Große Zylinder bei Nacht

Wach geworden mitten in der Nacht in einem fremden Bett. Da stehen im Dämmer zwei Wesen und betrachten mich. Ich schrecke hoch: „Huch! Was?! Hilfe!“

Von den Wesen kommt herüber: „Entschuldigung! Wir dachten, du bist tot.“

„Warum sollte ich tot sein? Und wenn, was ginge es euch an? Ich  brauche mich vor euch nicht zu rechtfertigen. Ich kann einfach daliegen, schlafen oder tot sein, wie ich grad lustig bin. Es ist sozusagen mein Menschenrecht. Es muss von euch, die ihr uneingeladen vorbeikommt, akzeptiert werden, ohne dass ihr neben meinem Bett steht und mich forschend anguckt.“

„Das ist nicht dein Bett. Es liegt hier üblicherweise ein anderer.“

„Auch das möchte ich nicht mit euch diskutieren. Ob hier in den Nächten ich liege und sonst ein anderer, zwei oder gar fünf andere, das kann euch doch egal sein. Also Schluss mit dem Unsinn nächtlicher Befragungen. Ich möchte auf der Stelle weiter schlafen. Darum drehe ich euch jetzt den Rücken zu und gehe davon aus, dass ihr euch verdünnisiert, aber pronto, wenn ich bitten darf!“

Da verwandelten sich die Wesen in glänzend schwarze zylinderförmige Säulen und versanken zischend im Boden. Am Morgen stand ich auf und skizzierte eine Idee. Später fertigte ich eine Reinzeichnung und meldete die Erfindung zum Patent an, den Chapeau Claque.

4 Kommentare zu “Große Zylinder bei Nacht

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