Laberterroristen besetzen den öffentlichen Raum

Dass erste Erfahrungen prägend sein können für das ganze Leben, wissen wir spätestens nach Konrad Lorenz und seinen auf ihn fixierten Graugänsen. Ähnlich prägend sind meine frühen Erfahrung mit Mobilfunk.
Es war an einem Sommertag in den 1990-er Jahren. Ein Aachener Modegeschäft hatte die Fensterfront zur Straße hin geöffnet und Drehständer mit Hemden nach draußen geschoben. Ein junger Mann stand überdrüssig bei einem Ständer und drehte ihn, um ab und zu ein Hemd auf einem Bügel hervorzuziehen. Dabei hatte er ein Handy am Ohr. Er belferte hinein:
„Was weiß denn ich, was ich für ne scheiß Kragenweite hab!“

Indem ich das aufschreibe, kann ich fast nicht mehr nachvollziehen, wie mich der junge Mann verblüfft hat darin, ein Telefongespräch über eine private Angelegenheit so laut und ungehemmt in aller Öffentlichkeit zu führen. Es war mir so fremd und fern, dass sich mir diese banale Beobachtung einprägte.
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