Abenteuer Bankkarte

Die Metapher „kennt die Gegend wie seine Hosentasche“ trifft auf mich nicht zu, selbst wenn mir eine Gegend vertraut ist. Sich in einer einzigen Hosentasche auszukennen, ist keine Kunst. Meine neue Winterjacke hat einen Überfluss an Taschen, auch ein verstecktes Fach auf der rechten Seite, oberhalb zweier Seitentaschen. Im Fährschiff nach Norderney zahlte ich Getränke und steckte mein Portemonnaie gedankenlos in diese Tasche. Später fand ich es nicht mehr. Da die Reise mit unglücklichen Ereignissen begonnen hatte, glaubte ich sogleich, ich hätte mein Portemonnaie verloren. Ich fragte telefonisch bei der Reederei nach und in einem Restaurant, in dem wir am Vorabend gegessen hatten.

Nach diesen vergeblichen Versuchen ließ ich meine Bankkarte sperren. Das ging rasch – per Telefonat mit der Sparkasse Aachen. Ich bin bei diesem Geldinstitut seit über 40 Jahren Kunde, war schon Kunde, als es noch Kreissparkasse Aachen hieß, wo ein Geist von ausnehmender Kundenfreundlichkeit herrschte. Dieser Geist hielt sich auch nach der Fusion mit der Stadtsparkasse zur Sparkasse Aachen. Bei meiner Binnenmigration nach Hannover behielt ich mein Konto dort. Es ist wie ein Anker, der mich noch mit der alten Heimat verbindet. Zudem wurde ich als Kunde bislang zuvorkommend behandelt, nur eben jetzt nicht.
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