Aus dem Digitalen in die Natur und zurück

Die Sonne scheint. Ich fahre Richtung Niederlande. In de laage landen. Tatsächlich geht es auf der Maastrichter Laan eine Weile bergab. Der Wind kommt von West. So werde ich beim Heimweg Rückenwind haben. Wenn ich den Grenzort Vaals hinter mir habe und die Maastrichter Laan entlangsause, schalte ich ab. Es ist, als würde ich an der Grenze meinen Packen abgegeben. Ich brauche mir deswegen keine Sorgen zu machen. Er liegt noch da, wenn ich zurückkomme. Den lädt sich keiner freiwillig auf, der noch bei Sinnen ist.

Ein schöner Weg biegt von der befahrenen Maastrichter Laan ab, führt bald durch einen kleinen Ort, wo vor der Kirche die pfingstlichen gelb-weißen Fahnen flattern, dann zwischen Wiesen eine Anhöhe hinauf. An der Flanke säumt sattes Gras den Weg; groß wie Getreide wogt es im Wind. Bald werden die Samen fliegen. Der Weg führt steil aus dem Tal hinauf. Unten zwischen den fetten Wiesen schlängelt sich ein Bach Richtung Göhl. Darüber staune ich immer wieder, dass ein kleiner Bach über die Jahrtausende ein so weites Tal ausspülen kann. Weiter oben steht doch eine Bank? Oder habe ich sie übersehen, weil sie vom Gras überwuchert ist? In einer Biegung taucht sie auf. Sie ist weinrot angestrichen. Erst kürzlich muss jemand mit einem Topf Goldbronze hier gewesen sein. Er hat die acht Nietnägel, je vier links und rechts, nachlässig damit angepinselt. Das Holz rund um die Nägel ist ein bisschen übermalt. Doch es macht nichts – dieses Gold auf Weinrot inmitten von Grün sieht einfach prima aus. Die Holländer wissen Akzente zu setzen.
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