Gekritzelt – Die Hüterin der Rindfleischsuppe

Scheuerdeppen
Aus meinem Viertel sind die Mo-Bikes verschwunden. Stattdessen stehen Leihfahrräder herum, die Werbung für Durstexpress.de machen. Zuerst dachte ich, der Anbieter hieße so und habe mich gefragt, ob man mit dem Leihfahrrad Getränke ausliefern müsste. Ich leihe mir so ein Fahrrad, weil ich von A nach B fahren will, kommt einer von Durstexpress und lädt mir einen Kasten Bier auf den Gepäckständer, den ich zuerst in einen fernen Stadtteil fahren und auf der 5. Etage abliefern muss.

Oder reicht es, wenn ich auf einem Durstexpress-Fahrrad besoffen fahre, so richtig mit Schmackes, als rasender Depp einer bescheuerten Verkehrswende. Auch nicht? Die Scheuerdeppen sind die auf den E-Rollern? Wie ich las, ist der Anbieter Lime der Sache bereits müde, weil man noch immer rote Zahlen schreibt. Ich sah so einen Lime-E-Roller, an dem ein handgeschriebenes Schild „Zu verschenken“ hing. Darüberhinaus sind alle E-Roller weg.

Aus dem Netz gefischt
Bei Heise-online hat ein Clemens Gleich eine hübsche Abrechnung mit den E-Rollern veröffentlicht und vermutet, dass die E-Roller-Mode bald vergessen sein wird. Dass der Schrott im Orkus des Vergessens verschwindet, ist ein frommer Wunsch. Irgendwo muss er ja hin. Bevor wir ihn auf einer Müllhalde in der 3. Welt verklappen, plädiere ich dafür, ihn im privaten Vorgarten des Herrn Scheuer zu vergraben.

Mysteriöses
In meiner Straße lehnt in einer leeren Wohnung ein stattlicher ungeschmückter Weihnachtsbaum. Er lehnte dort bereits vor Weihnachten und seither ist nichts mit ihm geschehen. Ich frage mich nach der Geschichte dahinter.

Verzällsche in zwei Sprachen
Im Heft des Heimatvereins meines Geburtsortes las ich eine hübsche Geschichte. Bevor ich die übersetze, teile ich zum Verständnis mit, dass auf dem Dorf zum Sonntagsmenü eine kräftige Rindfleischsuppe mit Fleischeinlage gehörte. Nun die Geschichte:

Marie un Dela jíngen immer zesamme en de Kirch. Die saßen en de Kirch nevenen.
Sonndachs en de Huhmess määde Marie de Täsch op un nohm dat Allheilmittel 4711 eraus.
Dela neujierisch wie se wor, reskeede ne Bleck en die Täsch un soch e Jebess.
Et flüsterte Marie en et Uhr:„Wat häs Du dann do vür e Jebess en de Täsch?”
Et Dela flüsterte zoröck:„Dat es von mengem Mann“.
Marie flüsternd: „Wiesu dat dann?
Dela janz hösch: „Dat es von mengem Mann! Während ich he für ihn bedde, brenk der et
ferdísch und dät dat Renkfleesch us der Zupp verdröcke.“

Marie und Adele gingen immer zusammen in die Kirche. Sie saßen während der Messe nebeneinander. Sonntags im Hochamt öffnete Marie ihre Tasche und nahm das Allheilmittel 4711 heraus. Adele, neugierig wie sie war, warf einen Blick in die offene Tasche und sah ein Gebiss. Sie flüsterte Marie ins Ohr: „Was hast du denn da für ein Gebiss in der Tasche?“
Adele flüsterte zurück: „Das gehört meinem Mann.“
Marie flüsternd: „Wieso denn das?“
Adele ganz leise: „Das gehört meinem Mann! Während ich hier für ihn bete, bringt der es fertig und verdrückt das Rindfleisch aus der Suppe.“

Dieser Beitrag wurde unter gekritzel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu “Gekritzelt – Die Hüterin der Rindfleischsuppe

Schreibe eine Antwort zu frauhemingistunterwegs Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.