Schreiben wie im Mittelalter – „Von der schuldigen Ehrfurcht bei der Pflege der Bücher“ 14 Bloggerinnen und Blogger haben das 17. Kapitel des Philobiblon abgeschrieben

Das Ergebnis unseres Schreibprojektes ist hier zu betrachten. Ich danken allen Beteiligten herzlich für die termingerechte Einsendung. Es gehört Mut und Überwindung dazu, sich derart zu exponieren, weil wir daran gewöhnt sind, unsere Worte in die anonymen Formen technischer Schrift zu kleiden. Einige völlig wertfreie Bemerkungen zum Ergebnis: Die Vielfalt der Handschriften ist beeindruckend. Ihre generationenübergreifende Gesamtschau hat eine eigene Ästhetik und ist eine einmalige Dokumentation des Zustands heutiger Handschriften.

Die Eckpunkte dieser Dokumentation bilden eine Handschrift in Kurrent und einige moderne Druckschriften. Deutlich zeigt sich, wie sich die Didaktik der Erstschriften über die Zeiten verändert hat. Handschriften, denen die Lateinische Ausgangsschrift (LA) zugrunde liegt, lassen die Ausgangsformen noch gut erkennen, weil sie in der Schule noch nach dem Gesichtspunkt der Formtreue benotet worden sind. Die Kurrent wurde grundsätzlich formgetreu geschrieben. Einer Handschrift liegt vermutlich Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) zugrunde. Sie wird seit den 1980-er Jahren gelehrt. Einige Handschriften haben sich völlig vom Formenballast der LA oder VA getrennt und sind im landläufigen Verständnis Druckschriften, wie sie nach dem Willen des bundesweiten Grundschulverbands zukünftig nur noch gelehrt und gelernt werden sollen.

Ich würde mich freuen, eure Meinung zum Projekt zu lesen. Wie war das Abschreiben, fühltet ihr euch in die Rolle eines mittelalterlichen Kopisten versetzt? Wie seid ihr mit der Fraktur zurechtgekommen? Wie beurteilt ihr euren Textabschnitt sowie den ganzen Text? Hättet ihr Lust auf ein weiteres Projekt und wie sollte es aussehen?

Zum Anschauen bitte anklicken!


Mitgemacht haben (in der Reihenfolge der Abschriften):
Feldlilie
Cornelia
Daniel
Marana
Peter
Christa
Mitzi
Anna
Emil
Sabine
Jaelle Katz
Trithemius
Stefanie
Wortmischer
Cristina

[Edit: inhaltlich fehlte ein Anschluss, weil der vorletzte Abschnitt zweimal vorliegt. Ich habe den fehlenden Abschnitt ergänzt und mich beim Schreiben diszipliniert, um ein besseres Ergebnis zu bekommen.]

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42 Kommentare zu “Schreiben wie im Mittelalter – „Von der schuldigen Ehrfurcht bei der Pflege der Bücher“ 14 Bloggerinnen und Blogger haben das 17. Kapitel des Philobiblon abgeschrieben

  1. Pingback: Schön Schreiben – ein Kapitel des Philobiblon – Dümmlers Blog

  2. Ein interessantes Projekt, wieder mal, aber ich muss gestehen, dass ich, um Emils Schriftbild entziffern zu können, doch die Vorlage zu Hilfe nehmen musste. Es ist schon beunruhigend, wie sehr und wie doch ich einmal beherrschte Dinge vergesse, denn es liegt nicht an einer wie auch immer so gern vorgeschobenen sogenannten „Sauklaue“, dass ich nicht lesen konnte, denn das Schriftbild ist schön und klar.
    🙂

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  3. Hallo Jules,
    Es ist ein faszinierendes Projekt und auch diese vielen verschiedenen Handschriften, eine jede einzigartig, nun nebeineinander ein Ganzes ergebend, ist faszinierend. Ein liebes Dankeschön für diese Idee, an deren Umsetzung ich teilhaben durfte.
    Es macht mich traurig, dass in der Schule die Schreibschrift auszusterben droht. Hier sah ich auch einige dieser schönen deutlich und klar zu entziffernden Druckschriften – auch meine Tochter schreibt sie, lernte sie als Ausgangsschrift in der Schule.
    An der Schreibschrift reizt mich das Fließende, die Verbindung der Buchstaben.
    Ich lernte erst vor drei Jahren auf die linke Hand um, da ich Linkshänderin bin und sehr viel unverkrampfter und auch in geraderer Haltung mit der linken Hand schreibe. Darum sieht meine Schrift stellenweise noch kindlich aus, die linke Hand holt nur langsam auf, was die rechte über Jahrzehnte trainierte. Dennoch traute ich mich, hier teilzunehmen und es hat mich tatsächlich den ganzen Samstag Abend gekostet, bis ich es zuwege brachte, nicht mit Tinte herumzuschmieren, was, wenn man wie ich mit links schreibt, nicht ganz einfach ist, der Handballen schrappt über das Geschriebene schnell hinweg, es ist Daueraufpassen. Ich brauchte zehn Anläufe und meinen Text kann ich mittlerweile halb auswändig… 🙂
    Um zehne am Abend herum drohten mir Motivation und Augen ins Schlafnirwana abzudriften, also trank ich mitten in der Nacht Kaffee um mich wie ein richtiger Kopist zu fühlen, dem vor lauter Arbeit die Buchstaben vor Augen drohen zu verschwimmen. In einem zugigen Scriptorium, ungefähr so einem, wie bei Umberto Eco, im Namen der Rose. Als ich fertig war und unhöflicherweise mitten in der Nacht mein Ergebnis noch schnell mailte, war das ein sehr gutes Gefühl. Insofern kann ich für mein Empfinden sagen: ein voller Erfolg und ein spannendes Gesamtergebnis. Schöne Grüße von der Fee

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    • Liebe Fee,
      ich danke dir fürs Mitmachen und auch für die Hintergrundinfo zu deiner Handschrift. Leider wurden ja Linkshänder lange Zeit gezwungen, auf Rechts umzuschulen. Hinsichtlich der Schreibrichtung ist linkshändiges Schreiben ein Problem, weil man ja mit der Schreibhand das Geschriebene verdeckt. Darum wäre Spiegelschrift die angemessene Schrift für Linkshänder, die ja der prominente Linkshänder Leonardo da Vinci auch geschrieben hat. Danke auch für den Erfahrungsbericht zu deinem nächtlichen Schreiben fürs Projekt. Das Gesamtergebnis ist auch für mich etwas ganz Besonderes.
      Lieben Gruß von
      Jules

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  4. Pingback: Abgeschrieben | Wortmischer

  5. Vielen Dank an Jules und an Euch alle Mitschreiber! – Ich bin geradezu entzückt vom Ergebnis des Kopistenprojektes. Vierzehn Abschriften, vierzehn ganz unterschiedliche Handschriften, keine gleicht auch nur ein bisschen der anderen. Beim Durchsehen und -lesen habe ich mich direkt in Einzelheiten und Eigenheiten der Beiträge verloren. Wann bekommt man sowas heut schon noch zu sehen?

    Sofort erkannt & zugeordnet habe ich übrigens nur eine einzige der Abschriften. Nämlich die einer Teilnehmerin, bei der es alle paar Tage in ihrem Blog ein kleines handschriftliches Titelbildchen gibt. Gell, Mitzi?

    Ich selbst habe mich recht leicht getan mit dem Schreiben, da ich im Alltag relativ viel und häufig mit der Hand schreibe. Mehr oder weniger kurze Notizen zwar nur, aber dennoch täglich. Dazu kamen bis vor Kurzem noch zwei Sitzungsprotokolle pro Woche, die ich fast immer erst handschriftlich abgefasst, bevor ich sie letztlich in ein PC-Dokument komprimiert habe.

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    • Das Entzücken ist ganz meinerseits, mein Lieber. Danke dir fürs Mitmachen und die lesenswerten Beiträge in deinem Blog, mit denen du auf das Projekt aufmerksam gemacht hast. Und dank dir und Noemix wissen wir jetzt auch, was Sethimholz ist. Das Leichthändige der ständigen Übung sieht man deiner Schrift an. Handschriftliche Protokolle waren für mich ein Aufhänger für die Kulturgeschichte der Handschrift. Wenn Eltern während einer Konferenz Protokoll geführt hatten, war das Protokoll aktuell nie zu bekommen. Sie schämten sich ob ihrer Handschrift und wollten zu Hause zuerst noch sauber abschreiben. Ich verstehe es angesichts meines hingehunzten Beispiels im Vergleich mit dem nachgereichten in Sonntagsschrift.

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    • Von derlei Untersuchungen weiß ich nichts. Du als Lehrer hast vermutlich einen eindeutigen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Handschriften erkannt. So richtige Sauklauen haben nach meiner Erfahrung nur Jungen/Männer. Das Schriftbild in anderen Ländern unterscheidet sich naturgemäß von unserem, immer in Abhängigkeit der Ausgangsschrift (Erstschrift). In Ostdeutschland wurde die SAS gelehrt. Sie unterscheidet sich in den vereinfachten Großbuchstaben von der westdeutschen Lateinischen Ausgangsschrift. Wie die skandinavischen Länder und England verfahren, findest du hier:
      http://trithemius.de/2006/05/31/einiges_uber_handschrift843628/

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  6. Lieber Jules, vorab sei herzlich bedankt für die Mühe, die Du mit dieser Aktion gehabt hast. Das Ergebnis ist wirklich interessant. Mit dem Deuten von Handschriften habe ich mich ganz bewusst nie befasst, denn ich glaube, es gehört zu den Dingen, von denen man entweder sehr viel verstehen muss, oder an die man sich besser nicht heranwagt. Deine Rückschlüsse auf die verschiedenen Schriften, die doch in recht schnellem Wechsel an den Schulen unterrichtet wurden, ist dagegen eine kulturell interessante Studie.
    Das Abschreiben hat sich für mich völlig normal angefühlt, denn tatsächlich schreibe ich nicht selten einen Text ab. Bis heute ist das Abschreiben die für mich sicherste Methode, mir etwas einzuprägen. Kürzlich habe ich den Roman „Der Name der Rose“ noch einmal gelesen, in dem Umberto Eco ja auch recht ausführlich beschreibt, wie die Mönche im Skriptorium Texte kopieren. Das war freilich noch eine ganz andere Arbeit.

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    • Gerne, liebe Christa, ja, das Ergebnis kann sich sehen lassen und hat in der uniformen Schriftverwendung technischer Schrift einen besonderen ästhetischen Wert. Die Geläufigkeit sieht man deiner Handschrift an. Gegen das graphologische Deuten der Handschrift habe ich mich mit guten Gründen schon mehrfach ausgesprochen und meine Argumente sind sogar von einem Redaktionsmitglied des Schweizer Graphologieverbands in den Grapho-News unwidersprochen geblieben http://graphologie-news.net/cms/upload/rezensionen/Buchkultur_im_Abendrot_Basiswissen_Schrift_und_Schreiben.pdf
      Ich selbst schreibe nur höchst selten noch etwas ab, aber deine Praxis ist sicher hilfreich.
      Tatsächlich lassen sich aus „Im Namen der Rose“ viele Informationen über mittelalterliche Buchkultur entnehmen.

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      • Vielen Dank für den interessanten Link, lieber Jules. Geläufigkeit, sagst Du. Ich finde ja, meine Schrift sieht kindlich aus, nur dass das Kind viel schneller ermüdet als damals, und das sehe dann auch ich selbst am Schriftbild. Das Einzige, was ich willentlich – aber schon vor fast 50 Jahren – an meiner Schrift verändert habe, ist eine gewisse Amerikanisierung, also einige Großbuchstaben wie kleine Buchstaben, nur größer zu schreiben. Das hat mit persönlicher Lebensgeschichte zu tun und nichts mit Arbeit an meinem Schriftbild.

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        • Du schreibst noch stark orientiert an der gelernten Ausgangsschrift. Nachfolgenden Generationen wurde die Idee vermittelt, dass die Ausgangsschrift umgeformt werden darf zur Persönlichkeitsschrift. Dann geht in der Regel zuerst der aus dem Barock stammende Formenballast über Bord, beispielsweise dein H hat ihn noch. Heutige Schülergenerationen schreiben da Druckbuchstaben wie sie schon in der VA vorgesehen sind oder überhaupt Druckschrift wie zwei der Praktikanten von Christan, CD oder gestalten ganz eigene Buchstabenformen wie Anna socopuk.

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          • Ich habe längst aufgehört, mir über meine Schrift wirklich Gedanken zu machen. Zuletzt gestört hat sie mich vor Jahren, wenn ich in der Mittagspause in der Cafeteria der Akademie in mein Notizbuch schrieb, und Kollegen an den Tisch traten: „Ach, was hast du für eine schöne Handschrift!“ Und dabei beugten manche sich regelrecht über das Buch. Wenn man seine eigene Schrift gar nicht so schön findet, sondern die vieler anderer Leute viel schöner, unterstellt man schnell pure Neugier. Ich war dann hin und her gerissen, ob ich mir das verbitten oder die Seite mit der Hand abdecken sollte.
            Ich schreibe, wie ich schreibe – muss keinen Eindruck mehr machen. Es geht nur noch um Ausdruck.

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  7. Herzlichen Dank, lieber Jules, für die Mühe die du dir mit diesem Projekt gemacht hast. Nicht alleine die Idee, auch die Zuteilung, das Zusammenführen und die Vermittlung des interessanten Hintergrundes.
    Es hat große Freude gemacht und mehr noch, ist es natürlich toll zu sehen, wie sich die verschiedenen Schriften nun untereinander reihen und gemeinsam berichten. Das Schreiben mit der Hand fällt mir leicht. Obwohl ich viel tippe, sammle ich Ideen noch immer handschriftlich und benutze auch in der Arbeit lieber Block und Papier um mit den Kollegen zu kommunizieren. Zu deren Leidwesen, da ich schreibe, wie ich denke. Schnell und häufig ohne danach noch einmal über das Geschriebene zu lesen. Viel zu oft fehlen mir Buchstaben und ich vertraue darauf, das man den Zusammenhang schon verstehen wird. Schlampig aber herzlich, nannte es einmal eine Freundin.
    Etwas habe ich nicht verstanden….im Original ist das Wort „Flohstich“ mit zwei verschiedenen „s“ geschrieben. Auch „das“ mit dem mir bekannten und sonst sehe ich das alte s. Nach welchen Regeln wurde die Schreibweise bestimmt? Weil es am Ende des Wortes steht?

    Liebe Grüße

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    • Danke fürs Mitmachen und für die Auskünfte über dein Handschreiben, liebe Mitzi. Dein Blog ist mir 2015 spontan positiv aufgefallen eben wegen der handschriftliche Zeile auf dem Startbild deiner Beiträge, woran dich auch Kollege Wortmischer erkannt hat. Auch deine Rubrik „Gefundene Worte“ ist ja handschriftlich. Damit hast du ein formales Alleinstellungsmerkmal.
      Da hast richtig geschlossen: In der Fraktur gibt es das lange S für den Anlaut, auch für den Anlaut der Silbe, und das runde S für den Schlusslaut. Mir hat das Projekt ebenfalls große Freude gemacht. Schrift ist ja generell mein Lebensthema, und ich freue mich immer, für einen Aspekt begeistern zu können.

      Lieben Gruß

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  8. Auch ich danke Dir für Deine sehr gute Arbeit. Was mich betrifft, so bin ich nach fast drei Monaten kurzfristig aus meiner virtuellen Versenkung zurückgekehrt, eigens um Deinem Aufruf zu folgen. Das Ergebnis all unserer Hände empfinde ich als berührend, als legten wir die Hände zusammen, ein bisschen wie die Musketiers (hehe). Auch wie die eine Schrift in die nächste übergeht, empfinde ich als schön; besonders gut unterstützt das Fotogalerie-Format dieses Empfinden, als reichten wir eine Art Staffelstab (unser eigenes Wort in einem noch größeren) von einem zum anderen weiter – die hier Letzte an die Erste wieder, Alter egal, Generation egal.

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  9. Oh, ich habe nicht alle Fragen beantwortet. Mit der Fraktur bin ich gut zurechtgekommen, nur beim „ck“ hat es länger gedauert, bis ich es lesen konnte. Jedoch bin ich natürlich nicht ganz so schnell wie bei der heute üblichen Schrift; da bräuchte es mehr Übung. Für solche Projekte bin ich generell zu haben. (Übrigens hätte ich getippt, dass das auch etwas für das gesamte HaCK gewesen wäre, weil Kunst.) Ansonsten werde ich leider wieder in der Versenkung verschwinden müssen, da mein Praktikum mich gut beschäftigt hält. 🙂

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  10. Guten Morgen!

    Doch, das war wirklich sehr interessant, die verschiedenen Schriften zu bewundern – obwohl ich immmer noch finde, dass alle anderen ordentlicher aussehen als meine. Ich schrieb ja schon in meinem Blog, ich habe meine „Alltagsschrift“ benutzt, und das bewusst. Deshalb habe ich mich auch nicht in die Rolle eines mittelalterlichen Kopisten versetzen können, der sich bestimmt mehr Mühe mit dem Schreiben gegeben hat. Ich denke, ich kann durchaus so schreiben, dass es „buchwürdiger“ wird, aber wenn ich das tue, geht eben viel von dem Persönlichen meiner Schrift verloren. Und es erschien mir, als ob gerade das Persönliche zu zeigen der Zweck dieser Übung war.

    Ich kann sowohl Frakturschrift als aus Sütterlin einigermaßen fließend lesen (Sütterlin dauert ein wenig länger, Fraktur lese ich genauso schnell wie jede andere Druckschrift) nur die Postkarten meiner Tante aus Belgien, die kann ich NICHT lesen. Niemand aus der Familie kann das. Wenn sie mal schreibt, versuchen wir ihre Karten immer auf Familienfeiern zu entziffern und haben fast soviel Spaß dabei wie bei Gesellschaftsspielen.

    Vielen Dank für dieses spannende Projekt!

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    • Den Eindruck habe ich nicht, wenn ich meine eilige Sauklaue dagegen halte. Den zweiten Abschnitt habe ich viel langsamer geschrieben, schon, um mir zu beweisen, dass ich es noch kann. Mittelalterliche Kopisten haben die Buchstaben möglichst sorgfältig nach Vorgabe geschrieben. Das Konzept der Ausgangsschrift war noch nicht bekannt. Es gab sogar Analphabeten unter ihnen, die die Wortbilderr nur abmalten. Bei Fraktur und Kurrent brauche ich immer ein Weilchen, bis ich mich eingelesen habe. Aus unserem Kreis scheint keiner damit Probleme gehabt zu haben. Lebt deine Tante in Ostbelgien? So eine Postkarte würde ich gern mal sehen.
      Danke für deinen Kommentar und deine Teilnahme.

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      • Meine Tante wohnt in Brüssel (reist aber mit Begeisterung durch die ganze Welt. Wobei… sie ist jetzt wohl so an die 90. Vielleicht doch nicht mehr). Ihre Schrift ist ein Phänomen. Hat keinerlei Ähnlichkeit mit irgendwas, was irgendwer jemals gelehrt hat. Wir haben wirklich immer viel Spaß. Ich frage mal meine Mutter, ob sie eine Karte mitbringen kann, wenn sie das nächste Mal hier vorbei kommt.

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        • Man kennt sich und seine Schrift ja noch am besten und sieht Details, die ein Außenstehender nicht sieht. Dazu passt auch Lichtenbergs Bemerkung: „Wir glauben öfters, daß wir zu verschiedenen Zeiten verschiedene Hände schrieben, während als sie einem Dritten immer einerlei erscheinen.“

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          • Neulich sah ich ein Experiment (Youtube? Ich weiß es nicht mehr) in dem man zwei Frauen getrennt voneinander bat, eine von ihnen einem Phantomzeichner zu beschreiben (d.h. eine beschrieb sich also selber, während die andere… die andere beschrieb. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass der Moderator dass so bekloppt ausgedrückt hätte). Das Bild derjenigen, die sich selber beschrieben hatte, sah wesentlich hässlicher aus als das Bild, welches die andere Frau von ihr beschrieben hatte (unter anderem fehlten Falten und Doppelkinne und so etwas vollständig). Dürfte ein ähnliches Phänomen sein.

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  11. Pingback: Nachtrag: Schreiben wie im Mittelalter – Seminar Theorie und Praxis der Handschrift – Gürtel enger

  12. Hallo, wie wunderbar…zu sehen, wie die Texte so schön und in sehr unterschiedlichen Stilen kopiert wurden.
    Ein lieber Gruß an alle MitschreiberInnen. 🙂

    Ich freue mich, dass ich bei diesem schönen Projekt dabei sein und mitschreiben durfte. Mir ist Handschrift von klein auf an sehr wichtig gewesen und ich scheibe soviel es geht, mit der Hand. Nicht ganz von ungefähr kommt es daher, dass Kalligraphie nun einen Großteil meiner freien Zeit einnimmt.
    Ich versuche auch in meinem Umkreis , meine lieben Mitmenschen zu ermuntern, das mit der Handschreiben nicht ganz zu vergessen.
    Ich werde oft belächelt……

    Ich würde mich freuen, bei einem weiteren Projekt dieser Art dabei sein zu dürfen. 🙂

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  13. Pingback: Theorie und Praxis der Handschrift (2) – Das Konzept der Ausgangsschrift (2.1) Entstehung

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