Termindruck

Soeben fiel mir ein, dass ich morgen früh einen Termin habe. Sogleich wurde es mir eng ums Herz. Ein Termin! Ich würde zu einer bestimmten Zeit aufstehen müssen, was rückwärts strahlen würde auf meine Nachtruhe. Sie kann nur unruhig sein. Dabei war die letzte Nacht schon unruihig. Ich wälzte mich hin und her, weil ich diesen elenden Traum geträumt habe, der nicht von der Stelle kam. Vielmehr war kein Platz für ihn, weil ein Vorgängertraum nicht weichen wollte. Mir drängt sich das Bild eines Bahnhofs auf, wo ein Zug hält und hält. Die Reisenden haben längst Platz genommen und ihre Brote ausgepackt. Sie wollen das Abfahren ihres Zugs genießen, wollen sich genüsslich zurücklehnen und sich fahren lassen über Gleise, derweil sie ihren Reiseproviant verzehren. Natürlich haben sie ein Recht darauf, dass ihr Zug fährt, nachdem sie pünktlich eingetroffen sind, den Stress des Einstiegs und der Platzsuche erfolgreich bewältigt haben. Die Koffer sind glücklich verstaut, das Brot ist ausgepackt, aber der Zug fährt und fährt nicht.

Derweil wartet der andere draußen auf der Brücke auf ein Signal, dass er in den Bahnhof einlaufen darf. Solcher Art waren die elenden Träume. Ich ging im ersten unruhig umher wie ein Zugbegleiter, der weiß, dass sein Zug längst hätte fahren müssen und die Ungeduld der Fahrgäste schmerzhaft zu spüren bekommt. „Warum fahren wir nicht?“, fragen die Fahrgäste ungeduldig und bewerfen den Zugbegleiter mit Brot.

„Ja, warum nicht? Ich habe morgen früh einen Termin und muss zeitig eintreffen!“