Humorkritik – Der Trittenheim hat nicht gelacht

„Wenn ich schlechte Laune habe“, sagte Volontär Schmock, „dann lese ich humoristische Bücher.“

„Bei mir geht das nicht“, entgegnete Chefredakteur Trittenheim. „Wenn ich schlecht gelaunt bin, stoßen Witze mich in bodenlosen Grimm. Am Samstag in der Limmerstraße beispielsweise fand ich auf einem Regal vor dem Antiquariat ein Buch von Horst Evers, Sie wissen schon, Horst Evers, dieser Berliner Storytelling-Kabarettist, dessen Witztechnik die liebevoll möbilierte Übertreibung ist.“

„Ja, den kenne ich, er tritt manchmal bei 3Sat auf.“

„Bei seinen verschwitzten Auftritten, ist er noch zu ertragen, sein wiederkehrendes ‚Mannmannmann, das ist aber auch…‘ funktioniert gedruckt leider nicht, und auch die Übertreibungen wirken nur albern.“

„Warum kaufen Sie denn so ein Buch?“

„Wusste es ja vorher nicht. Am meisten verlockt hat mich auf dem Titel eine Zeichnung von Titanic-Kollegen Bernd Pfarr, dessen leisen, absurden Humor ich geliebt habe.“

„Guter Mann. Leider schon tot. Gibt es denn sonst nichts Erfreuliches über das Buch zu sagen?“

„Doch, war schon irgendwie lustig, dass das Buch nach 144 Seiten schon zu Ende ist und danach wirklich nichts mehr kommt. Hinter dem Buchdeckel ist definitiv Schluss. Ende aus, Mickymaus. Der frische Baum, den es für weitere Seiten gebraucht hätte, der durfte stehnbleiben. Hat überlebt, trotz oder wegen Horst Evers. Weil dem nicht mehr eingefallen ist, glücklicher Weise. Am meisten befriedigt mich, dass ich dem Antiquar drei Euro bezahlt habe und er über die volle Summe verfügen kann, also kein Cent davon an Evers und seinen Verlag geht. Das sollte denen eine Lehre sein und weitere Bücher dieser Art verhindern.“

„Mannmannmann, das ist aber auch …“

„… besser fürs Klima.“