Quartett der Wortungetüme

Auf dem Gehweg ein mit Kreide gemalter Richtungspfeil und der Appell: „Einmal ‚Happy Birthday singen‘!“ Ich würde es ja machen, aber für wen? Da ist niemand außer mir und natürlich der junge Mann, der versucht, die Kettengangschaltung seines Fahrrads gängig zu machen. Als er mich überholt, knarzt die Kette erbärmlich, und ich denke, oje, so kommst du nicht weit. Schon großes Krachen. Die Kette ist gerissen oder hat sich um die Schaltung verdreht. Er muss vom Rad, erkennt wohl rasch, dass keine ambulante Reparatur möglich ist. Dann schiebt er mir sein Rad entgegen, wohl, um es an seinen Standplatz zurück zu bringen. Wenigstens das soll seine Richtigkeit haben.

„Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt“ – Nein, der hält es in Ordnung. Beim Rückweg versperren zwei dümmlich lächelnde Frauen mit ihren Hunden an den Leinen den Gehweg. Eine dritte gibt Anweisungen, offenbar eine Hundetrainerin, besser eine Hundebesitzerinnentrainerin. Ach, immer die langen Wörter. So sperrig wie Frauchen und Hund selbst. Sie ziehen an den Leinen ihre Hunde bei Fuß, wie ihnen gesagt wurde, und lassen mich vorbei.

Im Hausflur und auf den Treppenstufen verteilt liegen Aufnehmer. Die Treppenhausreinigerinnen sind im Haus und arbeiten sich aus dem Dachgeschoss nach unten. Im „Komposita-Quartett“ schlägt die Hundebesitzerinnentrainerin die Treppenhausreinigerinnen um Längen. O Gott, noch nichts geleistet außer Brötchen zu holen und zu verzehren, und schon befällt mich das Postfrühstückserschöpfungssyndrom. Das schlägt sie alle.