Von der Erfahrung zwischen zwei Welten zu schweben

In meiner Idealwelt gleite ich heiter und vergnügt dahin, freue mich, weitgehend schmerzfrei zu sein, bin quasi alterslos, aber reich an Erfahrung, sammle hier faszinierendes Wissen auf, dort ein hübsches Erlebnis, lese und schreibe wozu ich Lust habe, fange mir gelegentlich von bezaubernden Vertreterinnen des andern Geschlechts ein Lächeln ein, genieße das Leben, das ich habe, und lasse alle Tage den lieben Gott einen guten Mann sein. Manchmal sogar stimmen meine Idealwelt und die reale Welt völlig überein. So am letzten Freitag. Die Sonne schien, die Temperaturen fast frühlingshaft, im Supermarkt saß an der Kasse die mir holde Kassiererin, wünschte mir einen schönen Tag, und von ihrem Lächeln begleitet, trat ich auf die Straße und bestieg mein Fahrrad. Beschwingt fuhr ich heimwärts. Auf der Davenstätter Straße, versperrte ein geparkter Kleintransporter den Weg, so dass ich zwischen die stadtauswärts führenden Straßenbahnschienen ausweichen musste. Plötzlich drängelte hinter mir ein Auto, und um Platz zu machen, lenkte ich zum rechten Fahrbahnrand hinüber. Unversehens spalteten sich Idealwelt und Realwelt auf.
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