3. Türchen – Weihnachtsfreude beim Italiener


Mit Blogfreund Lothar Lange (Lo) erleben wir eine Weihnachtsfeier

Allora!
Ich betrete das wunderhübsch weihnachtlich dekorierte Lokal unseres Lieblings-Italieners, und ein appetitlicher Duft mit einem Hauch von Espresso strömt mir entgegen. Gut besucht. Die meist zusammengestellten Tische sind überwiegend von Krawattenträgern und Bürokostümdamen besetzt. Es ist also wieder soweit: die Saison der Firmen-Weihnachtsessen hat begonnen. Die zunächst gesittete Firmengesellschaft an unserem Nebentisch hat bereits gegessen, Rotweingläser sind reichlich geleert, die Stimmung ist lockerer und die Lacher werden lauter. Ein weingeröteter Sachbearbeitertyp mit schütterem Haar und gelbblaugetreiftem Schlips kokettiert stets bei Erscheinen des Kellners mit seinen Itaienisch-Kenntnissen: „Si! Per me, per favore! Grazie!“

Er versucht, dem italienischen Kellner eine Freude zu machen, das Essen sei einfach nur „benissimo“ und überhaupt: „sono qui per imparar italiano“, nicht, ohne darauf zu achten, dass die weinselige graumausige Sachbearbeiterin mit den roten Bäckchen neben ihm das auch wirklich mitbekommt. Vielleicht möchte er, dass sie ihn für seinen weltmännischen Umgang mit dem Italiano etwas bewundert. Und sie guckt ihn auch ganz lieb dafür an. Irgendwann später zahlt die Truppe und verläßt den Tisch.

Ich bekomme mit, wie der sprachgewandte gelbblaugetreifte Schlips, den Mantel schon in der Hand, die Graumausige dicht neben sich, den Kellner fragt:
„Und aus welcher Ecke Italiens kommen Sie her?“
„Aus Nord-Nord-Italien.“
„Nord-Nord-Italien?? Und wo genau?“
„Na ja: ehrlich gesagt, aus dem Sauerland, südlich von Schmallenberg. Da bin ich geboren. Ich bin kein Italiener.“

Irgendwie habe ich das Gefühl, die Bewunderung der Graumausigen für den Gelbblaugestreiften hat in diesem Augenblick etwas Schaden genommen.

Und ich fühle mich wunderbar.
Schadenfreude?
Si! Un poco!

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8 Kommentare zu “3. Türchen – Weihnachtsfreude beim Italiener

  1. Schmallenberg, wer kennt es nicht! Ich bin nördlich davon geboren und liebe das Sauerlandstädtchen mit den beiden parallelen Hauptstraßen.
    Die Weihnachtsfeiercharaktere haben mir eine Freudschneise für den ganzen Montag geschlagen, feinen Dank!

    Gefällt 2 Personen

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