Plausch mit Frau Nettesheim über herbstliche Magie

Frau Nettesheim
Was ist denn das hier in der Schublade, Trithemius?

Trithemius

Sie kramen einfach in meinen Sachen, Frau Nettesheim? Das ist ein geplanter Text, terminiert für den 31. Oktober.

Frau Nettesheim
Oho, der Herr plant voraus?

Trithemius

Prinzipiell eher nicht. Den Text musste ich nur loswerden. Da war zuviel Durcheinander in meinem Kopf, und immerhin brauche ich daran nicht mehr zu denken. Obwohl, wissen Sie, was bei der Abfassung schön war?

Frau Nettesheim
Woher denn?

Trithemius

Ich musste an einen herbstlichen Abendbummel über den Aachener Königshügel denken. Über mir ein frostklarer Sternenhimmel, unter mir das Lichterfunkeln der Stadt. Und mein Rückweg führte am stockdunklen pataphysischen Institut vorbei.

Frau Nettesheim
Das beflügelte Ihre Phantasie.

Trithemius

Ja. Vor allem habe ich gedacht, dass mir derzeit noch die Magie des Herbstes fehlt, die Portion Verrücktheit in meinen Texten.

Frau Nettesheim
Solange Sie die Pataphysik Verrücktheit nennen, sind sie weit von der richtigen Geistesverfassung entfernt.

Trithemius

Sie haben Recht. Irgendwas erdet mich zu sehr.

Frau Nettesheim
Ihre gestern beschworene Bodenständigkeit vielleicht. Wenn Sie auch dauern über Bodenhaftung, Schwerkraft und Gravitationswellen schreiben, fällt ihnen das Leichte schwer.

Trithemius

Zu blöd auch, dass das pataphysische Institut so weit weg ist.

Frau Nettesheim
Quatsch. Sie können jederzeit hin.  In der Kunst sind Zeit und Raum reine Fiktion.

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7 Kommentare zu “Plausch mit Frau Nettesheim über herbstliche Magie

    • Das freut sie zu lesen, liebe Mitzi. Frau Nettesheim begleitet mein Bloggen bereits seit 2005. Zuerst dachte ich, dass sie untrennbar mit dem Teppichhaus verknüpft ist. Aber im Teestübchen macht sie sich auch ganz gut. Der 31.10. ist ein Jahrestag und ich wollte ihn keinesfalls verpassen, wie ich solche festen Daten schon so oft verpasst habe.

      Gefällt mir

  1. „Ist das wirklich real? Oder findet alles nur in meinem Kopf statt?“, fragt der erwachsen gewordene Harry Potter. Und sein Lehrer Dumbledore, abgeklärt wie immer, antwortet: „Natürlich findet es in deinem Kopf statt. Aber heißt das, dass es nicht real ist?“ (Quelle: Film-Kritik von 2011 auf tagesspiegel.de)

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    • Treffendes Zitat, vielen Dank. Unsere Realität bildet sich erst im Kopf. Es gibt jedoch Erscheinungen, über deren Existenz wir uns verständigen können. Wenn wie heute morgen bei mir im Kopf nichts mehr stimmt, orientiere ich mich vorsichtig an diesen Erscheinungen, von denen ich durch Effekte oder andere weiß, dass sie da sind und dass ich mit ihrer Hilfe etwas erreichen kann, beispielsweise Wasser kochen für einen Kaffee mit dem Wasserkocher,Worte an dich formuliere ich mittels Tastatur und sende sie über Computer und Internet, Ebenso können Dinge rein gedankliche Konstruktionen anstoßen. Stehe ich am Fuß des Gebäudes, das ich durch Billdbearbeitung zum Pataphysischen Institut gemacht habe, inspiriert mich das mehr als stünde ich zu Hause am Fenster und schaue hinaus. Das hier ist eine fiktive Webcam-Sequenz des Instituts.

      und so sieht es im Institut aus. Du erkennst es gewiss

      Gefällt 1 Person

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