Gefährliche Dübel

„Hallo, guten Tag! Sie sind die Dübelexpertin?“
„Kommt drauf an, was Sie wissen wollen.“
„Ich möchte mit Ihnen ein philosophisches Dübelfachgespräch führen.“
„Philosophisches Dübelfachgespräch? Sie wollen mich veralbern.“
„Keine Sorge, ich will nicht die Frage erörtern, wie man vor der Erfindung des Dübels durch Artur Fischer gedübelt hat, obwohl es nicht uninteressant wäre. Aber stellen Sie sich mal einen Dübel in einem Bohrloch vor. Da drehen Sie eine Schraube ein.“

Für eine Welt in Spannung: Artur Fischer, Erfinder, mit seinem liebsten Dübel – Foto AP/Trithemius Archiv

„Ja, und?“
„Die Schraube spreizt den Dübel, und in der Wand entsteht Spannung. Sie werden zugeben müssen, dass in jeder Wohnung eine Reihe von Dübeln in Bohrlöchern versenkt und durch hineingedrehte Schrauben gespreizt und gespannt sind, gespannt und gespannt, in Wänden der ganzen Wohnung, des ganzen Hauses, der ganzen Straße, des Viertels; man kann sagen, die ganze Stadt, was sage ich, der halbe Globus ist verdübelt, verschraubt und steht permanent unter Spannung.“
„Ja, und?“
„Betrachten Sie das mal unter den Gesichtspunkten des Feng Shui. Dass unser gesamtes Umfeld derartig unter Spannung steht, kann doch nicht gesund sein. Und Sie unterstützen das auch noch.“
„Ich unterstütze Feng Shui?“
„Nein, im Gegenteil!“

Werbeanzeigen

15 Kommentare zu “Gefährliche Dübel

  1. Das ist in den Dimensionen des fliegenden Spaghettimonsters ein unwiderlegbarer Beweis für die Ursachen des Niedergangs der Zivilisation. Stress wegen immer mehr Dübeln und Klimaerwärmung wegen immer weniger Piraten. Viva la tacolucion!

    Gefällt 2 Personen

  2. Zwei pragmatische Anmerkungen zu deinem philosophischen Thema:
    Erstens: Wer jemals in einer Altbauwohnung versucht hat, ein Bohrloch zu bohren, in das ein Dübel mit Spannung eingesetzt werden kann, wird erst ein viel zu großes Loch in die brösilige Wand machen, dann lange über die Vergeblichkeit allen menschlichen Tuns nachdenken, bevor er in den Baumarkt eilt, um Schnellzement zu kaufen, um damit den Dübel irgendwie zum Halten zu kriegen.
    Zweitens: Vor Erfindung des Dübels und vor Erfindung der Schlagbohrmaschine schlug man mit dem Meißel ein mehr oder weniger großes Loch in die Wand, passte ein Stück Holz ein, brachte es mit Gips oder Mörtel zum Halten und bohrte dann in das Holz ein Loch für die Schraube. Alles sehr aufwändig und spannungsfei.

    Gefällt 2 Personen

  3. als bewohner einer altbauwohnung bin ich demnach ultraentspannt, ich muss die schrauben eigentlich eher in die wand kleben. dübel bringen da, trotz winziger, zarter bohrungen leider nichts. Vermutlich sind deshalb meine faszien so verklebt. schwitzesmiley

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.