Alltagsgefahren

Eine meiner Schülerinnen, Balletttänzerin, trat einmal mit dem Blick auf den Rubik-Cube in den Händen auf die Fahrbahn, und ein vorbeifahrender LKW fuhr ihr über die Zehen. Da war es aus mit dem Ballett. Mit Schaudern hörte ich den Bericht.

Derzeit erschrecke ich beim Radfahren, wenn urplötzlich jemand aus einer Haustür tritt und im Vorwärtsgehen den Kopf gesenkt hat, um irgend eine unglaublich wichtige Nachricht auf seinem Smartphone zu lesen. Mir ist das in den letzten Tagen dreimal passiert, dass ich fürchten musste, der Realitätsblinde würde den Fahrradweg betreten, und ich müsste ihn leider umfahren.

Da nicht ausgemacht ist, dass ich selbst unverletzt bleiben würde, bremse ich ab und umfahre ihn, beschreibe einen Bogen so weit, dass ich gerade noch nicht auf die Fahrbahn gerate, wo in einer Art Kettenreaktion ein Autofahrer sein Steuer verreißt, ein Auto auf der Gegenfahrbahn rammt, das wiederum eine Oma erfasst, die ahnungslos ihren Rollator über den Gehweg schiebt. Und der Smartphone-Zombie bekommt davon gar nichts mit, so perfide ist das. Da immer mehr unserer Mitmenschen sich dem Sog des Smartphones nicht entziehen können, sehe ich schwarz für die Zukunft des Radfahrens und des Rollatorschiebens.