Über Wörter aus Namen, über versinkende und niemals gesprochene Wörter

Im Bad fällt mein Blick auf ein Wort, das ich noch nie ausgesprochen habe und auch nie aussprechen werde. Ja, ich kann mir vorstellen, dass es in ganz Deutschland niemanden gibt, der das tut, obwohl das Wort im deutschen Sprachraum präsent ist. Wie immer, wenn man über Kleinigkeiten nachdenkt, tut sich ein ganzes Universum auf, hier das besonderer Wörter. Vorab: Das deutsche Substantiv teilt sich in Name und Klassenbezeichnung. Unser Wortschatz enthält jedoch einige Wörter, die aus Namen abgeleitet sind [Deonyme], beispielsweise:

Litfaßsäule – nach dem Berliner Buchdrucker Ernst Litfaß,
Algorithmus – nach dem arabischen Universalgelehrten Al-Chwarizmi
Röntgenstrahlen – nach dem Physiker Physiker Wilhelm Conrad Röntgen,
Saxophon – nach dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax,
Pauli-Effekt – nach dem theoretischen Physiker Wolfgang Pauli, in dessen Gegenwart experimentelle Apparaturen versagten oder spontan zu Bruch gingen,
Sütterlin – nach dem Berliner Grafiker Ludwig Sütterlin – deutsche Schreibschrift aus dem Jahr 1914, oft fälschlich als Klassenbezeichnung für Kurrent, die Schreibschrift der Fraktur.

Es gibt auch Produktnamen, die zu Klassenbezeichnungen werden, meistens weil sie lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal hatten, etwa:

Tesafilm – Klebeband der Beiersdorf AG,
Tempo – Papiertaschentuch der Vereinigten Papierwerke AG. Die Produkterfinder Oskar und Emil Rosenfelder wurden von den Nationalsozialisten gezwungen, ihr Unternehmen zu verkaufen, das mit Hilfe der Deutschen Bank von Gustav Schickedanz (Quelle) übernommen wurde,
Pampers – Höschenwindel des US-Unternehmens Procter & Gamble,
Walkman – Mobiles Kassettenabspielgerät der Firma Sony,
Rapidograph – ein Tuschefüller der Firma Rotring,
Letraset – Anreibeschriften des gleichnamigen britischen Unternehmens.

Die drei Letztgenannten gehören zur Liste der versinkenden Wörter, weil sie von der technischen Entwicklung überholt worden sind.

Mindestens ein Jahr wunderte ich mich, dass der REWE-Supermarkt beim Lindener Hafen komplett anderes eingerichtet ist und ein anderes Sortiment hat als der REWE-Supermarkt an der Limmerstraße. Bis ich bemerkte, dass der Laden am Lindener Hafen nicht REWE, sondern REAL heißt. Der Irrtum war meiner Nachlässigkeit gegenüber der Namensgebung von Läden geschuldet. Ich lese die Ladenschilder nur flüchtig oder gar nicht. Entsprechend meine Verwunderung über diese Namenwörter, die kaum ein Mensch kennt oder je ausgesprochen hat:

Akuta,
Conradl,
Mucci,
Schovit,
Sölde,
Ursi,
Mildeen.

Welches Wort gab mir den Denkanstoß und was bedeutet es? (Bitte nicht googeln!)

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