Freundschaftsdienst

Als Schriftsetzerlehrling war ich begeistert, auf die technische Schrift zugreifen zu können, was schließlich außerhalb von Druckereien keinem möglich war. Ich liebte es, aus einer hingeschmierten Bleistiftnotiz auf einem Fetzen Papier einen Drucksatz zu gestalten und das Ergebnis nach dem ersten Korrekturabzug Schwarz auf Weiß zu sehen. Einen ähnlichen Effekt habe ich erlebt, als ein Freund mich bat, ihm Icons für sein Blog zu gestalten. Er kritzelte seine Wünsche auf einen Notizblock, und ich dachte, ob der eine Vorstellung hat, wieviel Arbeit das ist? Ich habe schon tagelang an den Icons für mein Blog gesessen, habe die vier für ihn aber in wenigen Stunden gestaltet. Vermutlich war ich lockerer. Oben das Manuskript, unten die Icons.

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18 Kommentare zu “Freundschaftsdienst

  1. Sind super geworden. Vor allem dynamisch „Betrachtet“.
    Ja, wieviel Arbeit hinter einer Sache steckt, weiß man erst, wenn man es selbst einmal gemacht hat. Selbstverständlich geht es schneller von der Hand, wenn man schon geübt ist. Manchmal sitze ich bis zu acht Stunden am Hörspiel für eine einzige Geschichte. Der Zuhörer genießt (hoffentlich) die Arbeit dann in fünf bis sechs Minuten.

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    • Dankeschön! Es steht und fällt alles mit einer großen Bilddatenbank. Übrigens war ich gestern mit einer Blogfreundin im Sprengel und habe von unserer Begegnung dort erzählt – als du mir den Raum mit dem Sofa gezeigt hast, das mit Hemdenstoff von Bankstern bezogen war. 😉 Bei Schwitters waren wir natürlich auch.

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  2. Der Bürstenabzug für den ersten Artikel von mir, der von einem richtigen Schriftsetzer gestaltet wurde, hat mir auch Schauer der Ehrfurcht (und des Stolzes) über den Rücken gejagt. Vorher hatten ich schon viel in Studentenzeitungen geschrieben, die dann irgendwie mit Klebesatz und Offset-Druck zusammengefrickelt wurden. Das hier war etwas Wertvolles und, wie ich dachte, für die Ewigkeit.

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    • Es wird vermiutlich kein echter Bürstenabzug gewesen sein. Noch die kleinste Druckerei hatte eine handbetriebene Abzugspresse für Korrekturabzüge. Vorgestern war ich mit einer Blogfreundin im Zeitungsmuseum, wo sie auch setzen konnte. Es ist gewiss etwas anderes, davon zu drucken als von einem Klebeumbruch im Kleinoffsetverfahren. Deinen Stolz damals kann ich gut nachvollziehen.

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  3. Ein wirklicher Freundschaftsdienst. Und ein gelungener. Sehr schöne Icons., lieber Jules.
    Man sieht die Arbeit hinter schönen Ergebnissen häufig nicht. Es schadet nicht, dem Betrachter aufzuzeigen, dass es eben nicht so einfach ist.

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    • Du hast Recht, liebe Mitzi. Als ich noch Lehrer war, kamen ab und zu Kollegen zu mir uns fragten: „Kannst du mir mal eben ein Plakat entwerfen für die Aktion X meiner Klasse?“ Ich habe das bald strickt abgelehnt wegen der enormen Arbeit, die so etwas macht. Der eigene Qualitätsanspruch ist ja immer da, egal wie schlicht und banal der Anlass ist. Derlei macht sogar die meiste Arbeit. Vielen Dank für dein Kompliment, freut mich!

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