Dringende Warnung vor Äpfeln

Mann-Mann-Mann. Wer hätte das gedacht: Ein typischer Apfel enthält mehr als 100 Millionen Bakterien. Das haben Forscher der Technischen Universität Graz herausgefunden. Und das größte Bazillenmutterschiff ist das Kerngehäuse. Trotzdem begann die Zeitungsmeldung mit dem berühmten Satz „An apple a day keeps the doctor away.“ [Ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern.] Der tägliche Apfel bedeutet natürlich, dass man bereit sein muss, einen kompletten mikrogalaktischen Exoplaneten zu verschlingen mitsamt seinen Zivilisationen und ihrem kulturellen Reichtum. Was mag jetzt im Apfel los sein?, fragte ich mich heute, während ich einen aß. Meuchelt man jetzt die junge Brut, um mich gefräßig grollenden Apfelgott zu besänftigen? Da ich den Apfel mundgerecht in Stücke geteilt hatte, sah ich, was passierte: „Die Kackbraunen an die Grenze!“ wurde gerufen, und Heerscharen brauner Bazillen standen Mann an Mann und färbten die offene Schnittfläche, na, wie schon? Braun! Die Abschreckung gelang. Ich aß nur einen halben Apfel.
Was heißt das jetzt für meine Gesundheit? Hält ein halb gegessener Apfel einen halben Arzt fern? Gibt es überhaupt halbe Ärzte? Falls sie quer halbiert sind, taugt vermutlich nur die obere Hälfte was, kann aber nicht laufen, müsste also Hausbesuche mit einem Rollbrett machen [wie in meiner Collage zu sehen]. Längs halbierte Ärzte hüpfen auf jeweils einem Bein durch die Straßen. Das kann auch der größte Gesundheitsapostel nicht wollen. Noch weniger will ich, dass Arzthälften eifrig über den Asphalt kriechen, von Geldgier oder vom Eid des Hippokrates vorangetrieben. Wir sind zwar aus Kino und Fernsehen an den Anblick von Zombies gewöhnt. Aber wirklich welchen zu begegnen, ist nichts für zarte Gemüter. Zukünftig muss man Äpfel meiden. Zu groß ist die Gefahr, sie halb gegessen wegzuwerfen. Folge: Noch mehr halbe Ärzte … Ach übrigens: Bei Web.de wurde die Alltagsfrage erörtert, ob man einen halben Apfel oder sein Kerngehäuse einfach in die Botanik werfen dürfe und kommt zum Befund:

    „Allerdings können […] Äpfel gespritzt und mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besprüht worden sein. Das Entsorgen von Äpfeln gilt daher[,,,] als Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden kann.“

Vor dem Apfelverzehr muss also gewarnt werden. Es begeht zwar nur eine kleine Ordnungswidrigkeit, wer einen mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besprühten Apfel in sich selbst entsorgt, aber empfindliche Bußen könnten trotzdem fällig werden. Darum schon aus Gründen des Inweltschutzes auf Äpfel verzichten! Die Ärztekammern und die mikrogalaktische Konföderation danken es dir.