Einstürzende Altbauten – eine gruselige Groteske – 1

Mir träumte …
„Trithemius! Die Story haben Sie mal wieder ordentlich versiebt, Sie Schmock!“ Frau Nettesheim, die Herausgeberin, knallt mir mein Manuskript vor die Füße. „Wenn Sie bis morgen keine ordentliche Reportage abliefern, können Sie sich die Papiere abholen!“ Und in Fahrt geraten, stößt sie den Finger wahllos in die Runde der erschrockenen Teppichhaus-Schreiberknechte und zischt: „Sie, Sie und Sie, Sie sind entlassen!“ Welch eine Furie, aber eine Meisterin der Feder und darum unanfechtbar.

Stumm klauben die Gefeuerten ihre geringe Habe zusammen, Tränen rinnen über gerahmte Fotos von glücklich lachenden Kleinfamilien, doch widerspruchslos räumen die Kollegen ihre Stehpulte und verlassen wie geprügelte Hunde den Raum. Ich mische mich unauffällig unter sie, froh, noch eine letzte Chance zu haben. Ich bin bereit, das Äußerste zu tun, wovor auch die härtsten Männer zurückschrecken. Ich werde ganz allein eine Nacht im Institut für Pataphysik verbringen, die leeren Gänge und Hallen durchstreifen und es ertragen, wenn das Gebäude seine Verbindung zur fassbaren Realität verliert und in eine unwägbare Zwischenwelt hinüberragt, was bekanntlich jede Nacht geschieht. Weiterlesen