Von hilflosen Luftstreichen

In den letzten Tagen habe ich meine Umwelt mehr hingenommen als bewusst registriert. Es überwiegt der Eindruck des Bleiernen. Das Grau des Bleis korrespondiert mit dem nicht endenden Grau des Himmels, die Bleischwere entspricht der Unbeweglichkeit der Tage, eigentlich dem Stillstand beim Hellwerden. Mag sein, dass es Anfang Januar noch später am Morgen hell geworden ist. Aber ich spüre den Unterschied nicht. Der Blick weiter weg nach draußen ins noch junge Jahr ist ebenso unerquicklich.
Es enthüllt sich:

– Missbrauch und Vergewaltigung von Frauen in Abhängigkeitsverhältnissen. Soweit es Schauspielerinnen und mutmaßliche Täter wie Weinstein in den USA und Dr. Wedel in Deutschland betrifft, haben viele davon gewusst und es geduldet. Deprimierend auch das Verhalten der Frauen. Wenn alle im Umfeld Bescheid gewusst haben, dann haben zumindest einige die Gefahr sehenden Auges in Kauf genommen, haben sich der Karriere willen gefügt. Ihre Fügsamkeit hat die Täter ermuntert, sich weitere Opfer zu suchen. Gut, dass dieser Teufelskreis jetzt durch die meToo-Debatte durchbrochen zu sein scheint.

Wir sehen weiterhin mit Verdruss
– eine außer Kontrolle geratene, auf Hochtouren drehende Rüstungsindustrie, und eine von Lobbyisten erpresste Politik erlaubt ihr, Waffen in Krisengebiete zu liefern, palavert aber in Sonntagsreden davon, Fluchtursachen bekämpfen zu wollen.

– Die Autoindustrie offenbart ihre moralische Verkommenheit, indem sie Affen mit Dieselabgasen quält, um den Beweis anzutreten, dass die Abgase harmlos sind. Wird das enthüllt, entschuldigen sich die Manager und geben vor, davon nichts gewusst zu haben.

– Da sind sie wie wir. Was wir alle wissen können, aber nicht wissen wollen, ist die anhaltende Praxis der Vivisektion, was meint das Quälen, Töten und den Verbrauch von Tieren im Dienst wissenschaftlicher und pseudowissenschaftlicher Forschung. Das mussten im Jahr 2014 erschütternde 2,8 Millionen Versuchstiere erleiden. Sind nicht nur Affen, sondern auch Hunde und Katzen dabei.

– Was wir ebenfalls wissen können, sind die barbarischen Zustände in der AufzuchtProduktion von Tieren, deren Haltung und deren brutaler Transport zur Schlachtung. Davon gibt es Bilder, die einem eigentlich den Fleischkonsum verleiden sollten. Aber so vielen gelingt es zu verdrängen und einfach weiter Fleisch zu spachteln. Wenn sie sich andererseits noch als Tierfreunde gerieren, weil sie Hund oder Katze halten, zeigt sich die ganze Schizophrenie,

– Wir wissen von Krieg, Gewalt, Hunger, Leid und Hoffnungslosigkeit in vielen Ländern der Erde. Die unerträglichen Zustände lassen Menschen fliehen und dorthin wollen, wo wir, die Verursacher allen Übels leben. Viele erleben Gewalt, ertrinken im Mittelmeer oder kommen sonst wie um. Immerhin nennen wir sie nicht mehr „Neger“ und haben auch ein hübscheres Wort für alle auf der Flucht. Sie sind jetzt „Geflüchtete.“

In der Sprachkosmetik zeigt sich die ganze Hilfs- und Ratlosigkeit. Wir müssen uns eingestehen, dass der Mensch den eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht wird. Die vorhandene Einsicht ins Bessere wendet sich ab vom Atavistischen, von den Neigungen und Verhaltensweisen des Höhlenmenschen. Wenn wir schon solche Ungeheuer sind, wollen wir es in unserem Umfeld wenigstens hübsch haben. Wie die Aktivistinnen der Strickguerilla alle phallischen Objekte mit bunten Verhüterli ummanteln, möchten wir bessere Wörter, auf dass sie unser Denken läutern, damit wir wenigstens anders denken und sprechen als fühlen und handeln, damit irgendetwas Symbolhaftes getan ist gegen Verhältnisse, die sich einfach nicht bessern wollen.

Sonntagmorgen beim Bäcker. Ein Mann reicht die mitgebrachte gebrauchte Brötchentüte über die Theke und lässt sie sich neu befüllen. Es wirkt lächerlich und zeigt unsere ganze Hilflosigkeit angesichts einer Welt aus den Fugen. Was von all dem ändert sich, wenn ein Wandgedicht übermalt wird? Was wir auch tun, es ist nicht mehr als urban knitting oder eine gebrauchte Brötchentüte zu benutzen.

Andererseits, aufzugeben und sich abzufinden, ist nicht die Lösung, denn das wusste schon Baltasar Gracián: „Alles Große ist schwer zu bewegen.“ Inzwischen ist es auch richtig hell geworden.

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33 Kommentare zu “Von hilflosen Luftstreichen

  1. wieder mal ein grund, strebertum, speichelleckerei (klingt nach gebäck) und arschkriecherei zu verachten. darwin’sche grundsätze sollte man sich für unsere gesellschaft verkneifen. anscheinend geschieht anpassung nur zum wohl weniger. vielleicht hilft ja ein wenig die zornes röte gegen das bleierne grau!
    auf arbeitsbesuch im atelier meines freundes gab es speck mit bohnen zu mittag. auch das bringt im freundlichen takt immer wieder eine erleichternde heiterkeit in den noch frühen nachmittag. überhaupt ernährt man sich allzu häufig ohne gute gesellschaft, ah, ich schwoff ab.

    bleiernes grau ist zweifellos mühsam und deprimierend. ich halte es da wie die belgier.
    die österreicher an der stelle haben da eine art instutionalisierte depression entwickelt, sämtlicher weltschmerz von ende oktober mit mitte april in eine winterdepression outgesourced. diese gilt als entschuldigung für nahezu alles. „naa, waast eh. es is hoid a winterdepression! drum schenk ma no a vierdl ein!“ das macht es nahezu unmöglich im stechschritt in den untergang zu marschieren, jede strebhafte idee, jede strebhafte aktion wird durch eine winterdression zu scheitern gebracht. überhaupt erscheint mir da die durch alkoholgenuss entstandene wurschtigkeit, als angebrachtes mittel gegen unsinnigen konsum und arschkriecherische anpassung. wichtig ist wohl anzumerken das die alkoholisierung unbedingt zu den üblichen arbeits- und geschäftszeiten zu erfolgen hat. von einem freizeitrausch hat die gesellschaft nichts. ein rausch am freitag oder samstag abend ist enorm kontraproduktiv, man könnte fast behaupten er sei streberhaft. brav am wochende den frust hinunterspülen und werktags die klappe halten.
    nein, der gute rausch ist der werktagsrausch, der müde mittagsrausch, der, der alle bemühungen, ein produktives mitglied der gesellschaft zu sein fahren lässt, somit konsum und unsinniges streben entschleunigt und vielleicht sogar verhindert und arbeit als freiheitseinschränkende mühsal ohne ausweg entlarvt! ha!

    ich bitte die sicherlich vielen fehler zu entschuldigen : )

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    • „Zornesröte gegen das bleierne Grau“, klingt farbentechnisch gut. Anlässlich Stéphane Hessels Aufruf „Empört euch!“ bei der Finanzkrise 2007 hat der Kabartettist Georg Schramm mehrfach den Zorn propagiert, und was bekamen wir? Den Wutbürger, der bei Pegida mitläuft. Dazu passt die Winterdepression, denn der Dresdener Verein gründete sich tatsächlich am 19. Dezember 2014. Wieviele dieser Spaziergänger im Vollrausch waren, wurde nicht ermittelt.
      Als subversive Maßnahme, wie von dir dargestellt, ist der „werktagsrausch, der müde mittagsrausch, der, der alle bemühungen, ein produktives mitglied der gesellschaft zu sein, fahren lässt, somit konsum und unsinniges streben entschleunigt“, offenbar noch unterbewertet. In den ersten Jahren meines Bloggens (2005-2010) habe ich ziemlich viel gekifft, war trotzdem produktiv, aber aus eigenem Antrieb. Wenn es nicht mit dem schädlichen Rauchen einherginge, könnte ich das uneingeschränkt empfehlen.

      (Fehler in deinem Kommentar habe ich nicht gesehen. )

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      • ein aspekt des rausches, den ich in meinem schreibrausch übersehen hatte, ist natürlich die schmerzhafte ernüchterung, die vorallem beim alkoholischen rausch zu buche schlägt. das dehydrierte hirn ringt nach flüssigen und und der grant – die niederländer haben eine tageszeitung namens volkskrant, finde ich einen super titel – bleibt wie der schale geschmack im mund.
        aber wie du schon schriebst, gibts auch die andere richtung. allerdings führt beides, der zorn und die wut, zur eskalation. sich stets zu ducken und in seinem neuen diesel die klimaanlage einschalten und bruno mars hören und dann schön in der garage parken, damit das geliebte fahrzeug nicht vom schutzigen regen befleckt wird oder gar vom blütenstaub, brav jeden morgen in den pendlerstau, schön arbeiten, damit man sich das schaurige idyll leisten kann, während man bei discountern spart und sich selbst vor lauter angst ein winziges privileglein abgeben zu müssen oder aus purer bequemlichkeit vor die tür scheisst.
        es spricht ein wenig der grant… zu meinerm glück blicke ich aus großen atelierfenstern in einen sonnigen morgen und vom benachbarten pafarrersgarten zwitschern und pfeiffen hemmungslose vögel herüber. meinen blick auf den tag: bin leider zu doof ein bild in den kommentar zu setzen, siehe mail.

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      • also auch die sommerdepression outgesourced? manchmal habe ich eine werktagsdepression oder im speziellen mal ein mittwochsdepression, auch der montag eignet sich für eine spontane depression, dienstag, donnerstag und freitag, ja durchaus auch der samstag, den sonntag sollte man auch nicht vergessen, eignen sich durchaus für leichte bis mittlere depressionen. ^^

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        • Habe die Sommerdepression gleich mit outgesourced. Was aber nicht heißt, dass sich nicht hin und wieder ein Depressiönchen ungefragt einschleicht. Da hilft nur Rollbalken runter, wenn die externen Dienstleister mal wieder geschludert haben …

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  2. Never ever … hätte man in die Bibel schreiben dürfen. „Macht euch die Erde untertan.“ Ein Kardinalfehler, der durch Kardinäle noch verschlimmert wurde. Jetzt steht die Büchse der Pandora offen, und hervor kommt Schlimmeres als erwartet. Da hilft keine Heulen und Zähneklappern. Also Apfelbäumchen pflanzen – mit oder ohne Luther. Im Zweifelsfall ohne, denn der hat den eingangs genannten Quatsch auch nicht korrigiert.

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  3. Dieser tief traurige, weil so wahr, Text berührt mich am meisten durch den Hoffnungsschimmer am Ende. Es wäre ein kritischer Beitrag, hättest du vor dem letzten Absatz geendet.
    So ist er es auch, bekommt aber eine tieftraurige Schönheit. Ich kann es schlecht in Worte fassen, aber dieser Artikel ist für mich einer deiner besten, lieber Jules.

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    • Dein Text hält uns allen den Spiegel vor, in den wir alle miteinander wohl nicht gern blicken wollen, lieber Jules. Auch, wenn es am Ende doch heller zu werden scheint, bedeutet das nicht unbedingt, dass der Menschheit endlich ein Licht aufgeht.
      Liebe Grüße und danke fürs Nachdenklichmachen.
      Lo

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    • @ Mitzi
      Ein Glück, dass ich gegen Schluss noch die Kurve gekriegt habe. Das musste ich auch für mich tun, liebe Mitzi. Wenn es keine Hoffnung gäbe, hätte ich den Text nicht schreiben müssen. Ich danke dir herzlich für das feine Lob!

      @ Lo
      Wenn ich mir die missmutigen Gesichter meiner Mitmenschen ansehe, so denke ich, dass auch unser verschwenderischer und ausbeuterischer Lebensstil nicht froh macht. Wenigstens dieses Licht sollte uns aufgehen. Danke für deinen zustimmenden Kommentar und lieben Gruß,
      Jules

      @ Cristina
      Danke für deine Zustimmung.

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  4. In einer meiner absoluten Lieblingsserien (ich verrate auf gar keinen Fall den Namen), erkennt der Protagonist für sich, dass der „Sinn des Lebens“ darin bestehe, sich jeden Tag aufs Neue einfach nur nach Kräften zu bemühen. Ich glaube sehr daran. Die Serie wurde nach zwei Staffeln abgesetzt.

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    • Ich würde deine Lieblingsserie sowieso nicht kennen, denn ich schaue grundsätzlich keine Serien. Die Frage wäre zu stellen, um was man „sich jeden Tag aufs Neue nach Kräften bemühen“ soll. Wenns darum ginge, etwas gegen obengenannte Misstände zu tun, stimme ich dir voll zu.

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      • Oh, entschuldige, habe nicht näher ausgeführt. Es ging natürlich nicht um Geldvetdienen und dergleichen. Es ging darum, wegen dieser alltäglichen Trostlosigkeit nicht zu verzweifeln, sondern jeden Tag vom Neuen zu versuchen, nach seinen eigenen Kräften sein Bestes zu tun.

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  5. Affen wurden als Versuchstiere, Frauen als sexuelle Objekte missbraucht. Das ist empörend. Könnte man nicht Kakerlaken nehmen? Oder Mäuse und Ratten? Die Rüstungsindustrie macht mit ihren Armeen doch auch Freilandversuche. An Menschen und Tieren. Sogar Affen. Bombe drauf und schauen, wer überlebt. Und der Rest wird von den Bodentruppen vergewa … wir reden nicht drüber. So wie übers Kükenschreddern. Und wer im Mittelmeer ertrinkt, taucht in unserer Nahrungskette als Fisch aus dem Mittelmeer frisch auf unserem Tisch wieder auf. Unvorstellbar? Undenkbar als Gedanke. Darum verdrängbar. Im Dienste aller. Für ein reines Gewissen. Nicht sauber, sondern rein. Das ist wichtig. Denn weißer geht nicht. Aber reiner geht immer. Hauptsache, unser Bier bleibt rein und es kommt nichts unreines in die Wurst hinein … Reinheitsgebote.

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    • Ich möchte mir Weinstein, Wedel und alle Vergewaltiger nicht mit Kakerlaken im Bett vorstellen, aber hübsch surreal ist die Idee doch, etwa: Wedel nimmt eine Riesenkakerlake von hinten und ringsum werden Küken geschreddert. Wer filmt das mal? Was die neuen Inhalte der Nahrungskette bei Fisch aus dem Mittelmeer betrifft, ich bin seit 35 Jahren Vegetarier und kann da leider nicht mitschnabulieren. 😉 Aber wer am Mittelmeer noch urlauben mag, dem ist auch die Nahrungskette offenbar egal. Ich wills nicht als Gesetz aufstellen, aber glaube, dass Fleischgenuss die Menschen abstumpft gegen Leid anderer Lebewesen.

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      • Es ist nachvollziehbar, dass der Mensch durch dessen Domestizierung durch den Weizen seinen Siegeszug über der Welt antrat. Erst das Gluten brachte den organisierten Homo sapiens an die Spitze der Nahrungskette. Dadurch wurde sogar der Homo neanderthalensis ausgerottet, weil der es nie verstand, sich organisiert durch Weizen kultivieren und an die Spitze der Nahrungskette bringen zu lassen. Der Homo sapiens ließ den Homo neanderthalensis eine Lehre angedeihen, die zu dessen Ausrottung führte. Es ist wohl also eher das Gluten, welches den Menschen gleichgültig gegenüber das naturelle Gleichgewicht werden ließ. Fleisch dient sowohl Flora als auch Fauna zur Nahrung, aber nur Gluten macht den Unterschied aus. Es lässt sich einfach nachweisen, dass Amokläufer immer auch Gluten auf deren Nahrungsplan zuvor hatten …
        Soweit eine Gegenthese.
        Ich kenne Veganer und Nicht-Veganer, die sowohl unabgestumpft als auch abgestumpft sind. Daher kann ich diese These nicht nachvollziehen. Es ist aber eine Binse, dass eine Rotte sich immer irgendwie von“den anderen“ abschottet und auch in der Vergangenheit abgeschottet hat. Dieses wurde unabhängig von den Nahrungsmitteln, gefühlsneutral durchgezogen und führte zu brutalen (im Menschensinne) Genozide.
        Ich will hier nicht eine Fundamentalopposition zu deiner Ansicht bauen, aber auch das Gegentum kann ich nicht nachvollziehen.
        Fakt ist, dass der Mensch die Natur in seinem Sinne umgestaltet hat. Hier ist der Mops ein putziger Lebensgefährte, in anderen Gegenden ein Nahrungsmittel. Oder der Berner Sennhund: in der Schweiz war er eine Delikatesse. In Deutschland war das nur barberei. Oder das Pferd: sag mal einem Mädchen nur, dass Rosswürstchen eine Delikatesse sind oder woraus der leckere Rheinische Sauerbraten zubereitet wird. Du wirst geächtet und wirst Barbar und gefühlslos geschimpft. Eine Rindsbratwurst ist dagegen Lebensmittel.
        Wir Menschen sind so widersprüchlich, so seltsam unseren Idealen entgegen gewendet, dass es kaum erklärbar wird. Und in diesen Zeiten der allumfassenden Inforamtionsgesellschaft werden diese Bruchstücke und Risse in unserer Menschheit im Scheinwerferlicht noch heftiger. Waren wir jemals anders? Heute befürworten auch Veganer Kriege und ziehen selber in solche. Und selbst Menschen, die Fleischsorten ausschließen, bekämpfen sich. Indien und Pakistan sind belege für Kriege zwischen Vegetarier und Fleischesser.
        Ich werde und will dich nicht hiermit überzeugen. Aber ich möchte das lediglich als klitzekleinen Gedankenanstoß (Reflektionshinweis) verstanden wissen. Es geht NICHT gegen dich. Also bitte nicht falsch verstehen, Jules.
        … ich schreib wieder so viel in deinen Kommentaren …

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        • Offenbar hat man die Kultur des Neandertalers lange Zeit unterschätzt. Alle Aussagen über prähistorische Kulturleistungen sind rein spekulativ. Deine Gluten-These ist mir aber auch noch nie begegnet. ´Gegenüber dem Tierwohl abgestumpfte Veganer sind mir ebenfalls nie begegnet. Es ist aber auch absurd und scheint mir kaum nachvollziehbar. Denn die meisten Veganer haben ethische Motive. Bei Vegetariern gibt es gewiss welche, die nur aus gesundheitlichen Gründen auf Fleisch verzichten.
          Dass der Mensch in vielem widersprüchlich ist, kann ich unterschreiben, aber letztlich ist es eine Kulturleistung, moralische Ansprüche zu formulieren und danach zu streben.
          In den Krieg ziehende Veganer? Ich bin beispielsweise seit 35 Jahren Vegetarier, Kriegsdienstverweigerer, und meine Söhne sind es auch. Das scheint mir überein zu stimmen.

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  6. Dein Text bündelt das Trostlose der Welt und bringt auch die aller neuesten Schändlichkeiten (Affen im Käfig als Demonstration angeblicher Unbedenklichkeit von Abgasen, anstatt dass sich die Autobosse, dieses behauptend, selber hineingesetzt hätten, um im Selbstversuch die behauptete Unbedenklichkeit vorzuführen) auf den Punkt. Und bleigrau ist der Himmel hier auch, seufz. Aber: „…Verhältnisse, die sich einfach nicht bessern wollen“: Die jüngsten Entwicklungen um die Sexismusdebatte, zeigen doch, dass sich etwas verbessert! die Zeiten ändern sich, und alle, die früher unbehelligt ihre Macht zur Durchsetzung sexueller Gelüste einsetzen konnten, werden sich jetzt zehnmal überlegen, ob sie damit noch durchkommen. Und es gibt auch andere Beispiele. Ich sage mir also, bevor ich Trübsal blase: betrachten wir auch (!) die Fortschritte. Beste Grüße!

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    • Da bin ich ganz mit dir eins. „Alles Große ist schwer zu bewegen“ beinhaltet auch, dass es sich bewegen lässt. Und verglichen mit der Zeit vor der Emanzipationsbewegung, ist schon vieles erreicht. Auch mit der Bewertung von Autoabgasen sind wir weiter. Früher haben wir alles bedenkenlos eingeatmet und auch die Bosse hätten kein Problem damit gehabt wie heute unserem dummen Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd, Glyphosat, Müller auch die Wurstprodukte aus Massentierhaltung vor laufender Kamera munden.

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  7. War nicht der sog. Dieselskandal schon ein riesiges Freiluft-Experiment an der ganzen Welt? Wer verklagt die Hersteller für die dadurch entstandenen Gesundheitsschäden und für ihren höheren Anteil am Klimawandel?
    Wie kann es sein, dass VW und das Land Niedersachsen derart bescheuert miteinander verwoben sind?
    Und nein, die Antworten auf meine Fragen halte ich gerade nicht aus. Aber man wird ja mal fragen dürfen.
    🍏🌳🍎🌲🍏🌳🍎🌲🍏🌳🍎🌲
    (Aufforstungsmaßnahme)

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