Zweimal Teufelszahl

„Zweimal Teufelszahl!“
„Wie bitte?“
Der Supermarkt-Kassierer wies auf den Kassenbetrag:
„13,13 Euro, zweimal Teufelszahl.“
Ich war einigermaßen erstaunt. Der Mann hatte sonst nie ein Wort zuviel gesprochen. „Ah ja“, sagte ich lahm, war kurz versucht, ihm zu sagen, dass die 13 bei den Germanen eine Glückszahl war, ließ die Klugscheißerei aber, zumal der Mann seinem Akzent nach aus Osteuropa stammt und sicher nichts mit Germanen am Hut hat. Die heilige Zahl 13 der Germanen ist unter christlicher Überformung zur Teufelszahl verkommen. Inzwischen löst die 13 bei vielen Unbehagen aus.

Das hatte auch Arbeitsminister Hubertus Heil erkannt. Im Januar 2019 teilte er mit, er wolle die 13 bei der Neuauflage des Sozialgesetzbuches meiden. Nach der 12. Auflage folge die 14. Teestübchen befragte damal Hubertus Heil dazu. Wie Heil macht es die Deutsche Bahn. Einen Wagen 13 sucht man vergebens. In Hotels gibt es weder die 13. Etage noch Zimmer 13. Diese kulturell verwurzelte Angst vor der 13 heißt fachsprachlich Triskaidekaphobie.

Witz gefällig?
„Rasch, spring aus dem Fenster, da kommt mein Mann!“
„Aber das hier ist die 13.Etage.“
„Das ist nicht der richtige Moment für Aberglauben.“

Ist denn an der Supermarkt-Kasse der richtige Moment für Aberglauben? 13,13 Euro ist so gut wie jede Zahl. Sie wird erst besonders durch die Bedeutung, die der Kassierer ihr gab. Verstand er das Kassenergebnis als Omen? Sollte er besser aufhören an der KIasse zu sitzen? Oder galt die zweimalige Teufelszahl mir. Holla! Ich habe einen Zettel mit der SATOR-AREPO-GLÜCKSFORMEL im Portemonnaie. Für alle Fälle.
„Man kann ja nie wissen.“
(Kurt Schwitters)