Jüngling der Schwarzen Kunst – Erleichterung

„Guck mal, wie der Jüngling horcht!“, sagte Kaumanns und lachte glucksend.
„Jüngling, hör mal eben weg!“
„Geh mal aufs Klo, Nettesheim!“

Sie besprachen fast täglich in allen Einzelheiten, wie sie mit ihren Verlobten gevögelt hatten. Sie hatten noch andere Bezeichnungen: „Fegen“, „Nageln“, „Poppen“, o, was für Wörter! Kaumanns berichtete von Jolandas Gewohnheiten beim Geschlechtsverkehr, und Dyckers lobte die sexuelle Regsamkeit seiner Gabriele. Sie wetteiferten, wessen Frau geiler sei. Sie tauschten Tipps und Erfahrungen aus, wie die Lust noch zu steigern sei. Ihre „Frauen“ freundeten sich an, man war gemeinsam unterwegs, nächtigte in derselben Pension, es kam bei den Männern der Wunsch nach einem Partnertausch auf. Die Frauen seien auch nicht abgeneigt. Dyckers erzählte, Kaumanns habe ja gar nicht mitbekommen, dass er, Dyckers, einmal mit beiden Frauen allein im Hotelzimmer gewesen sei und sich dann vor ihren Augen fürs Baden habe umziehen müssen. Weil sie keine Anstalten machten, aus dem Raum zu gehen, habe er einfach die Unterhose heruntergelassen. Sie hätten gelacht und ironisch erklärt, das sei ihnen aber jetzt peinlich. Warum er denn nichts gesagt habe? Auf ein Wort von ihm wären sie so lange vor die Tür gegangen. Aber Jolanda habe doch interessiert auf seinen Schwanz geguckt, so dass er gleich einen Ständer bekommen habe. Ja, ein gemixtes Doppel, das müsse man doch einmal ausprobieren. Am übernächsten Wochenende vielleicht?
Aber plötzlich einte sie zusätzlich ein gemeinsames Problem. Die Regel bei beiden Frauen blieb aus. Was konnte man tun?
Heiß baden soll helfen, vorher heißen Rotwein trinken!
Nein, schon ausprobiert, hat nichts genutzt.
Fünf Tage schon.
Bei Jolanda sieben!
Geraunte Rezepte.
Busfahren?
Ja, die Linie 23, immer am Hafenbecken entlang, über Kopfsteinpflaster, bis zur Endstation und zurück!
Glaubst du wirklich, das hilft?
Kaumanns und Jolanda waren sogar in der Kirche und hatten am Altar der Mutter Maria eine Kerze aufgestellt. Jolanda war eine fromme Belgierin. Dyckers erwog das auch zu tun, obwohl er eigentlich nie in die Kirche ging.

Die Kerze half, aber Dyckers „musste“ heiraten! Jetzt brauchte er mehr Geld. Er musste sich nach einer besseren Stelle umsehen. In einer Druckerei in Düsseldorf sei ihm die Setzereileitung angeboten worden. Dyckers kündigte!
„Dann hau ich auch in den Sack!“ sagte Kaumanns. Und plötzlich waren beide weg, zu Hannes Erleichterung und zum Leidwesen des Juniors, der keine neuen Leute finden konnte.