Das Institut – Ein Wiedersehen

Einige Wochen gingen ins Land, die ich mit albernen Tätigkeiten verbrachte, deren Sinn sich mir nicht erschlossen. Ich hatte die Hoffnung aufgegeben, das Fräulein wieder zu sehen, als Sie eines Morgens vor mir durch den Park aufs Institut zu ging. Mein Herz hüpfte. Ich eilte ihr nach, und als sie den Paternoster bestieg, beschloss ich hinterher zu fahren.

Es war kein wirklicher Entschluss gewesen, denn nachgedacht hatte ich nicht, als ich den Schritt in die unter ihr auftauchende Kabine tat. Leise knarrten die eingefetteten Ketten des Aufzugs in ihrer Führung, während wir langsam aufstiegen. Ich wähnte das Fräulein über mir, glaubte das Scharren ihrer Pumps zu hören, was natürlich nur dem Wunschdenken entsprang, denn im Pasternoster hängen einzelne Kabinen an den zwei Umlaufketten. Der Fußboden der oberen Kabine ist demnach nicht die Decke der unteren. Trotzdem war ich glücklich, ihr so nah zu sein. Etage um Etage zog an mir vorbei. Als wir uns der fünften Etage näherten, beschleunigte sich mein Herzschlag. Auf dem dortigen Treppenabsatz stand wartend Dr. Spiegel. Erstaunt sperrte er den Mund auf, als ich an ihm vorbei fuhr. Ebenso verdattert war ich. Mir entrang sich nur ein zaghaftes: „Guten Morgen, Herr Dr. Spiegel!“ Ich hörte ihn noch rufen: „Erlenberg! Was tun Sie da?!“, da verschwand er zu meinen Füßen.
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