Reise durch zehn Betten

Manch einer wird denken, unter der Überschrift würden ihn frivole Bettgeschichten erwarten, Erzählungen von amourösen Ereignissen etwa im Bett eines verschwiegenen Hotels, in dem ein Liebhaber eine leichtfertige Frau erwartet, die heran geradelt käme in einem luftigen Sommerkleid, unter dem sie nichts trüge als aufregende Dessous. Sie hätte sich zeigefreudig erhitzt beim Gedanken, dass der laue Fahrtwind ihr gelegentlich unter den Rock gefahren war, und frech entblößt hatte, wofür Männer ihre Automobile in die Straßengräben lenken. Nein, nein, nein!

Wer solche Phantasien erwartet, lese hier nicht weiter. Unsere Altvorderen wussten schon, warum sie den emanzipierten Radfahrerinnen der frühen Stunde Bleikugeln in die Rocksäume genäht haben, wie wir sie heute noch beschwerend in den Gardinen besserer Häuser finden. Diese Bleikugeln hinderten die Kleider am Hochfliegen und befreien quasi jetzt noch unsere Gedanken von anzüglichen Assoziationen. „Reise durch zehn Betten“ soll nämlich sein ein bewegender Tatsachenbericht. Er kündet von Ereignissen, deren Beschreibung es nötig gemacht haben, schönere Imaginationen voranzustellen, um potenzielle Leserinnen/Leser nicht abzuschrecken. Weiterlesen