Der Teebeutel war’s

„Wie kannst du das hier und jetzt auf eine andere Ebene heben?“, fragt mich mein Teebeutel, genauer sein Anhänger. Konkret? Der Teebeutelanhänger hängt außen an der weißen Teekanne. Um die Kanne hochzustellen, fehlt an meinem Schreibtisch ein Regal. Übertragen? Was ist überhaupt gemeint mit „das“? Die Teebeutelphrase doch. Indem ich sie abgeschrieben habe, indem sie auf meinem, jetzt auch auf deinem Bildschirm erscheint, befindet sie sich bereits auf anderen Ebenen. Bleibt die Frage, wozu das gut ist. Wozu alltägliche Erfahrungen und Beobachtungen verschriftlichen? Wir entheben sie der Situation (hier) und der Zeit (jetzt). Auf diese Weise können wir sie betrachten und darüber nachdenken.

Meine derzeitige Situation sieht etwa so aus: Ich sitze an meinem Schreibtisch, tippe und friere an den nackten Füßen, allerdings nicht genug, dass ich schon genötigt wäre, den Zustand zu beenden und mir Socken anzuziehen. Freilich könnte ich das unbeschadet tun. Niemand würde bemerken, dass ich zwischen diesen Worten aufgestanden wäre, um mir Strümpfe zu holen. Selbst, wenn ich ankündige, das genau jetzt zu erledigen, wäre es nicht von Belang, denn der Text hier spiegelt die Situation nicht, wie etwa ein Film dies täte. Überdies ist er zeitlos. „Zeitlos“ ist kein Qualitätsurteil, sondern besagt, dass der Text außerhalb der Zeit besteht, aber nur auf einer diffusen Ebene. Würde das Blog gelöscht oder der Server abgeschaltet, verbrennt ein Buch oder fällt Mikroorganismen zum Opfer, ist’s aus mit dem Bestehen. Dann ist die Zeit des Textes abgelaufen. Erkenntniswert? Ich sitze nur am Schreibtisch und vermeide, mein Tagwerk zu beginnen. Wenn ich dir Zeit gestohlen habe, der Teebeutel wars.