Vorerst kein Gewinn – Der Wordpress-Editor Gutenberg

Seit geraumer Zeit wirbt WordPress für den neuen Editor „Gutenberg“ mit den hochtrabenden Worten: „Eine neue, moderne Erfahrung des Veröffentlichens erwartet dich.“ Die Anlehnung an den Buchdruckerfinder Johannes Gutenberg vermittelt die Vorstellung, wir könnten unser Blog layouten wie im Printmedium, was wegen der digitalen Ortlosigkeit von Schrift und Bild nun mal gar nicht geht. Was auf dem eigenen Bildschirm passend ist, sieht auf anderen Monitoren, auf Tablet oder Smartphone völlig anders aus. Selbst was auf dem eigenen Bildschirm einmal gut gestaltet war, kann nachträglich wieder aus den Fugen geraten. Neben die Kategorie-Vignette bei Teestübchen-Beiträgen passen neun oder zehn Zeilen. In der Vergangenheit habe ich öfter zehn Zeilen neben die Grafik platziert. Rufe ich die Seiten eine Weile später nochmals auf, findet sich dort ein sogenanntes Hurenkind, also eine vereinzelte Zeile, die noch zum vorangehenden Absatz gehört.


Ganz verloren ist ein Hurenkind, das nur aus einem Wort besteht wie in Abb. 3. Derlei Erscheinungen hätte Gutenberg nicht zugelassen. Und einmal richtig gesetzt, wäre das Layout immer richtig und nicht mal so oder so wie im dynamischen Zeilenumbruch eines Blogs. Ich lasse mich gern belehren, aber bis mir das Gegenteil bewiesen ist, glaube ich nicht, dass man mit dem Gutenberg-Editor derlei Probleme verhindern kann. Ich habe ihn mir kurz angeschaut. Er befindet sich wohl noch in der Entwicklung und machte bei mir jedenfalls nicht, was er sollte. Ich konnte zwar Text- und Bildelemente beliebig verschieben, aber sie blieben nicht dort, sondern verrutschten immer wieder. Dieser Editor verlangt viel Geduld und Einübung und vorerst kann ich nur davor warnen, ihn zu benutzen. Zum Glück kann man ihn nach dem Ausprobieren wieder deaktivieren.

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19 Kommentare zu “Vorerst kein Gewinn – Der Wordpress-Editor Gutenberg

  1. In meiner Reader-Ansicht hat sogar dein Fließtext über den Abbildungen einen anderen Zeilenabstand (ca. 110%) als der Text unter den Abbildungen (ca. 95%).
    Ist mir aber auch schon öfter aufgefallen…
    Auf dem Smartphone schreibe ich sogar gerne html, habe dann mehr Kontrolle über den ganzen Formatierungskram. Und die Wortliste meines neuen Telefons fremdelt noch gewaltig mit mir 😦

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    • Im Reader sieht sowieso wieder alles anders aus, weil auch eine andere Schrifttype erscheint. Ich lese nur bestimmte Blogs im Reader, wenn beispielsweise im Blog eine zu helle Schriftfarbe eingestellt wurde oder wenn dort ganz leserunfreundlich der gesamte Text mittig oder rechtbündig formatiert worden ist. Für Leute, die mit dem Smartphone bloggen wie du, ist Gutenberg sicher eher unhandlich. Das Problem der Wortliste gibt sich, wenn sie lernfähig ist.

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  2. Meine Blogs habe ich vor ein paar Monaten (erst zwei, dann den letzten) auf Gutenberg umgestellt und möchte ein Licht in das düstere Stimmungsbild bringen. Natürlich dürfen wir über die Nachteile des Verlustes der analogen Welt eines Johannes Gutenberg klagen. Aber wer konnte sich in der vordigitalen Zeit vorstellen, ganz einfach ohne besondere Kenntnisse persönlich und autark publizieren zu können?

    Die Popularität des Gutenberg-Editors hält sich in Grenzen. Es gibt einige WordPress – Entwickler (Theme- oder Plugin-Autoren), die ihm nicht gerade sehr zugetan sind, was bestimmt auch etwas aussagt. Meine Erfahrungen sind nicht so einseitig. Ich bin nach kurzer Zeit sehr gut mit dem Gutenberg klar gekommen und würde inzwischen auch gar nicht mehr auf ihn verzichten wollen.

    Übrigens wird es so sein, dass der alte Editor nur noch bis 2021 weiterentwickelt wird. Zuerst war davon die Rede, dass man Gutenberg nicht in den WordPress-Kern integriert. Davon ist man aber (vernünftigerweise) wieder abgerückt. Das Projekt hätte, glaube ich, keine Chance auf Durchsetzung bekommen, wenn er unter den gegebenen Voraussetzungen optional angeboten worden wäre. 🙂

    Ich kann die Nutzer, die nicht auf ein absolut bestechendes Layout wert legen, nur ermuntern, dem neuen Editor eine Chance zu geben. Nur Mut.

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    • Danke für die fachlichen Informationen. Ich glaube, dass Gutenberg ein Irrweg ist. Mich stören schon die überall viel zu großen Abstände zwischen Text- und Bildelementen. Dieses Problem hat bereits der neue Editor, zu dem man immer gerät, ohne es zu wollen. Wenn ich beispielsweise unter diesem Beitrag [bearbeiten] anklicke um etwas zu korrigieren, fummelt mir der dortige Editor immer zu große Abstände zwischen Text und Galerie. Die beste Kontrolle ermöglicht noch immer der klassische Editor, wenn man sich ein wenig mit HTML auskennt.
      Derzeit bin ich froh, dass es den noch gibt, denn ich möchte mich nicht dauernd neu einarbeiten in das Werkzeug.

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  3. Ich stimme dir zu, nutze ebenfalls den klassischen (glaube ich jedenfalls 😉). Ich tu mich auch immer schwer mit solchen Neuerungen, muß allerdings zugeben, manches stellt sich doch durchaus als praktikabel heraus, wenn man sich näher damit beschäftigt hat. Dann kann es vorkommen, dass man sich fragt, wie man vorher ohne ausgekommen ist. Ich hoffe auf jeden Fall, sollte der klassische Editor irgendwann abgeschaltet werden, mit einem dann für mich neuen Tool schnell klar zu kommen.
    P.S. ich danke für das „Hurenkind“. Der Begriff war mir gänzlich unbekannt, ich finde ihn großartig 😊

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    • Nicht wenige bloggen von ihrem Smartphone aus. Das wird mit Gutenberg vermutlich schwieriger. Mir geht geht es wie dir. Ich will nicht dauernd umlernen. Oft hat man noch nicht die Möglichkeiten der Vorgängerversion völlig ausgelotet, muss man schon wieder umlernen. Das geht ja leider mit jeder Software so. Und oft ist die Weiterentwicklung mit Fehlern behafte, was ja auch aus dem Kommentar von Horst Schulte hervorgeht. Hurenkind und Schusterjunge sind Begriffe aus der bilderreichen Druckersprache. Darüber muss ich nochmal schreiben. Danke für die Anregung.

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  4. Pingback: Wordpress Themes und der "Gutenberg " - Editor - Blogmemo.de

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