Staubige Handwerker und ein Loch in der Wand

Unter dem Briefkastenschlitz steht mit Edding „Für Liebesbriefe.“ Was ich einwerfe, ist leider kein Liebesbrief, sondern ein „Leistungsauftrag“ an die Beihilfestelle NRW (LBV). Als privat versicherter Beamter bekomme ich alle Arztrechnungen, muss sie zuerst bezahlen und kann mir 70 Prozent der Summen vom LBV erstatten lassen. 30 Prozent erstattet auf Antrag die private Krankenversicherung (KV). Die Konstruktion hat den geringen Vorteil, dass ich sehen kann, was Ärzte abrechnen. Als nach meinem Beinbruch die Chefärztin der Radiologie kam, um guten Tag zu sagen, wusste ich, das gibt eine saftige Rechnung. Rechnungen schickte auch, wer mir aus der Ferne zugewinkt hatte.

Der Nachteil der Regelung 70 Prozent LBV, 30 Prozent KV ist der Verwaltungsaufwand. Alles muss doppelt beantragt werden. Die KV bietet inzwischen die Möglichkeit, den Leistungsantrag online einzureichen. Das habe ich heute getan, weil mir Antragsformulare fehlten. Das spart Briefporto, hat aber den Nachteil, dass ich nicht zum Briefkasten gehen muss. Der Briefkasten vor der Post ist für mich, was dem Hundebesitzer der Hund ist, er zwingt mich vor die Tür. Außerdem ist es ein erhabenes Gefühl, dem Briefkasten mit fertig ausgefüllten Anträgen das Maul zu stopfen.
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