte in die anonymen Formen technischer Schrift zu kleiden. Einige völlig wertfreie Bemerkungen zum Ergebnis: Die Vielfalt der Handschriften ist beeindruckend. Ihre […]

Schreiben wie im Mittelalter – Wir kopieren ein Kapitel aus dem Philobiblon

Zeitreise ins Mittelalter. Heute vor 674 Jahren, am 24. Januar 1344, an seinem 58. Geburtstag beendete Richard de Bury, Bischof von Durham, sein Buch von der Bücherliebe, das Philobiblon. Gedruckt wurde die in Latein verfasste Handschrift erstmals 129 Jahre später, nämlich 1473 in Köln. Mir liegt eine deutsche Übersetzung von Max Frensdorf vor, gedruckt 1932 […]

Schriftwissenschaft: Ypsilon – Der Scheidweg der Hyäne

„Ganz schön todesmutig“, sagte ich beim Aufwachen. Im Traum hatte jemand einer Hyäne ein Hundehalsband umgelegt und wollte sie spazieren führen. Ob das gelang oder ob sie ihn gebissen hat, weiß ich nicht. Ich erwachte und dachte: „Hyäne“ ist ein interessanter Fall der Orthographie. Der Buchstabe Ypsilon hat im Deutschen drei Lautwerte. In Wörtern wie […]

Onkel Josef sein Waschbecken, Eselsohren, Strohhalme und Colomans fromme Fliege

Fast vergessen hatte ich, dass ich über private Leihbüchereien schreiben wollte, wie wir eine Anfang der 1960-er Jahre auf dem Dorf hatten. Der Text über private Leihbüchereien im Allgemeinen muss leider noch warten. Heute geht es um etwas anderes. Inzwischen ist mir über Gewährsleute zugetragen worden, dass die Wäscherei Fonk gar keine Wäscherei gewesen ist, […]

Forschungsreise zu den Franken (3) – Christian und ich

Jeweils an meinen Geburtstagen in den Jahren 2012 und 2013 hat Gottes Stiefelabsatz nach mir gezielt, und beim zweiten Mal bin ich ziemlich ramponiert darunter weg gekrochen: 2012 erlitt ich einen Herzinfarkt. Er kam nicht aus heiterem Himmel, hat mich aber trotzdem überrascht, weil ich gewohnt war, dass mein Körper mir keine Kapriolen macht. Gerade […]

Verschnitzt – Felherwoche im Teestübchen (2)

Die Dörfer im linksrheinischen Rheinland waren in meiner Kindheit überwiegend mündliche Kulturen. Man sprach eine Mundart, das Landkölsche, und Hochdeutsch, wie man die Wörter gehört hatte. Bei dieser Form der Sprachvermittlung vom Mund zum Ohr konnten sich bedingt durch Ungenauigkeiten der Artikulation und Verhören etwas falsch Verstandenes verfestigen. So kannte ich eine alte Dame, die […]

Theorie und Praxis der Handschrift (2) – Das Konzept der Ausgangsschrift (2.1) Entstehung

Erinnern wir uns an Richard de Bury und das Philobiblon. Wenn er mit seinem Buch von der Bücherliebe etwas bewirken wollte, wird er beim Verfassen sorgfältig und möglichst schön geschrieben haben und vermutlich hat er auch darauf geachtet, dass sein Manuskript sorgfältig und gut lesbar kopiert, also abgeschrieben wurde. Eine unleserliche Kopie wäre wertlos gewesen. […]

Update Schreiben wie im Mittelalter – Seminar Theorie und Praxis der Handschrift – Gürtel enger

Nachtrag Schreiben wie im Mittelalter Inzwischen ist mir auch der bislang fehlende Abschnitt von Jaelle Katz zugegangen. Ich habe ihn in unsere Galerie bereits eingepflegt und konnte meinen hingehunzten Abschnitt dafür entfernen. Jetzt ist das Werk vollständig. Ich bitte um Beachtung. Seminar Theorie und Praxis der Handschrift Unsere Gruppe umfasst derzeit 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. […]

Projekt „Schreiben wie im Mittelalter“ – Einiges über Handschrift und – Teilnehmerliste (Update)

Unser imaginäres Skriptorium bevölkert sich, als würden aus allen Landesteilen die Kopisten anreisen. Dabei freut mich besonders, dass dieses Projekt generationenübergreifend ist. Auffallend auch, dass sich bislang überwiegend Frauen angemeldet haben, ein Sieg der Emanzipation. Vom Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts war Schreiben Männersache. Noch ein Unterschied: Mittelalterliche Kopisten schrieben eine überindividuelle Schrift, ab […]

Von der Klage der Texte wider ihren Erzeuger – Teestübchen Jahresrückblick 2017

Seit dem Start im August 2015 sind im Teestübchen 580 Beiträge erschienen, doch einmal von der Startseite verdrängt, sind sie im digitalen Orkus verschwunden. Diese Beiträge klagen an: „Unser eigener Autor vergisst uns bald, und würde man ihn fragen, was hast du da und dort geschrieben, würde er leugnen, uns überhaupt zu kennen, der Lump. […]