Bodensee – Kursplitter IV

It’s no partytime
Eines Morgens betritt ein etwa 55-jähriger gedrungener, leicht schmieriger Mann den Speisesaal. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit der weißen Aufschrift: „Saugen, Blasen oder mit der Hand?“ Darunter steht noch ein kleiner Text, den ich aber nicht lesen kann. Die anderen Kurgäste sind konsterniert. Die Saalchefin spricht mit ihm, gibt sich aber, wie es scheint, mit seiner Antwort zufrieden. Warum wird er mit seinem offen sexistischen T-Shirt nicht des Saales verwiesen? Später recherchiere ich mit meinem Smartphone im Internet. Die Bildersuche zeigt derlei T-Shirts haufenweise. Es ist der Sex-Party-Hit: „Saugen, Blasen oder mit der Hand“ Der klein gedruckte Text lautet: Wie bekommt man Laub am schnellsten weg?“ Der Schmierlappen hatte sich nur einfach in der Lokalität vertan.

Wozu Antisepsis-Salbe gut ist
Auch im Lockdown blieb in meiner Nachbarschaft das Real-Kaufhaus geöffnet, weil es im Supermarkt Lebensmittel verkauft. Vor der Abreise in die Kur kaufte ich dort neue Snaekers. Sie waren zu billig, um qualitätsvoll zu sein. Beim Gang über das Kurgelände drückt sich ein spitzes Steinchen durch die Sohle und dringt mir in den Fuß. Ich finde es erst nach langem Suchen und puhle es aus der Sohle. Zurück bleibt eine schmerzende Stelle in der Fußsohle. Ich bitte die Schwester der Ambulanz, die Fußsohle zu verarzten. Am Ende tut sie Antisepsis-Salbe drauf: „Die tut dann noch desinfizieren.“

Mätressenherrschaft
Beim Ausflug nach Konstanz im Hafen die Statue „Imperia“ von Peter Lenk fotografiert.

(Fotos und Gif-Animation: JvdL)

Kunststück
In einer kleinen Bucht liegen Ruderboote zum freien Gebrauch. Meine aparte Begleiterin und eine Freundin wollen mich rudern. Der Einstieg ist umständlich, vom Ufer loszukommen dauert schier ewig, und ich fürchte bald, unter der glühenden Sonne zu dehydrieren. Deshalb will ich auf die Bootspartie verzichten. Beim Ausstieg gerate ich mit einem Fuß in tiefen Schlick, habe den anderen Fuß noch im Boot, das nun langsam weg driftet. Das verlangt mir einen Spagat ab, wie man ihn zuletzt bei Jean-Claude Van Damme gesehen hat: