Das Geschenk – eine Anekdote

Ein Maler, der seit über 30 Jahren mit seiner Kunst unbeachtet geblieben war, zu Recht, wie einige sagten, der schlich sich auf einen Geburtstagsempfang im Rathaus, den die Stadt zu Ehren ihres verdienten Kultursenators gab. Mit einem seiner besten Gemälde unterm Arm gelang es dem Maler, sich durch die Menge zu kämpfen und bis zum Jubilar vorzudringen. Unter den Augen der Pressevertreter, die den Senator umringten, riss der Maler Paketband und Packpapier von seinem Gemälde und bot es mit zitternden Armen dar. Wie aber ringsum schon das Blitzlichtgewitter losbrach und alles für den armseligen Triumph des Malers wie bereitet schien, da verschränkte der Senator die Hände hinter dem Rücken und sagte, indem er kalt auf das Bild hinabsah: „Meine Frau duldet nicht die weitere Einbringung von Gegenständen in unseren Haushalt.“