Das Institut – Das System des Dr. Spiegel

[Folge 1] „Stellen Sie sich ein großes Haus vor, genauer ein Anwesen mit vielen Fenstern. Man braucht Heerscharen helfender Hände, um Gardinen und Vorhänge abzuhängen, zu waschen und wieder aufzuhängen. Da stehen die Mägde tagelang im feuchten Nebel des Waschhauses, breiten die Tuche zum Trocknen über Hecken und plätten sie anschließend mit heißen Eisen. Dann müssen Wäschekörbe und Leitern treppauf, treppab getragen werden, entlang der weitläufigen Gänge im Haupthaus und in den Seitenflügeln, und die längsten unter den Dienstboten recken sich hoch zu den unzähligen Vorhangstangen.“ Er redete schnell, so dass ich nur Stichworte notieren konnte.

„Die Vielzahl solcher niederen Aufgaben im Herrenhaus erfordert eine kleine Gesellschaft dienstbarer Geister. Es gibt unter den Dienstboten eine straffe Hierarchie, denn es wäre sehr mühsam, sie selber anzuweisen und ihre Arbeiten zu kontrollieren. Gerade unter den Knechten und Mägden ist eine strenge Abfolge von Befehlenden und Befehlsempfängern nötig. An ihrer Spitze steht der Verwalter, und nur er allein muss sich jenen verantworten, die in einem Herrenhaus mit so vielen Fenstern zu leben belieben. Die Hierarchie drückt sich aus in der Zahl derer, die jedem einzelnen untergeordnet sind, was wiederum die Höhe der Entlohnung bestimmt. Jedermann wird verstehen, dass den geringsten Lohn verdient, wer niemanden mehr unter sich zu befehligen hat.
Weiterlesen