Vorerst kein Gewinn – Der WordPress-Editor Gutenberg

Seit geraumer Zeit wirbt WordPress für den neuen Editor „Gutenberg“ mit den hochtrabenden Worten: „Eine neue, moderne Erfahrung des Veröffentlichens erwartet dich.“ Die Anlehnung an den Buchdruckerfinder Johannes Gutenberg vermittelt die Vorstellung, wir könnten unser Blog layouten wie im Printmedium, was wegen der digitalen Ortlosigkeit von Schrift und Bild nun mal gar nicht geht. Was auf dem eigenen Bildschirm passend ist, sieht auf anderen Monitoren, auf Tablet oder Smartphone völlig anders aus. Selbst was auf dem eigenen Bildschirm einmal gut gestaltet war, kann nachträglich wieder aus den Fugen geraten. Neben die Kategorie-Vignette bei Teestübchen-Beiträgen passen neun oder zehn Zeilen. In der Vergangenheit habe ich öfter zehn Zeilen neben die Grafik platziert. Rufe ich die Seiten eine Weile später nochmals auf, findet sich dort ein sogenanntes Hurenkind, also eine vereinzelte Zeile, die noch zum vorangehenden Absatz gehört.


Ganz verloren ist ein Hurenkind, das nur aus einem Wort besteht wie in Abb. 3. Derlei Erscheinungen hätte Gutenberg nicht zugelassen. Und einmal richtig gesetzt, wäre das Layout immer richtig und nicht mal so oder so wie im dynamischen Zeilenumbruch eines Blogs. Ich lasse mich gern belehren, aber bis mir das Gegenteil bewiesen ist, glaube ich nicht, dass man mit dem Gutenberg-Editor derlei Probleme verhindern kann. Ich habe ihn mir kurz angeschaut. Er befindet sich wohl noch in der Entwicklung und machte bei mir jedenfalls nicht, was er sollte. Ich konnte zwar Text- und Bildelemente beliebig verschieben, aber sie blieben nicht dort, sondern verrutschten immer wieder. Dieser Editor verlangt viel Geduld und Einübung und vorerst kann ich nur davor warnen, ihn zu benutzen. Zum Glück kann man ihn nach dem Ausprobieren wieder deaktivieren.